Naturschützer starten Volksbegehren für Artenvielfalt / Unterschriftenaktion

„Wir müssen viele werden“

Faszinierende Symbiose: Blühende Pflanzen und Insekten bilden eine perfekte Lebensgemeinschaft. Foto: Anke Seidel

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Es ist mehr als nur ein flammender Appell zum Schutz der Artenvielfalt: Mit einem Volksbegehren wollen Naturfreunde in ganz Niedersachsen erreichen, dass auf gesetzlicher Grundlage mehr Hecken und Blühflächen, Grasstreifen am Wegrand sowie Feldgehölze und andere wertvolle Biotope entstehen. Für dieses und andere Ziele mehr haben im Landkreis Diepholz bisher neun Organisationen ihre Kräfte gebündelt. Die Koordination übernimmt eine Aktionsgruppe mit Jörg Böttcher, Sünje Siercks und Sylvia Holste-Hagen.

„Wir müssen mehr werden“, sagt Sylvia Holste-Hagen – und hofft, dass sich weitere Organisationen und viele Bürger im Landkreis der Aktion anschließen. Landesweit seien mittlerweile mehr als 115 dabei: „Darunter viele Umwelt- und Naturschutzverbände, Vereine, Parteien sowie weitere Organisationen.“ Federführend seien der Naturschutzbund Nabu, der deutsche Imkerbund sowie Bündnis 90/Die Grünen. „Im Landkreis Diepholz sind unter anderem ,Energie in Bürgerhand’ , der Imkerverein Diepholz, der Verein niedersächsischer Bildungsinitiativen, das Klima-Aktionsbündnis, der BUND, Naturschutzbeauftragte des Landkreises sowie Nabu und Bündnis 90/Die Grünen und Attac dabei“, zählt Sylvia Holste-Hagen auf – und ist überzeugt: Zum gesetzlich verankerten Schutz der Artenvielfalt gibt es keine Alternative. Genau das wollen die Mitwirkenden der Initiative „Volksbegehren Artenvielfalt“ erreichen. Doch die Hürden sind hoch: „Für den ersten Schritt bis zur offiziellen Anmeldung des Volksbegehrens sind 25 000 Unterschriften in sechs Monaten erforderlich“, erläutert die Initiative auf ihrer Internetseite. Diese Unterschriften sollen zunächst – angepasst an die coronabedingten Kontaktbeschränkungen – überwiegend im häuslichen Umfeld gesammelt werden.

Jörg Böttcher, Sünje Siercks und Sylvia Holste-Hagen starten diese Sammelaktion für den Landkreis Diepholz – und hoffen, weitere Mitstreiter zu finden. Bei ihnen erhalten Interessierte auch die speziellen Unterschriftenbögen mit umfangreichen Erläuterungen zur Aktion („das sind insgesamt sechs Seiten“).

Der Ablauf ist strikt geregelt: Die Listen mit den Unterschriften sind in den Rathäusern der Städte, Gemeinden und Samtgemeinden abzugeben und würden, so erläutert Sylvia Holste-Hagen, nach Wahlbezirken geordnet: „Das ist wie bei einer Landtagswahl.“

Sie hofft, im Landkreis Diepholz möglichst viele Bürger für die Aktion gewinnen zu können – genauso Geschäfte, Friseurbetriebe oder andere Institutionen: „Sie könnten solche Listen auslegen.“ Mit einem Hinweis im Schaufenster würden viele Menschen auf die Initiative aufmerksam gemacht.

Das sei umso wichtiger, als dringend Handlungsbedarf bestehe: „Bis zu einer Million Arten sind vom Aussterben bedroht“, mahnt Sylvia Holste-Hagen. Deshalb reichten freiwillige Vereinbarungen zwischen Landesregierung und Landvolk beim Naturschutz nicht aus, sind die Mitwirkenden der Initiative „Volksbegehren Artenvielfalt“ überzeugt.

Kontakt

Vereine, Verbände und Bürger aus dem Landkreis Diepholz, die sich an der Initiative „Volksbegehren Artenvielfalt“ beteiligen möchten, erhalten Infos per E-Mail: diepholz@artenvielfalt-niedersachsen.jetzt oder im Internet:

www.artenvielfalt-niedersachsen.jetzt

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