1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Diepholz
  4. Twistringen

„Crest of Gordon“: Freunde der schottischen Kultur mit Wurzeln in Twistringen

Erstellt:

Von: Gregor Hühne

Kommentare

Bandmitglieder.
Familiäre Stimmung: „Crest of Gordon“-Mitglieder posieren mit „Pipes und Drums“ um den Vorsitzenden Holger Schulz (2.v.l.). © Gregor Hühne

Der Twistringer Verein „Crest of Gordon“ spielt Dudelsackmusik und gilt seit rund 30 Jahren als Anlaufpunkt für Freunde schottischer Kultur im Landkreis Diepholz und darüber hinaus. Nun suchen die mehr als 30 aktiven Bandmitglieder weitere Mitstreiter zum Musizieren. Die Corona-Zwangspause hat auch bei ihnen Spuren hinterlassen. 

Twistringen/Bremen – In Twistringen zu Hause, in Schottland daheim: Seit rund 30 Jahren gibt es den gemeinnützigen Verein „Crest of Gordon“. Nun suchen die Dudelsack-Musiker und Freunde der schottischen Kultur nach neuen Mitstreitern – ein Grund ist die lange Corona-Zwangspause.

„Wir sind familiär, aber nicht militärisch“, beschreibt der Twistringer Holger Schulz den Verein – seines Zeichens Erster Vorsitzender und seit 1994 Bandmitglied. Schulz selbst spielt keinen Dudelsack, dafür schwingt er die Schläger einer der drei Trommelarten einer Pipeband. Für eine Kooperation mit der Kreismusikschule Diepholz wurde seinerzeit der Vereinssitz nach Twistringen verortet. Aus der Region stammt Schulz, der seit 1989 in Twistringen wohnt. Was die Leidenschaft für die Dudelsackmusik ausmacht? Die Liebe zur schottischen Kultur und der Zusammenhalt in der Band.

Für das Erlernen der Instrumente einer Pipeband braucht man gutes Durchhaltevermögen. Um die Pipes und Drums perfekt zu beherrschen, benötige es Jahre und regelmäßiges Training wie bei jedem Instrument. Simone Davies, Zweite Vorsitzende, sagt mit einem zwinkernden Auge, dass es „sieben Jahre dauert, um einen guten Dudelsackspieler zu erschaffen“. Doch da wachse man rein, sagt sie. Um anzufangen empfiehlt Schulz, dass Interessierte für die Trommel nicht unter zehn Jahren alt und für den Dudelsack nicht unter sechs Jahre alt sein sollten. Mitmachen könne aber grundsätzlich jeder, der die wöchentliche Fahrt zum Bandtraining nach Bremen in Kauf nehmen will.

Die Ausbildung der Spieler erfolgt durch Bandmitglieder und mehrtägige Workshops, zu denen regelmäßig Lehrer aus Schottland eingeladen würden. In diesem Jahr soll es zudem mehrere Anfänger-Schnuppertage geben.

Der Verein, der derzeit offiziell 77 Mitglieder zählt, trainiert mit seinen rund 30 aktiven Musikern jeden Dienstag in der Scharnhorst-Kaserne in Bremen-Huckelriede. Von 18 bis 19 Uhr üben die Anfänger und ab 19.30 Uhr die Fortgeschrittenen. Geprobt wird zunächst getrennt nach Piper und Drummer. Gemeinsam treffen sie sich dann später für eine Gesamtprobe.

Für „Crest of Gordon“ war es während der Corona-Maßnahmen schwierig. „Wir wurden vom Bremer Infektionsschutzgesetz behandelt wie Chöre, die beim Singen vermehrt Aerosole ausatmen“, berichtet Schulz. Deshalb durften sie nicht üben und schon gar nicht auftreten. „Wir haben während der Zeit aber auch keine Mitglieder verloren“, versucht Schulz der Pandemie noch etwas Positives abzugewinnen.

Der Verein „Crest of Gordon“ absolviert unter normalen Umständen Konzerte unter anderem auf Highlandgames, Schützenfesten und nimmt regelmäßig am Bremer Freimarktumzug teil. Ansonsten haben die Musiker Auftritte bei Wettbewerben im In- und Ausland. „Wir sind derzeit amtierender Deutscher Meister“, sagt Schulz nicht ohne Stolz. Zuletzt spielten sie anlässlich des 70-jährigen Kronjubiläums der britischen Königin Elisabeth II bei einem Empfang für das britische Honorarkonsulat in Bremen. Dabei darf das Tragen des Kilts und der Uniform nicht fehlen. „Es gehört einfach dazu: Wenn man Dudelsack spielt, dann sollte man auch aussehen wie ein Dudelsack-Spieler“, sagt Simone Davies.

Was den Charme des Vereins „Crest of Gordon“ ausmacht, weiß Simone Davies. Die Zweite Vorsitzende findet, dass es das „familiäre Gefühl“ sei. Sie habe dort sogar ihren Ehemann, Robin Davies, kennengelernt.

Wie jedes Hobby kostet auch das Dudelsackspielen Geld und Zeit. Wer mit einem Practicechanter – einer Übungsflöte – einsteigen möchte, müsse ab 60 Euro ausgeben. Stöcke, Sticks und ein Übungspad für die Drummer kosteten etwa 100 Euro zum Einsteigen. Jeden Dienstag Proben, Auftritte und mehrtägige Workshops – das erfordere „jede Menge Zeit“, führt Schulz aus. Interessierte müssten daher das Hobby wirklich lieben, um es auszuüben.

Und dann wird es auch mal richtig laut. 105 Dezibel, so viel schafft ein Dudelsack. Da den passenden Raum zu finden, um die Instrumente in voller Lautstärke zu üben, sei gar nicht so einfach. Der Verein hatte aber großes Glück, in der Scharnhorst-Kaserne am Niedersachsendamm 67 in Bremen fündig zu werden.

Mitmachen

Wer sich für die Dudelsackmusik begeistert und die Instrumente Trommel oder Pipe in dem gemeinnützigen Verein „Crest of Gordon – City of Bremen Pipes and Drums“ lernen möchte, kann sich an den Ersten Vorsitzenden Holger Schulz wenden per Telefon 0170 / 7522797 oder per E-Mail an info@crest-of-gordon.de

Auch interessant

Kommentare