Auftakt mit Mona Rozdestvenskyte am 3. Oktober

Twistringer Orgelherbst in der St.-Anna-Kirche

Mona Rozdestvenskyte spielt am 3. Oktober.
+
Mona Rozdestvenskyte spielt am 3. Oktober.

Der Twistringer Orgelherbst beginnt am Sonntag, 3. Oktober, mit der jungen Organistin Mona Rozdestvenskyte. Es ist das erste von drei Konzerten.

Twistringen – „Schon als Kind habe ich nicht auf den Altar geschaut, sondern nach hinten auf die Orgel.“ Mona Rozdestvenskytes Mundwinkel wandern nach oben, als sie daran zurückdenkt. Mit gerade einmal sieben Jahren begann sie, selbst zu spielen. Ihre Füße reichten kaum bis an die Pedale, doch das hielt sie nicht auf. Inzwischen prägen ihrem Lebenslauf mehrere musikalische Studiengänge, Meisterkurse und internationale Preise.

Am Sonntag, 3. Oktober, gibt Mona Rozdestvenskyte den Auftakt zum Twistringer Orgelherbst. Trotz ihres Erfolgs wirkt sie bei einer Pressekonferenz zu der Konzertreihe bescheiden und bodenständig. Neben ihr sitzt Wolfgang Baumgratz. Mit ihm geht der Orgelherbst am Sonntag, 24. Oktober, in die zweite Runde. Zwei Wochen später folgt eine Darbietung von Beate Gehrken und dem Collegium St. Annae.

Alle Konzerte beginnen um 17 Uhr in der St.-Anna-Kirche. Veranstalter sind die katholische Kirchengemeinde und der Förderkreis für Kirchenmusik Twistringen.

„Kleines Zusammenspiel der Formen“ am Anfang des Twistringer Orgelherbstes

Mona Rozdestvenskyte, geboren 1994 in Moskau und Regionalkantorin an der Propsteikirche St. Johann in Bremen, ist die jüngste Akteurin in diesem Jahr. Am 3. Oktober spielt sie sich unter dem Titel „Kleines Zusammenspiel der Formen“ quer durch die Orgelliteratur. Sieben Werke stehen auf ihrem Programm. Allen gemein ist die freie Form der Fantasie.

Große Namen wie Bach, Mozart und Buxtehude tauchen in ihrer Auswahl auf. Mit Jehan Alain und Manfred Kluge sind auch Vertreter der Moderne im Repertoire. „Da ist dann viel Drive und Energie drin“, sagt sie.

Als es den Twistringer Orgelherbst 1995 zum ersten Mal gab, war Mona Rozdestvenskyte noch ein Kleinkind. Verglichen dazu ist Wolfgang Baumgratz ein „alter Hase“. Der Hochschullehrer und Organist von internationalem Rang am Bremer St.-Petri-Dom ist in Twistringen schon ein bekanntes Gesicht.

Wolfgang Baumgratz: Inspiriert von der Orgel in Twistringen

Baumgratz kennt die Becker-Orgel in der St.-Anna-Kirche mittlerweile in- und auswendig. „Ich habe mich inspirieren lassen von der Qualität dieser Orgel hier“, sagt Baumgratz. Außerdem hat er für sein Programm Komponisten ausgewählt, deren Geburts- oder Todestage sich jähren. „Obwohl Bach da nicht dazugehört, habe ihn doch reingeschmuggelt“, verrät er. Das gelingt ihn mit Clara Schumann. Die Pianistin und Komponistin hat sich viel mit Bach beschäftigt und ist vor 125 Jahren gestorben.

Wolfgang Baumgratz gibt ein Konzert am 24. Oktober.

Viele Epochen sind beim Baumgratz-Konzert vertreten – der Frühbarock mit Jan Pieterszoon Sweelinck und Michael Praetorius, ebenso wie spätere Jahrhunderte mit Tommaso Albinoni und Igor Strawinsky.

Die Orgelwelt zieht Baumgratz vor allem aufgrund ihrer „unerschöpflichen Möglichkeiten“ in den Bann. „Ich bräuchte eigentlich drei Organistenleben, oder besser vier! Es ist noch so viel möglich“, schwärmt er. „Dabei hast du schon so viel gemacht!“, wirft Nachwuchstalent Rozdestvenskyte ein.

Abschlusskonzert des Twistringer Orgelherbstes am Sonntag, 7. November

Am Sonntag, 7. November, endet die Konzertreihe. Beate Gehrken und das Collegium St. Annae nehmen sich dann französische Meister aus dem Umkreis des Königs Ludwigs XV vor. „Zwischen dem Regiment des mächtigen Sonnenkönigs und der Revolution liebte man traditionelle barocke Üppigkeit ebenso wie den schon zukunftsweisenden empfindsamen Stil. Diesen Unterschied hörbar zu machen, ist Hauptanspruch des Konzertes“, heißt es seitens der Musiker. Damals seien beachtliche Werke entstanden, die lange in Archiven schlummern. Eigens für das Konzert seien sie wachgeküsst worden.

An dem letzten Abend des Orgelherbstes erklingen in der St.-Anna-Kirche Gesang, Flöte, Violine, Viola, Kontrabass und die kleine Orgel.

Karten gibt es nur an der Abendkasse. Kosten pro Konzert: Erwachsene zehn Euro, ermäßigt fünf Euro; Orgelherbst-Abo für alle drei Konzerte 25 Euro, ermäßigt 12 Euro. Die Volksbank ist Sponsor des Konzertes.

Von Katharina Schmidt

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Breitbandausbau in „weißen Flecken“ bis Oktober abgeschlossen

Breitbandausbau in „weißen Flecken“ bis Oktober abgeschlossen

Breitbandausbau in „weißen Flecken“ bis Oktober abgeschlossen
Landkreis Diepholz stellt Verschrottungs-Verfahren gegen Barrier Ford-Besitzer ein

Landkreis Diepholz stellt Verschrottungs-Verfahren gegen Barrier Ford-Besitzer ein

Landkreis Diepholz stellt Verschrottungs-Verfahren gegen Barrier Ford-Besitzer ein
Blitzer im Landkreis Diepholz: Dies sind die aktuellen Standorte

Blitzer im Landkreis Diepholz: Dies sind die aktuellen Standorte

Blitzer im Landkreis Diepholz: Dies sind die aktuellen Standorte
Hygiene-Anhänger soll Twistringer Einsatzkräfte vor Feuerwehrkrebs schützen

Hygiene-Anhänger soll Twistringer Einsatzkräfte vor Feuerwehrkrebs schützen

Hygiene-Anhänger soll Twistringer Einsatzkräfte vor Feuerwehrkrebs schützen

Kommentare