Mitbringsel von der Bundeswehr bringt Ärger

Verstoß gegen Waffenkontrollgesetz

Twistringen - Von Dieter Niederheide. Eine Patrone Leichtspurmunition (FNM), ein Mitbringsel aus seiner Bundeswehrzeit, hat einem Twistringer eine Anklage wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz eingebracht. Ein Schöffengericht in Syke hat ihn zu einer Geldstrafe von 400 Euro verurteilt.

Die Polizei hatte die Leuchtspurmuntion in der Wohnung des Beschuldigten entdeckt. Sie war als Erinnerungsstück in einem Schaukasten platziert. Mit dem Besitz von rund 60 weiteren Patronen unterschiedlichen Kalibers machte sich der 53-jährige Mann zudem schuldig, gegen das Waffengesetz verstoßen zu haben. Er hatte für die Patronen nicht die notwendige Besitzerlaubnis. Bei einer Durchsuchung wurde auch ein Federdruckgewehr älteren Datums sichergestellt.

Nun musste sich der Mann wegen der Verstöße und wegen Fahrens ohne Führerschein vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Syke verantworten. Die Anklage ging davon aus, dass der Mann die Munition über einen längeren Zeitraum bis zum November vorigen Jahres besessen hatte.

In der Beweisaufnahme wurde deutlich, dass es sich nicht um den klassischen Fall eines Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz handelt. Der Verteidiger führte an, dass die anderen rund 60 Patronen Erbstücke von einem Verwandten seien. Die Munition war vom Landeskriminalamt untersucht worden. Dabei wurde festgestellt, dass die FNM-Patrone schon einige Jahre alt, aber noch funktionsfähig sei.

Die Fahrt ohne Führerschein beging der Angeklagte im Januar mit einem Motorrad. Deswegen hatte er sich bereits mehrfach vor Gericht verantworten müssen. Oberstaatsanwalt und Schöffengericht gingen davon aus, dass es sich bei dem Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz um einen minderschweren Fall handele.

Der Oberstaatsanwalt meinte, die Verstöße hätten letztlich nicht die große Brisanz. Er forderte eine Geldstrafe von 560 Euro, dem geringen Einkommen angemessen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 400 Euro Geldstrafe. Die Patronen wurden mit seiner Zustimmung eingezogen.

Der Verteidiger erklärte noch, dass sein Mandant auf keinen Fall als Waffennarr einzustufen sei.

Rubriklistenbild: © dpa

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