Manfred Rickers gibt Posten ab

Wechsel nach 20 Jahren: Andreas Beuke ist neuer Ortsbürgermeister

Der alte und der neue Marhorster Ortsbürgermeister: Manfred „Manni“ Rickers und Andreas Beuke.
+
Der alte und der neue Marhorster Ortsbürgermeister: Manfred „Manni“ Rickers und Andreas Beuke.

Andreas Beuke ist Marhorsts neuer Ortsbürgermeister. Er löst Manfred Rickers ab. In seiner Freizeit fährt Beuke gerne Mountainbike und musiziert, beruflich hat er mit großen Versicherungsschäden zu tun.

Marhorst – 25 Jahre lang war Manfred „Manni“ Rickers im Marhorster Ortsrat, 20 davon als Ortsbürgermeister. Jetzt hat er sein Amt in die Hände von Andreas Beuke gegeben. Ein bisschen was gibt es bei so einem Wechsel sicherlich zu bereden. „Scholz hat es da, glaube ich, aber schwerer mit Merkel. Die haben da mehr abzustimmen“, sagt Beuke und schmunzelt.

Seit rund drei Wochen ist der 49-Jährige im Ortsrat. Seine erste Sitzung als Teil der Gruppe war zugleich jene, in der er einstimmig zu Rickers’ Nachfolger gewählt wurde.

Bekannt ist Beukes Gesicht im Marhorst allemal. Fast sein ganzes Leben hat er im Ort verbracht, bis auf zwei Zwischenstationen: In Osnabrück studierte er Agrarökonomie und in Hannover war er Trainee. Seit 1998 arbeitet er bei einer Versicherung. Wenn es um die großen Schäden geht, kommt er als sogenannter Großschadenregulierer ins Spiel. Der Job verbindet vieles, was sicherlich auch bei der Arbeit als Ortsbürgermeister nicht schadet. „Interessen abholen, moderieren, um die Ecke denken ...“, zählt Beuke auf. All das mache er gerne – „neben anpacken und Holz hacken!“

Außerdem düst Marhorsts neuer Ortsbürgermeister gerne mit dem Mountainbike durch die Gegend. „Es gibt hier viele sehr schöne Strecken, zum Beispiel durch die Marhorster Dehmse“, findet er. Sein zweites großes Hobby ist die Musik. Beuke spielt Waldhorn, war jahrelang Geschäftsführer des Twistringer Blasorchesters. „Und sonst ist er auch überall dabei“, sagt Ortsbürgermeister-Vorgänger Manfred Rickers anerkennend über ihn.

So ist Andreas Beuke zum Beispiel seit rund 15 Jahren im Kirchenvorstand St. Anna. Über einen Posten als Elternvertreter im Kindergarten war er da reingerutscht. Aktuell sitzt Beuke dem Sozialausschuss des Kirchenvorstands vor. Das Gremium beschäftigt sich in erster Linie mit den Kindergärten und der St. Anna Altenhilfe.

Nicht zuletzt durch die Arbeit in der Kirchengemeinde wisse er, wie wichtig es ist, über den Tellerrand zu schauen, zusammenzuarbeiten und mit vorhandenen Mitteln schlau zu planen, erzählt der Marhorster.

Er hat drei Kinder. Zwei davon studieren, das dritte ist nun 18 Jahre alt. „Jetzt tritt etwas mehr Ruhe ein“, sagt er. Deshalb habe er zugesagt, als man ihn gefragt habe, ob das mit dem Ortsbürgermeister nicht was für ihn wäre. Um sich auf die neue Rolle zu fokussieren, will er in etwa einem Jahr sein Ehrenamt im Kirchenvorstand abgeben.

Schon bei seiner Wahl im Ortsrat betonte er, dass er nicht den Alleinunterhalter spielen will. „Ich bin Teamplayer, ich bin meinetwegen Mannschaftskapitän. Aber rennen müssen wir alle.“

Welche Themen werden Marhorst in Zukunft beschäftigen? Diesbezüglich kommt Beuke unter anderem auf den Wunsch nach einem Dorfgemeinschaftshaus zu sprechen. „Wir müssen einen Versammlungsort finden für die Dorfmitte.“

Er spricht zudem die Baumöglichkeiten in Marhorst an. Wie berichtet, möchte die Sparkasse ein weiteres Wohngebiet an der Marienstraße realisieren, nördlich der Häuser an der Straße Am Kirchpark. An sich fände der Ortsrat neue Bauplätze gut. Bei der angedachten Fläche sehen die Mitglieder allerdings aufgrund landwirtschaftlicher Emissionen erhebliches Konfliktpotenzial.

„Was uns noch umtreibt: Wir haben unsere 750-Jahr-Feier überhaupt nicht gefeiert“, führt Beuke mit Blick auf die Coronasituation aus. „Und viele Aufgaben werden sich noch ergeben.“

Unterm Strich sei es wichtig, „das gute Miteinander zu erhalten.“ Das zeichne Marhorst aus. Damit das so bleibt, sei es wichtig, auch Zugezogene abzuholen.

Die Dorfgemeinschaft ist ein Punkt, den auch Manfred Rickers immer wieder hervorhebt. „Was ich an Marhorst die ganze Zeit über toll fand: Wenn irgendwelche Aktionen sind, muss man nicht lange herumbetteln. Da wird angepackt.“ Komplett herausziehen will er sich auf keinen Fall, jetzt, wo er nicht mehr Ortsbürgermeister ist. „Ich will mich weiter engagieren“, sagt er, und erwähnt in dem Zusammenhang zum Beispiel den Kirchpark.

Als Manfred Rickers Ortsbürgermeister wurde, war er 43. „Mein erstes Kind war Marie am See. Das war die erste Aktion, da bin ich so reingerutscht“, erinnert er sich. Das Projekt sei damals im Zuge der Dorferneuerung realisiert worden, wie dann zum Beispiel auch die Verkehrsberuhigung im Ort.

Ein besonderes Jahr war für Rickers 2003: Damals hat er den Verein „Unser Marhorst“ ins Leben gerufen. Denkt er an seine Zeit als Ortsbürgermeister, kommen ihm auch die Flurbereinigung und die Realisierung von Baugebieten in den Sinn. „Ich habe das immer gerne gemacht, aber irgendwann kommt der Punkt, an den man sagen muss: Jetzt ist Schluss.“

Von Katharina Schmidt

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Millionenprojekt nimmt Formen an

Millionenprojekt nimmt Formen an

Millionenprojekt nimmt Formen an
Diepholz: Kreuzung ist nun Kreisel

Diepholz: Kreuzung ist nun Kreisel

Diepholz: Kreuzung ist nun Kreisel
Unterkünfte werden noch benötigt

Unterkünfte werden noch benötigt

Unterkünfte werden noch benötigt
Fünf Standorte in Syke kommen laut Planungsbüro für Windkraftanlagen in Frage

Fünf Standorte in Syke kommen laut Planungsbüro für Windkraftanlagen in Frage

Fünf Standorte in Syke kommen laut Planungsbüro für Windkraftanlagen in Frage

Kommentare