Raumnot bekämpfen

Twistringer Grundschule: Neubau oder Modernisierung?

In der Twistringer Grundschule am Markt (oben im Bild) herrscht Raumnot. Rat und Verwaltung treibt die Frage um: Standortsicherung mit gleichzeitigem Ausbau in Scharrendorf oder ein Neubau, möglicherweise neben dem Gymnasium? - Foto: Peter Merk

Twistringen - Von Theo Wilke. Die Kostenschätzungen reichen von 8 bis 15,2 Millionen Euro, um die Raumnot im Bereich der Twistringer Grundschule am Markt zu beseitigen. Dem Bildungsausschuss des Rates lagen am Dienstagabend drei Varianten vor. Eine von Bürgermeister Martin Schlake gewünschte klare Richtungsentscheidung gab es nicht. Laut Ausschuss sollen zwei Varianten weiter verfolgt werden: den Standort am Markt und Außenstelle Scharrendorf gleichwertig modernisieren – oder neue Schule auf der grünen Wiese in zwei Bauabschnitten.

Dabei müssen die Altbaubestände in die weitere Planung einbezogen werden. Die alte Turnhalle an der Hohen Straße ist kein Thema mehr. Die Sanierung dürfte mehr als eine Million Euro kosten. Stattdessen soll eine neue Ein-Feld- oder Zwei-Feld-Turnhalle berücksichtigt werden.

Drei Szenarien hatte Planer Tammo Klein zunächst vorgestellt:

Variante 1: Dreizügigkeit am Markt, Ankauf einer Nachbarimmobilie sowie Anmietung eines Teilhauses, Abriss der Mehrzweckhalle und Neubau, Abstellfläche für Fahrräder und Autos außerhalb des Schulgeländes. Außenstelle Scharrendorf bleibt unverändert. Kostenschätzung: acht Millionen Euro.

Variante 2: Zwei kleine Standorte mit gleichwertig moderner Raumausstattung, jeweils zweizügig, Neubau in Scharrendorf, nur dort Erweiterungsmöglichkeiten. Dürfte 12,5 Millionen kosten.

Variante 3: Neubau einer Grundschule mit Sporthalle für geschätzte 15,2 Millionen Euro (11,5 Mio. nur für die Schule), vielleicht im Umfeld des Gymnasium; Aufgabe der Standorte am Markt und Scharrendorf.

Unter dem Vorsitz von Elke Horstmann (CDU) tagte der Bildungsausschuss mehr als drei Stunden und tat sich bis zum Schluss schwer mit seiner Empfehlung für den Verwaltungsausschuss heute Abend. Am 27. Oktober soll noch der bisherige Rat die Weichen stellen.

Der Fachausschuss wollte die Thematik nicht vertagen – zunächst beantragt von Udo Helms (FWG), der aber schnell davon abrückte. Die Verwaltung soll nun mit Architekt Tammo Klein weiter an den Varianten 2 und 3 arbeiten.

Wenn an beiden Standorten jeweils zweizügig (mit Mensa) gefahren würde, sieht der Planer die Anmietung einer Teilimmobilie am Markt vor. Dort würden dann weniger Schüler unterrichtet. Die Räume für den Schulkindergarten an der Bahnhofstraße wären dann nicht mehr nötig. Die Mehrzweckhalle bleibt stehen. In Scharrendorf würde eine Zusatzfläche angekauft und ein zweigeschossiges Schulgebäude errichtet. Dort könnte auch eine neue Turnhalle gebaut werden.

Bildungsausschuss tut sich schwer damit

Bürgermeister Schlake drängte aufgrund der unhaltbaren schulischen Situation: „Wir brauchen jetzt eine Entscheidung.“ Nach den neuesten Schülerzahlen wird die Grundschule laut Fachbereichsleiterin Anke Raven auch in den kommenden Jahren vierzügig fahren. Schulleiterin Marita Schröder-Geisler wies wiederholt auf die wachsenden Probleme im Schulbetrieb hin.

SPD-Sprecher Friedrich Nordmann machte deutlich, dass sich seine Partei schon vor der Kommunalwahl für einen Neubau ausgesprochen habe und auch jetzt dafür sei. Denn für eine Lösung am Markt und in Scharrendorf würden die geschätzten 12,5 Millionen Euro sowieso nicht ausreichen. Dann sollte man doch gleich neu bauen.

Udo Helms (FWG) sprach sich auch gegen eine aufwändige Lösung an den bisherigen Standorten aus, tendierte wie andere Ausschussmitglieder zu einem Neubau in mehreren Schritten. Danach befragt, hielt Planer Klein es für möglich, zunächst zweizügig zu bauen. Dagegen plädierte Hubert Diephaus-Borchers (CDU) eher für die kleinere, überschaubare und „bessere Schule“. Dem entgegenete der Planer: Große Schulen würden heute auch schon kleinere und lernfördernde Einheiten (Cluster) bieten.

Die Bündnisgrünen, so Heinfried Dießelberg, könnten nicht sofort entscheiden, sie bräuchten noch Bedenkzeit. Daraufhin stellte Udo Helms den Antrag auf Vertagung. Das rief den Bürgermeister auf den Plan: Die Verwaltung benötige einen Planungsauftrag. Und: „Twistringen hat schon zu oft in der Vergangenheit gesagt: Wir haben kein Geld. Aber wir müssen jetzt Geld in die Hand nehmen.“ Was letztlich finanzierbar ist, darüber wird es laut Schlake erst im ersten Halbjahr 2017 Klarheit geben.

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