Pressesprecher im Interview

Zugausfälle zwischen Bremen und Twistringen: Personalmangel ärgert Fahrgäste

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Zwei Züge der NWB stehen am Syker Bahnhof.

Twistringen - Anfang Juni traf es Zugreisende auf der Strecke Bremen-Twistringen hart. Die Nordwestbahn meldete kurzfristig einige Zugausfälle. Doch fallen wirklich ständig Züge aus, wie man nach solchen Wochenenden oft denken mag? Wir haben die Fahrpläne analysiert und mit Nordwestbahn-Pressesprecher Steffen Högemann gesprochen.

Herr Högemann, warum treten Zugausfälle so kurzfristig auf?

Momentan haben wir einen Unterbestand an Triebfahrzeugführern. Uns fehlen 17 Prozent. Das bedeutet, dass wir, insbesondere am Wochenende, offene Schichten haben. Die Schichten versuchen wir zu vergeben. Das beruht auf Freiwilligkeit. Wir fragen die Kollegen, ob sie uns und den Kunden aushelfen. Aber nicht in jedem Fall geht das. Da geht es beispielsweise um Ruhezeiten. Aus Gründen der Arbeitssicherheit können verschiedene Kollegen also gar keine Schichten übernehmen.

Erachten Sie Ihre Informationspolitik als ausreichend und schnell genug?

Die Informationen, die wir haben, mit denen gehen wir so schnell wie möglich an die Öffentlichkeit. Wir haben ein automatisiertes System. Sobald wir wissen, wann ein Zug ausfällt, weiß es auch der Kunde. Ich kann natürlich nachvollziehen, dass man die Informationen gerne früher hätte. Dafür müssten die Informationen in Stein gemeißelt sein, aber wir bemühen uns ja die gesamte Woche, noch mehr möglich zu machen. Würden wir die Informationen frühzeitig in Stein meißeln, bedeutet das, dass wir für die Fahrgäste nicht das optimale Ergebnis erreichen.

Diese Grafik zeigt alle Ausfälle der NWB von Bremen nach Twistringen (rot), die planmäßig gefahrenen Züge (grün) und Züge, die laut Plan nicht gefahren sind (grau).

Über einen Zwei-Wochen-Zeitraum sind auf der Linie RS 2 89 Prozent der Züge gefahren. Stellt das die Nordwestbahn zufrieden?

Das ist nicht der Wert, den wir uns wünschen. Grundsätzlich gilt, dass wir alle unsere Fahrten anbieten wollen. Aber durch Infrastruktureinschränkungen und Fahrzeugstörungen gibt es Auswirkungen von außen, die verhindern, dass auf irgendeiner Strecke über einen Zeitraum von einem Monat oder einem Jahr 100 Prozent abgedeckt werden. Was uns vielmehr stört, ist, dass wir aufgrund des Unterbestands an Fahrzeugführern nicht dahin kommen, zu sagen: „Wir sind von äußeren Umständen abhängig. Wir haben aber alles gemacht, um jede Fahrt abzudecken.“

Diese Grafik zeigt alle Ausfälle der NWB von Twistringen nach Bremen (rot), die planmäßig gefahrenen Züge (grün) und Züge, die laut Plan nicht gefahren sind (grau).

Welche Optionen haben Sie, um angesichts des Personalmangels Ihr Angebot sicherzustellen?

Wir werden den Takt der RS 1 (Bremen Hbf nach Farge) ab dem 10. August ausdünnen, um das auszugleichen.

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