„Ohne Angst verschieden sein“ gestartet

Ausstellung im Rathaus: Mit Vorurteilen zu kämpfen

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Die Veranstalter vor den eindrucksvollen Schaubildern (v.l.): Hartmut Lüllmann, Birgit Klingbeil, Ursula Tebelmann, Bernhard Landwehr und Sabine Strack. 

Twistringen- Von Sabine Nölker. „Ohne Angst verschieden sein“, lautet der Name einer Ausstellung im Rathaus, die für 14 Tage im Erdgeschoss sowie im ersten Obergeschoss zu finden ist. Ursula Tebelmann, zweite Kreisvorsitzende des SoVD, eröffnete diese am Montagnachmittag im Beisein der Ersten Stadträtin Birgit Klingbeil sowie des Ortsverbandsvorsitzenden Bernhard Landwehr mit den Worten: „Ich wünsche den Besuchern interessante Eindrücke und geschichtliche Erkenntnisse, die in eine bessere Zukunft hineinwirken.“

Auf insgesamt 25 Stellwänden wird das Leben von Menschen mit Behinderungen und der Umgang der Gesellschaft mit ihnen, insbesondere die Verfolgung und Ausgrenzung Behinderter vom Mittelalter bis in die Gegenwart dargestellt.

Gemeinsam mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Niedersachsen entstand die Idee hierzu. Bereits vor zehn Jahren trat die UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland in Kraft, deren Umsetzungsprozess laut Tebelmann bisher allerdings eher schleppend verläuft. Sie sagt: „Wir hoffen sehr, dass die Landesregierung die Schaffung eines inklusiven Niedersachsens als eine ihrer vordringlichen Aufgabe erkennt.“ Das Leitbild der Konvention, die vollständige Einbeziehung der Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft sowie die Individualität und Vielfalt der Menschen müsse anerkannt und wertgeschätzt werden. 

„Es geht um umfassende Teilnahme“

Nach Tebelmann bedeutet Inklusion mehr als nur inklusive Bildung und eine Schule für alle. „Es geht um eine umfassende Teilnahme von Menschen mit Behinderung in allen Bereichen des täglichen Lebens.“ Inklusion müsse als eine gesamtgesellschaftliche und ressortübergreifende Aufgabe verstanden werden, damit sie gelingen kann. Tebelmanns Appell geht an alle gesellschaftlichen Gruppen, von den Betroffenen über die Verbände bis hin zu allen Ressorts aus Politik und Verwaltung.

Die Ausstellung mache aber auch deutlich, gegen welche Vorurteile Betroffene auch heute noch zu kämpfen haben und wo deren Wurzeln liegen, so Tebelmann abschließend. „Es ist beschämend, dass wir dieses Thema öffentlich machen müssen, da es eigentlich selbstverständlich sein müsste, dass alle Menschen die gleichen Rechte haben“, meinte Birgit Klingbeil. Landwehr dankte der stellvertretenden Kreisvorsitzenden, dass Twistringen der erste Ausstellungsort dieser Wanderausstellung sei und hofft, „dass ganz viele die Chance nutzen und sich informieren werden“.

Partner bei der Ausarbeitung war das Niedersächsische Institut für Historische Regionalforschung.

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