25 Jahre einzigartige Einrichtung in Twistringen

Von „Urfaust“ zu Strohmuseum

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Hüte aus Stroh nähen: Auch viele Kinder hat das Strohmuseum im vergangenen Vierteljahrhundert begeistert. 

Twistringen - Von Theo Wilke. „Das ist für uns der Urfaust“, erklärt begeistert Heinz Brinkmann und hält eine 24-seitige Schrift im Halbformat vom Kreismuseum Syke hoch. „Unser Stroh in alle Welt“ steht auf dem Deckblatt. Im Mai 1990 gedruckt, war es der Auslöser für die Gründung des Twistringer Museums der Strohverarbeitung vor 25 Jahren. Der Festakt ist für Freitag, 24. November, geplant.

Die Jubiläumsveranstaltung beginnt um 18.30 Uhr im Museum am Kapellenweg. Auf der Gästeliste stehen unter anderem Vize-Bürgermeister Peter Dünzelmann, Volker Meyer für den Landkreis.

Hermann Greve und Dr. Ralf Vogeding vom Syker Kreismuseum werden ihre Erinnerungen an die Ausstellung 1990 im Kreismuseum sowie an die Entstehung des Begleitheftes „Unser Stroh in alle Welt“ erzählen. Neben Greve steuerte damals auch der heutige Stadtarchivleiter Friedrich Kratzsch Texte bei. Peter Bellersen und Heinrich Harms berichten über die Anfangsjahre und den Aufbau des Strohmuseums. Vorsitzender Brinkmann bereitet zurzeit eine Ausstellung vor.

„Am 24. November 1992 wurde die Satzung des Vereins Förderverein Museum der Strohverarbeitung Twistringen unterschrieben. Vor 25 Jahren also hatte das Heft ,Unser Stroh in alle Welt’ klar gemacht, dass Twistringens Geschichte (...) ein Museum rechtfertigt“, so Brinkmann und Vize-Vorsitzender Helmut Beneke in der Einladung. Die Leistung von Museumsmotor und ersten Vorsitzenden Rudolf Kramer könne man nicht genug wertschätzen. Ohne ihn gebe es dieses Museum heute

nicht.

Mehr als 150.000 Besucher

Seit jener Zeit sammelt und präsentiert das Museum die 300-jährige Entwicklung und Leistung der industriellen Strohverarbeitung in Twistringen. Das Augenmerk liegt sowohl auf den technischen Aspekten als auch auf den sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen, die mit diesem Industriezweig verbunden waren.

Mehr als 150 000 Besucher haben sich bisher über Ernte und Vorbereitung des Strohs, Geflechtherstellung und Produkten aus Strohgeflecht sowie Stroh-Flaschenhülsen, Trinkhalm schneiden, Produkte aus Kurzstroh sowie Verarbeitung vom Jahr 1960 bis heute informiert. Inzwischen arbeitet das Museum auch mit multimedialen Angeboten.

Der Förderverein, der 82  Mitglieder zählt, führt das Jahr hindurch viele Gruppen durch die Einrichtung – beispielsweise im September 2017 mehr als 30 Gruppen. Pro Jahr sind es durchschnittlich 5 000 Gäste und rund 200 Gruppen, zumeist aus dem norddeutschen Raum.

Dabei, so Heinz Brinkmann, wüssten selbst Twistringer kaum etwas über das Museum in ihrer Stadt. Die Einrichtung erwirtschafte selbst die nötigen Einnahmen, werde bei fälligen Erneuerungen vom Landschaftsverband Weser Hunte, der Stadt Twistringen und Sponsoren unterstützt.

Früher wurde Twistringens Stroh in alle Welt exportiert, heute finden sich sogar Besucher über die Grenzen Europas hinaus im Museum ein. Jüngst erst ein Ehepaar aus den USA, im Rahmen einer Baltik-Kreuzfahrt auf Deutschlandtour – auf den Spuren deutscher Vorfahren. Oder eine Briefschreiberin aus Berlin, der bei einer Taiwan-Reise dort in einem Strohmuseum eine Libelle geschenkt wurde. Der als Brosche gefertigte Strohschmuck liegt nun als Geschenk der Berlinerin im Museum in Twistringen.

www.strohmuseum.de

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