Uni-Professor Hucker: Nachfolgeanlage der Arkeburg in Goldenstedt

Ritter besetzen Hünenburg

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Historiker Bernd Ulrich Hucker besucht mit Studenten die Hünenburg in Stöttinghausen.

Twistringen - Von Ilka Rickers. Die geschichtlich belegte Hünenburg in Stöttinghausen – heute ein geschütztes Bodendenkmal und begehrtes Ausflugsziel – bot früher als Ringwallanlage den Menschen Schutz vor Überfällen. Historiker Bernd Ulrich Hucker von der Uni Vechta ist jetzt zu einer neuen Erkenntnis gelangt: Ritter von der Goldenstedter Arkeburg lebten einst in der überschaubareren Hünenburg.

Bislang ist das nur eine Theorie. „Leider gibt es keine archäologischen Belege für diese Theorie“, sagt Hucker, der am Donnerstag mit einigen Studenten die Twistringer Hünenburg für eine Exkursion im Ringwall besucht hat.

Der Landesgeschichtekurs der Universität Vechta ließ sich von Manfred Feldmann, dem ersten Vorsitzenden des Heimatvereins Scharrendorf/Stöttinghausen zur Hünenburg die Anlage erklären. „Mit Hilfe unseres 2001 gegründeten Vereins konnten wir die Hünenburg in den jetzigen Zustand bringen“, erklärt Feldmann. Neben einem eindrucksvollen Eingangstor und einem Unterstand bieten die Ehrenamtlichen auch ein Backhaus. Die Seminargruppe, aus verschiedenen Fachbereichen wie Geschichte und Sozialpädagogik, zeigt sich beeindruckt.

„Den Kontakt habe ich über meine Bekanntschaft zu Herrn Feldmann hergestellt“, erläutert Hucker und erzählt von seiner Forschungsarbeit und die daraus neu entstandenen Sichtweisen. Hucker befasst sich unter anderem mit der Geschichte von Ringwällen und hat sich bereits intensiv mit der Goldenstedter Arkeburg beschäftigt. Dabei hat er nach eigener Aussage festgestellt, dass es dort im zehnten Jahrhundert keine Dauerbesiedlungen gegeben habe. „Die Arkeburg ist größer als die Hünenburg“, so Hucker weiter. „Damals sollen Ritter die Anlage im Auftrag ihres Königs verteidigt haben.“

Da die Arkeburg flächenmäßig mehr vorzuweisen habe als die Anlage in Stöttinghausen, sei es kaum möglich gewesen, die Festung vor Gegnern zu schützen. Deshalb seien die Ritter über den sogenannten „Folcweg“ (Handelsweg) zur Hünenburg gekommen. „Die Lage hier ist überschaubar“, meint der Historiker. Aber auch in der Hünenburg seien die Ritter nicht lange geblieben, sondern unter anderem weiter zur Hexenburg nach Ehrenburg gezogen.

Dass früher in Stöttinghausen ein Riese, auch Hüne genannt, gewohnt haben soll, da ist sich Hucker sicher, „diese Sage gehört zu den erfundenen“. Sein Vergleich zu der Sage der Hünenburg: „Der Riese könnte für einen Herrscher stehen, der als großer starker Mann widergespiegelt wird und sein Volk unterdrückt hat.“ Manfred Feldmann wirft in die Runde: „Wenn wir heute einen großen Menschen sehen, sagen wir ja auch, was ist das für ein Hüne.“ Und der Historiker wieder: Forschung müsse man immer wieder überarbeiten. Hucker wird sich weiterhin mit dem umstrittenen Thema beschäftigen.

Die Hünenburg hat einen Durchmesser von rund 80 Metern und soll zwischen 500 und 900 nach Christus erbaut worden sein – als Schutzburg König Heinrichs I. gegen anstürmende Ungarn.

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