Einigkeit im Rat / Kritik der Bürger

Zentralklinik: Heiligenloher Ortsrat hält geschlossen zu Standort in Borwede

Die B 51 in Borwede. Links davon könnte die Zentralklinik gebaut werden. 
Foto: Theo Wilke
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Die B 51 in Borwede. Links davon könnte die Zentralklinik gebaut werden. Foto: Theo Wilke

Heiligenloh – „Zu 100 Prozent positiv hat sich der Ortsrat Heiligenloh für eine Zentralklinik in Borwede ausgesprochen. Wir stehen alle dahinter“, betont Ortsbürgermeisterin Anke Borchers nach der öffentlichen Sitzung am Donnerstagabend unter Corona-Bedingungen im Twistringer Gymnasium. Wenn sich der Kreistag am Montag für Borwede entscheidet, sieht Borchers schon einen „Aufschwung für die ganze Region, für die Bevölkerung und das Gewerbe“.

  • In Borwede soll eine neue Zentralklinik gebaut werden
  • Der Ortsrat Heiligenloh hat sich für den Standort Borwede ausgesprochen
  • Doch die Bürger sind davon wenig begeistert und kritisieren die Versiegelung von „bestem Ackerland“

Zentralklinik Borwede: Ortsbürgermeisterin argumentiert, dass es um das „Allgemeinwohl“ gehe

Zahlreiche Einwohner, auch aus Ridderade und Borwede verfolgten die Ortsratssitzung. Verstehen kann die Ortsbürgermeisterin Vorbehalte gegen die Zentralklinik mitten in der Natur an der B 51. Aber sie sagt auf Nachfrage auch: „Man muss das auch objektiv betrachten. Es geht hier nicht ums Allein-, sondern ums Allgemeinwohl.“ Anke Borchers fehlt indes das Verständnis für jene, die wohl eine Twistringer Zentralklinik wollen, aber meinen: bitte nicht vor unserer Haustür. Natürlich sei das schade, wenn knapp zwölf Hektar guter Ackerboden dem Bau einer Zentralklinik zum Opfer fallen würden.

Ortsratsmitglied Udo Wehmeyer hätte sich gewünscht, dass betroffene Anwohner im Umfeld des Borweder Standortes gehört worden wären. Dazu erklärte Twistringens Erster Stadtrat, dass alle Entscheidungen im Vorfeld im nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss besprochen wurden. Außerdem ist schon länger bekannt, dass alle Beschlüsse vorbehaltlich einer Entscheidung im Kreistag getroffen wurden. Erst im Rahmen eines heute noch gar nicht feststehenden Bauleitplanverfahrens würden die Bürger beteiligt, wie auch sonst bei der Aufstellung von Bebauungsplänen.

Zentralklinik Borwede: Bürger kritisieren Standort - „bestes Ackerland“ wird durch Bau versiegelt

Die Borwederin Anja zum Hingst betonte als Zuhörerin in der Sitzung unter anderem: „Dieser Plan findet statt auf Kosten der Menschen, der Natur und der Landwirtschaft in Borwede und der Region“. Es gebe einerseits die Sorgen und Bedenken der Menschen, die in direkter Nähe des geplanten neuen Klinikstandortes leben und andererseits das qualitativ beste Ackerland. Und gerade dort, mitten auf der grünen Wiese, solle nun ein Baugrundstück geschaffen werden, das ohne weitere vorhandene Infrastruktur bestes Ackerland für immer versiegeln werde. Anja zum Hingst gegenüber dieser Zeitung: „Die Landwirte hier suchen solche Ackerflächen und bewirtschaften sie seit langer Zeit, und sie müssen nun von der Twistringer Politik vernehmen, dass ihre Interessen hier offensichtlich kein Gewicht haben.“ Dass Twistringen sich traue, die Landwirtschaft sowie den Umwelt- und Naturschutz in diesen Zeiten so weit nach hinten zu stellen, sei erstaunlich, enttäuschend und riskant.

„Das neue Zentralklinikum sichert die Zukunft unserer Stadt. Keine Frage. Wohl kaum jemand hier zweifelt das an. Aber muss diese Klinik unbedingt im Dorf Borwede entstehen?“, fragt die Bewohnerin. Ihrer Meinung nach gebe es eine hervorragende Alternative: den Standort in Mörsen. Es gibt bereits schon eine Unterschriftensammlung gegen den Bau in Borwede.

Von Theo Wilke

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