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Bernhard Brinkmann verstärkt das Twistringer Stadtarchiv

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Von: Katharina Schmidt

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Bernhard Brinkmann.
Noch einiges zu erzählen hat Bernhard Brinkmann aus Scharrendorf. © Katharina Schmidt

Außnahmsweise mal kein Pädagoge. Bernhard Brinkmann aus Scharrendorf ist der Neue im Team des Twistringer Stadtarchivs. Er kommt aus der Verwaltungslaufbahn und folgt auf Axel Meyer, der sich elf Jahre lang im Archiv engagiert hatte.

Twistringen – Bernhard Brinkmann verstärkt seit Kurzem das Team des Twistringer Stadtarchivs. Schon für seine Arbeit an der Festschrift zum 750-jährigen Bestehen der Ortschaft Scharrendorf war er in die Heimatgeschichte eingetaucht – „das war sozusagen die Eintrittskarte“, kommentiert Archivleiter Friedrich Kratzsch und blickt grinsend zu seinem neuen Kollegen.

Die beiden kennen sich seit den 70ern. Als Rathausmitarbeiter Martin Schütte bei der Suche nach einem neuen Stadtarchivpfleger Brinkmanns Namen ins Gespräch brachte, dachte Kratzsch sofort: „Das passt!“ Für Bernhard Brinkmann passte es auch – ebenso wie für den Stadtrat, der geschlossen für die Ernennung gestimmt hat. Brinkmann folgt auf Axel Meyer, der sich elf Jahre lang im Archiv engagiert hatte.

Am spannendsten findet Bernhard Brinkmann die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. „Weil ich einen Teil davon noch miterlebt habe“, begründet der 68-Jährige. Woher sein Interesse für Geschichte kommt, kann er gar nicht so genau sagen. Es habe sich einfach entwickelt. „Meine Eltern haben über Geschichte kaum mit mir gesprochen. Die Kriegszeiten hat mein Vater ausgeblendet.“ Er habe nicht darüber reden wollen, wie so viele damals. „Als er hörte, dass der Krieg zu Ende ist, ist er an den nächsten Straßenbaum gegangen und hat sein Gewehr kaputt geschlagen.“

Bernhard Brinkmann ist Scharrendorfer durch und durch; er ist dort sogar per Hausgeburt zur Welt gekommen. Mit der Zeit habe er vieles gesehen und gehört. Rückblickend wünscht sich Brinkmann, er hätte so manches davon schon in jüngeren Jahren aufgeschrieben und festgehalten.

Ein prägendes Kapitel in Brinkmanns eigener Geschichte ist das Schulamt. Nach seiner Mittleren Reife 1968 – „Ich bin auch noch in den Genuss der Kurzschuljahre gekommen“, erinnert er sich – schlug er die Verwaltungslaufbahn ein. Damals noch beim Landkreis Grafschaft Hoya, vor der Kreisreform. Von den 49 Jahren bis zu seinem Ruhestand arbeitete er 38 Jahre im Schulamt und kümmerte sich um die Schulträgerschaft.

Ausnahmsweise also mal kein Pädagoge, der in das Team vom Stadtarchiv nachrückt, stellt Brinkmann schmunzelnd fest. „Archivarbeit hat ja aber auch viel mit Verwaltung zu tun“, sagt der neue ehrenamtliche Stadtarchivpfleger.

Seine Schwerpunkte im Archiv sind die Digitalisierung und Pflege einer alten Gewerbekartei und die Pflege der Stichwortsammlung. Außerdem ist er an den Sprechtagen des Archivs vor Ort.

Es ist nicht sein erstes Ehrenamt. Brinkmann gehört seit 2016 dem Scharrendorfer Ortsrat an. Außerdem saß er 32 Jahre lang, bis 2017, dem Scharrendorfer Schützenverein vor. Dort ist er heute noch als Pressewart aktiv, und auch im Spielmannszug bringt er sich ein. Außerdem ist er Mitglied im Heimatverein und singt im Gesangsverein Schmalvörden. Langweile? Fehlanzeige.

Im Hinterkopf schwirrt ihm noch eine besondere Idee im Kopf herum. Eine Fortführung der anlässlich des Jubiläums entstandenen Broschüre „1270 – 2020: von Scermesthorpe zu Scharrendorf und von Stotinchusen zu Stöttinghausen“. Brinkmann: „Es gibt noch einiges, was noch nicht erzählt wurde.“

Infos zum Archiv

Das Twistringer Stadtarchiv wurde 1978 gegründet und befindet sich im Rathaus. Die Sprechzeiten sind immer dienstags von 15 bis 17 Uhr (Außerhalb und in den Sommerferien der Schulen nach Vereinbarung). Bei längerer Anfahrt sollte vorher Kontakt zum Archivleiter Friedrich Kratzsch aufgenommen werden (Telefon 04243 / 1210 oder 04243 / 413180).

Neben Kratzsch und Bernhard Brinkmann gehört noch Ulrich Kathmann zum ehrenamtlichen Team des Archivs. Weitere Informationen und das digitale Archivangebot gibt es im Internet unter www.twistringen.de (Rubrik Leben + Tourismus, unsere Stadt, Stadtarchiv).

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