Tage der offenen Tore

Jubiläum: Landmaschinen Schröder ist seit 50 Jahren in Twistringen zu finden

Betriebsleiter Jens Poppe (l.) mit Vater Klaus.

Twistringen - „Seit 50 Jahren unser Zuhause – Twistringen“ – Damit wirbt Landmaschinen Schröder im Industriegebiet. Ein familiäres Motto, das sich von der Betriebsleitung bis in die verschiedenen Arbeitsbereiche durchzieht.

Seit 1970 gibt es diesen florierenden Betrieb innerhalb der Schröder-Gruppe mit Hauptsitz in Wildeshausen. Am kommenden Wochenende (7. und 8.  März) wird das Jubiläum mit Tagen der offenen Tür (jeweils von 9 bis 18 Uhr) gefeiert, zu denen alle Interessierten herzlich eingeladen sind.

Der Erfolg und die familiäre Prägung der Niederlassung in Twistringen sind in weiten Teilen „Schröder-Urgestein“ Klaus Poppe zu verdanken. Der gelernte Landmaschinenmechaniker aus der Wildeshauser Ortschaft Lüerte hat 60 Jahre lang für Schröder gearbeitet – von 1970 bis 2017 als Betriebsleiter in Twistringen. Sein Nachfolger ist Sohn Jens Poppe, Jahrgang 1965, und heute verantwortlich für 75 Beschäftigte, davon neun Auszubildende. Poppe junior wird im September auf eine 40-jährige Zugehörigkeit zurückblicken können.

Vater Klaus, fast 77, schaut auf ein Foto aus der Anfangszeit in Twistringen. Es zeigt die übernommene Maschinenfabrik Meyer (Dreschmaschinen, Körnergebläse und Miststreuer) an der Vechtaer Straße. Davor ist das erste Schröder-Firmenfahrzeug zu sehen. Daneben steht der junge Klaus Poppe. „Das bin ich?“, fragt er seinen Sohn. Der nickt.

Zugegeben, leicht gefallen sei ihm vor drei Jahren der Abschied als Betriebsleiter nicht, sagt Klaus Poppe. Aber als Rentner ist er auch viel beschäftigt. Langeweile gibt es nicht. In der heimischen Werkstatt in Lüerte schraubt er an Oldie-Traktoren, hat auch zwei alte Autos, beschäftigt sich zudem mit dem eigenen Garten. Und Pferde sind seit Kindheitstagen sein Hobby. Ein Reiter ist Poppe allerdings nicht. Gefühlt an die 70 Jahre habe sein Vater wohl nicht mehr auf einem Pferd gesessen, weiß Sohn Jens.

Kartoffelspezialisten: Gerät für Boden, Saat und Ernte.

Der Vater hat ab 1957 seinen Beruf in Wildeshausen bei Heinrich Schröder gelernt. Später ist Hermann Schröder sein Chef. Zwischen 1960 und 1970 geht Klaus Poppe für Landmaschinen Schröder auf Montage. „Ich habe bis 1970 auch schon Schlepper verkauft und neue Modelle vorgeführt“, erzählt Poppe. Als er gefragt wird, ob er die neue Niederlassung in Twistringen leiten möchte, zögert der Lüerter nicht.

„Wir haben mit vier Leuten angefangen, 1975 waren wir schon zehn. Und dann wurden es immer mehr. In den ersten Jahren war es ganz schwierig, in Twistringen Fuß zu fassen und die Landwirte von uns zu überzeugen“, erinnert sich Poppe. Die Zeit der Dreschmaschinen und Selbstbinder sei vorbei gewesen.

Die ersten Erntemaschinen verkauft Poppe an Heinrich Dahms (Borwede), Bernhard Rickers (Scharrendorf), sowie an Otto und Gerd Meyer (Brümsen). Ein Claas-Mähdrescher kostet damals rund 40 000 DM, ein großer Schlepper zwischen 20 000 und 30 000 Mark. Den ersten Fendt-Traktor für knapp 15 000 DM bekommt Hermann Sander aus Altenmarhorst.

2020: Schröder hat sich zu einem bedeutenden Landtechnik-Fachzentrum entwickelt.

„Der Beruf hat mir Spaß gemacht. Ich habe es nie bereut“, betont Klaus Poppe. Insgesamt 47 Jahre hat er sich in Twistringen engagiert. Sohn Jens eifert ihm nach. Der 54-Jährige hat ebenfalls Landmaschinenmechaniker gelernt, später seinen Meister gemacht und auch noch Groß- und Außenhandelskaufmann gelernt.

„Nach und nach bin ich von der Werkstatt in den Verkauf gekommen“, schildert Jens Poppe. Er sei als Kind schon mit Landmaschinen aufgewachsen, Deshalb seien Oldtimer-Traktoren ebenfalls sein Hobby. „Ich habe als Elfjähriger einen Trecker, Marke Eicher, bekommen – meine Schwester ein Pony“, schmunzelt Poppe.

Aus Platzgründen zieht Landmaschinen Schröder 1977 an die Industriestraße. Zunächst entstehen Werkstatt, Lager und Bürogebäude, 1980, um eine Maschinenhalle erweitert, die im Laufe der Zeit zur Werkstatt ausgebaut wird. 2002 wird ein großes Grundstück in direkter Nachbarschaft an der Gottlieb-Daimler-Straße erworben. Dort baut Schröder drei Jahre später eine 1700 Quadratmeter große Maschinenhalle. 2006 folgt die Erweiterung des Bürogebäudes um einen Anbau mit Ausstellungshalle und Schulungsraum, außerdem wird die Lagerfläche um 30 Prozent vergrößert.

1970 startet Landmaschinen Schröder an der Vechtaer Straße (ehemals Meyer).

„Um den steigenden Anforderungen speziell im Bereich rund um die Kartoffel Rechnung zu tragen, wurde 2014 das Gelände der ehemaligen Eiervermarktung Wiesengold mit einer 2200 Quadratmeter großen Halle übernommen, die zu einer Werkstatt umgebaut wurde und heute die Roder- sowie die Kleingeräteabteilung beheimatet“, so Jens Poppe.

Auf einer Lagerfläche von 900 Quadratmetern hält Landmaschinen Schröder rund 24 000 Artikelposten vor – „um den Kunden gerade in der Erntezeit den bestmöglichen Service garantieren zu können“, sagt der Betriebsleiter.

Heute verfügt das Schröder-Unternehmen über eine Gesamtfläche von rund 27 000 Quadratmetern, davon 8500 überdacht. Neben den Schleppern und Erntemaschinen habe sich die Filiale Twistringen besonders im Bereich der Kartoffeltechnik (mit Partner Grimme) im regionalen und überregionalen Bereich einen Namen gemacht, so Betriebsleiter Poppe. In diesem Geschäftsbereich würden Kunden weit über das normale Stammgebiet hinaus betreut.

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