Doppel-Aktion im Twistringer Pfarrzentrum zum Welt-Lach-Tag am kommenden Sonntag

Welt-Uraufführung und Glückshormone

Die Kinder fiebern dem ersten öffentlichen Auftritt ihrer im Winter gegründeten Theatergruppe entgegen. - Foto: Sabine Nölker

Twistringen - Von Sabine Nölker. Sonntag ist Welt-Lach-Tag. Daher lädt Judith Habermann für 13.30 Uhr zum Lachyoga ein. Allerdings nicht in den Hochzeitswald, wie ursprünglich geplant, sondern ins Pfarrzentrum. Schließlich soll ja die Welturaufführung des Theaterstücks „Auf eigene Faust für das Lachen“ der Theatergruppe „Auf eigene Faust“ nicht dem schlechten Wetter zum Opfer fallen.

Mia, Tom, Julius und Lilly sind wie ihre 17 Mitstreiter bereits ganz aufgeregt. Auf der ersten „richtigen“ Probe am Dienstagnachmittag geht es turbulent im Studio von Judith Habermann an der Mittelstraße zu. Die Lachyoga-Trainerin versucht mit ruhiger Stimme, die Mädchen und Jungen im Alter von acht bis zwölf Jahren auf ihre Aufgabe vorzubereiten.

Das erste Bühnenbild muss aufgebaut werden. „Die Kinder haben alles, was wir für die Aufführung benötigen, eigenhändig mit einfachen Mitteln und viel persönlichem Einsatz umgesetzt“, sagt Habermann. Große Bäume, eine futuristische Pillenmaschine, Schreibtische und Blumen.

Alle tragen Kostüme. „Dafür haben wir die Kleiderschränke unserer Eltern und Geschwister geplündert“, erklären sie. Denn alles soll ja perfekt sein, wie beim „richtigen“ Theater. Dann werden alle ganz still: Moderatorin Lisa macht ihre Ansage. Noch etwas holprig und aufgeregt, doch die Achtjährige hat auch einen langen Text.

Gleich darauf hat Julius seinen Einsatz. Er ist erst kurzfristig zur Gruppe dazugekommen und spielt den Professor, der wie ein Erzähler durch das Stück führt.

Das Stück selbst ist nach und nach aus den Ideeen der Kinder entstanden. Es geht darin um Bösewichte, um das Lachen und die Zeit, um Anerkennung und Erfolg, um Opfer und um die Kinder.

Die erste Szene gehört Nika, Lotte, Malin, Kiki und Lilly. Sie sind die Bösewichte, die den Menschen das Lachen stehlen wollen, damit die Welt so wird, wie sie sie sich wünschen: Grau, trostlos und ohne Freude. Die Rollen sitzen, für die Mimik, Gestik und Stimmlage gibt es von Judith Habermann noch einige Tipps.

Das Stück dürfte am Ende wohl 45 Minuten lang sein. So genau ist das noch nicht raus. „Bei jeder Probe kommt noch etwas hinzu“, sagt Judith Habermann. Der Eintritt ist frei.

„Wir freuen uns auf die große Bühne im Pfarrzentrum.“ Sie und die Kinder hoffen auf ganz viele Gäste. Denn es ist die allererste öffentliche Aufführung seit Gründung der Gruppe im Winter.

Zuvor lädt Judith Habermann aber zum gemeinsamen Lach-Yoga auf die Wiese hinter dem Pfarrzentrum ein. Denn um 13.30 Uhr werden Menschen auf der ganzen Welt ein Zeichen setzen. „Der Welt-Lach-Tag ist frei von Politik und Religion. Sein einziges Ziel ist der Frieden“, so die Habermann. Und außerdem: Lachen ist gesund. „Körper, Geist und Seele kommen in Bewegung, das Lachen schüttet Glückshormone aus, trainiert die Atmungsorgane und viele Muskeln im Körper.“

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