Schulweg, Schwimmunterricht und ungeliebtes Bauwerk

Von Elterntaxis und einer „Elefanten“-Mauer

Neue Markierungen kennzeichnen die Busspur vor der Grundschule Scharrendorf.
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Neue Markierungen kennzeichnen die Busspur vor der Grundschule Scharrendorf.

Manche Eltern würden ihre Kinder morgens scheinbar am liebsten bis ins Klassenzimmer kutschieren, selbst wenn der Schulweg für andere dadurch gefährlicher wird. Mit diesem Problem befasste sich der Twistringer Ausschuss für Bildung, Erziehung, Senioren und Soziales am Donnerstag.

Das Gremium tagte im Gymnasium. Bei der Sitzung ging es auch um Nichtschwimmer und eine neue, ungeliebte Mauer.

Hol- und Bringzone

Elterntaxis, Schulbus und die Schüler mittendrin: Vor der Grundschule in Scharrendorf kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Die Grünen hatten beantragt, zu prüfen, ob eine Hol- und Bringzone die Lage entzerren könnte. Das Prinzip einer solchen Zone: Eltern parken etwas weiter weg und Kinder laufen das letzte Stückchen.

Die Stadtverwaltung regte daraufhin an, das Ganze auf breitere Füße zu stellen. Ihr Vorschlag lautete, einen Verkehrsplaner mit einem Gesamtkonzept zu beauftragen. Für alle Grundschulen im Stadtgebiet.

Der Ausschuss will eine schnellere Lösung. Er empfiehlt daher folgendes: Ein Fachgremium – mit Eltern, Schülern, Polizei, Schulvertretern, Verkehrswacht und Busunternehmen – soll prüfen, wie sich die Lage in Scharrendorf kurzfristig verbessern lässt. Ein bisschen was hat sich dort in letzter Zeit übrigens schon getan. Neu sind eine Halteverbotszone und Straßenmarkierungen, die verdeutlichen, wo der Bus hält.

Die Grundschule Heiligenloh ist das Problem mit den Elterntaxis vor etwa zwei Jahren mit einem Belohnungssystem für die Kinder angegangen. Das berichtete Schulleiterin Elke Meyer. Die Kinder seien richtig heiß drauf gewesen, die letzten Meter zu Fuß zurückzulegen und so Punkte zu sammeln. Buskinder konnten den Weg zur Haltestelle geltend machen. „In der Coronazeit ist das wieder ein bisschen eingeschlafen“, erzählte Meyer.

Kontrollen durch Polizisten in Zivil regte ein Vater an, der seine Kinder regelmäßig zur Grundschule Am Markt fährt. „Es sind eigentlich immer die gleichen vier, fünf Autos, die entweder beim Busparkplatz stehen oder zwanzig Meter weiter zwischen den beiden Zebrastreifen. Oder noch ungünstiger: in der Kurve.“

Schwimmunterricht

Viele Grundschüler können nicht schwimmen. Das führt zu Problemen im Schulschwimmem. Der Ausschuss steht geschlossen hinter der Idee der Verwaltung, dass Schwimmmeister des Twistringer Schwimmparks den Unterricht während ihrer Arbeitszeit unterstützen.

„Ich bin grundsätzlich sehr dafür“, meinte auch Marita Schröder-Geisler, Leiterin der Grundschule Am Markt. Man dürfe sich aber nicht zu viel erhoffen. „Es gibt Kinder, die waren noch nie im Wasser. Bei denen geht es mit der Wassergewöhnung los.“ Das dauere. In vielen Fällen würden Schulschwimmstunden über den Sommer nicht ausreichen – zumal schlechtes Wetter die Zeit verkürzen könnte. Unterm Strich waren sich aber alle einig: Jede Förderung ist besser als keine.

Die Diskussion geht zurück auf einem CDU-Antrag auf Gutscheine für kostenlose Schwimmkurse. Wobei Horst Küpker (FWG) und Hermann Niederwestberg (Grüne) daran erinnerten, dass die Grünen das Thema schon zuvor im Rahmen der Diskussion um die Sportförderrichtlinie aufs Tapet gebracht hatten.

Mauer Am Markt

Eine neue Mauer trennt die Grundschule Am Markt von der Straße. Im Vergleich zur vorherigen kommt sie klobiger daher. Niederwestberg hat eine klare Meinung dazu: „Ich finde sie einfach grottenschlecht, und wenn ich das zu entscheiden hätte, müsste diese Mauer wieder abgerissen und in anderer Form wieder errichtet werden.“ Sie passe überhaupt nicht ins Stadtbild, und die Optik des Steins finde sich nirgends an den Schulgebäuden wieder. „Fragen von Leuten, die mich darauf angesprochen haben, gingen in die Richtung: Wer hat sich das ausgedacht? Sollen da Elefanten angebunden werden?“

Sollen da Elefanten angebunden werden? Das haben sich Twistringer gefragt. Viele mögen die neue Mauer an der Grundschule Am Markt nicht.

Geschmack liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Mit seiner Meinung stand Niederwestberg aber nicht alleine dar. „Stilistisch ist das eine Katastrophe“, pflichtete Seniorenvertreterin Hedwig Harms ihm bei. Markus Thiede (FDP) sieht das ähnlich: „Ich würde auch den Abriss favorisieren.“

Laut Schulleiterin Schröder-Geisler musste die Mauer aus bautechnischen Gründen erneuert werden, auch weil die Zufahrt geändert wurde. „Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass nur der Stein ausgetauscht und in gleicher Art ersetzt wird“, schilderte sie. „Dann wurde mir erklärt: Das geht nicht, man muss andere Steine nehmen.“

Von Katharina Schmidt

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