Viehvermarktung setzt 130 Millionen Euro um

Raiffeisen: Die Zeichen stehen auf Verschmelzung

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Geehrt: Inge Wilke (l.) für 40 Jahre und Margarete Thielhelm für 25 Jahre, im Bild mit (v.l.) Stefan Meyer, Patrick Wilkens und Heinrich Meyer-Hanschen.

Twistringen/Harpstedt/Barnstorf - Von Theo Wilke. Nach der Fusion mit Harpstedt stehen die Zeichen jetzt auf weitere Verschmelzung. Dazu passte das augenfällige Transparent am Donnerstag im voll besetzten Saal des Hotels Zur Börse in Twistringen: „Im Verbund für eine moderne Viehvermarktung 2.0“. Die Raiffeisen-Viehvermarktung Harpstedt-Barnstorf-Twistringen (RVV) strebt eine noch intensivere Zusammenarbeit mit der Raiffeisen-Viehzentrale (RVZ) Ganderkesee-Bad-Zwischenahn an. Das Ziel: Kosten sparen und weitere Synergieeffekte nutzen.

Aufsichtsratsvorsitzender Heinrich Meyer-Hanschen sprach bei der Generalversammlung für zwei „starke Partner. Sie würden sich sehr gut ergänzen“. Aus der Versammlung gab es keine Bedenken. Vorstand und Aufsichtsrat der RVV dürfen weitere Gespräche mit dem Partner aus Ganderkesee führen – in Richtung „Verschmelung“.

Für die rund 200 anwesenden Mitglieder aus Harpstedt, Barnstorf und Twistringen, Geschäftspartner sowie Vertreter aus Politik, Wirtschaft und landwirtschaftlichen Verbänden stellt sich die Ausgangslage gut dar: Die RVV hat 2016 mit einem Umsatz von 130 Millionen Euro und knapp 1,15 Millionen Tieren sowie einer Mengensteigerung von rund zehn Prozent abgeschlossen. Insbesondere beim Großvieh sorgte ein Zuwachs von fast 50 Prozent für eine positive Entwicklung der Genossenschaft. Die RVV verfügt über 2,7 Millionen Euro Eigenkapital, hat 9,6 Millionen als Bilanzsumme erwirtschaftet.

Geschäft sehr „schweinelastig“

Geschäftsführender Vorstand Patrick Wilkens berichtete, im vergangenen Jahr seien 573.354 Ferkel, 557.474 Mastschweine und 15.861 Rinder gehandelt worden. Das Geschäft sei sehr „schweinelastig“, dabei erfreulich der Anstieg beim Großvieh. Der Rindfleischmarkt sei relativ stabil. Die RVV werde sich stärker diesem Bereich zuwenden. Wilkens sprach von einem soliden Fundament und betonte unter anderem: Die Märkte veränderten sich, die gesellschaftlichen Anforderungen auch. Umso wichtiger seien stabile, ertragreiche und nachhaltige Vermarktungswege.

Unvermindert stark und sogar international nachgefragt wird laut Geschäftsführer das Twistringer Verbundsystem – Vermarktung von Ferkeln, Schweinen und Rindern mit Konzept und regionsübergreifenden Netzwerken. Selbst aus der Mongolei habe sich eine Delegation bei der RVV in Twistringen informiert. In der Mongolei, so Wilkens, gebe es das Dilemma, dass zum Beispiel zu viele Jaks erzeugt würden, aber entsprechende Schlachthöfe fehlten.

Wilkens sprach noch ein wichtiges Thema an: Die Viehvermarktung würde seit 2013 stetig weniger Tiere mit Lastern transportieren. Und doch habe man 212.000 Euro in einen Lkw investiert. Verkannt werde oft, dass die gesamten Wartezeiten am Schlachthof im Durchschnitt täglich 17 Stunden betragen und Fahrer binden würden. Zuviel, so der Geschäftsführer. Deshalb habe man sich mit der Viehzentrale in Ganderkesee zusammengetan.

Transporte werden gebündelt

RVZ-Geschäftsführer Josef Wigger arbeitet mit Patrick Wilkens daran, dass die Kosten nicht explodieren. Sie bündeln ihre Transporte zu den Schlachthöfen. Das gelingt, weil sich die Einzugsgebiete zwischen Jadebusen und Osnabrück häufiger überschneiden.

Vom Genossenschaftsverband in Hannover gab es keine Bedenken gegen den Geschäftsabschluss der RVV. Die Versammlung stimmte für den Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat: Der Überschuss in Höhe von rund 268.000 Euro wird verteilt auf die gesetzliche Rücklage (140.000 Euro), sonstige Rücklagen (119.000) und knapp 9400 Euro werden als Dividende ausgezahlt.

Zu den Wahlen: In ihren Ämtern bestätigt wurden die Vorstände Thomas Hacke aus Horstedt und Friedrich Rethwisch aus Düste (Eydelstedt) sowie vom Aufsichtsrat Heinrich Dittmer-Hohnholz aus Dünsen und Heinrich Meyer-Hanschen aus Altenmarhorst.

Vorstandsvorsitzender Stefan Meyer ehrte Inge Wilke aus Eydelstedt für ihre 40-jährige Betriebszugehörigkeit und Margarete Thielhelm aus Ganderkesee, die der Genossenschaft seit 25 Jahren rechtlich zur Seite steht.

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