Der Twistringer Siegfried Menzel umrundet Australien mit dem Fahrrad

110 Tage – 15917 Kilometer

+
Siegfried Menzel studiert die Karte seiner Reise.

Twistringen - Von Maik Hanke. 15917 Kilometer. Das entspricht zweieinhalb mal der Gesamtlänge der Grenze Deutschlands. Oder 100-mal der Strecke von Twistringen nach Hamburg. 15917 Kilometer. Diese Strecke hat der Twistringer Siegfried Menzel jetzt zurückgelegt: In 110 Tagen umrundete er Australien – mit dem Fahrrad.

„Ich wollt‘ mal wieder ‘ne Tour machen“, ist Menzels knappe Begründung für seine Abenteuerreise. Der 62-Jährige ist ein Naturfreund und extreme Touren fast schon gewohnt. Von Twistringen aus ist er schon mit dem Rad nach Frankreich und Italien gefahren, und einmal vom Nordkap nach Spanien. „Ich find‘ Fahrradfahren einfach gut“, sagt er.

Doch die Australien-Reise zwischen Februar und Juni war seine mit Abstand längste Tour. Zweimal war er schon dort gewesen – jetzt wollte er das Land aber noch einmal genauer kennenlernen.

Rund 150 Kilometer hat Menzel täglich zurückgelegt. Oft ging es schon morgens um 3 Uhr los, und dann fuhr er bis abends um 8. Der Abenteurer schlief meist im Zelt oder draußen.

Der Abenteurer in Australien.

Nur einmal, da kam die Chance, in einem Zimmer zu schlafen, mehr als gelegen: Menzel war im äußerst dünn besiedelten Norden Australiens unterwegs. Auf einer Strecke von 200 Kilometern findet sich oft nicht mehr als ein einsames„Road House“. Und wenn es im Norden Australiens regnet, dann oft so lange und so stark, dass sich ganze Seen bilden. In einen solchen Guss kam Menzel. Er war zu der Zeit mitten im Nirgendwo. Unterstellen kann man sich dort nirgends. „Stehen bleiben bringt ja nix, fahr lieber weiter, hab ich mir gedacht“, berichtet Menzel heute. Nach 25 Kilometern fand er völlig durchnässt endlich ein „Road House“.

Insgesamt seien die Radfahrbedingungen aber gut gewesen, berichtet der Twistringer. Er versuchte, auf seiner Fahrt Großstädte zu vermeiden – zu viel Verkehr. „In den Städten ist es immer schlecht zu fahren“, erklärt er. Sydney und Melbourne hat Menzel links liegen gelassen.

Für Reparaturen kamen Städte aber gelegen. Nahe Brisbane zerstachen ihm dornige Äste Vorder- und Hinterreifen vollkommen. Das konnte Menzel nicht selber reparieren. Also lief er 15 Kilometer zur nächsten Werkstatt. Dort konnte er nach 50 Tagen auf der Straße auch endlich die Gangschaltung reparieren lassen, die noch vom Flug kaputt war.

Obwohl sich Menzel an der Küste orientierte, hat er nicht allzu viel vom Meer gesehen. Überhaupt: „So richtig guckt man sich die Orte auch nicht an, wenn man so eine Tour macht“, sagt Menzel. 110 Tage auf dem Rad – beizeiten war das schon sehr einsam, sagt Menzel. Außerdem habe er von der Welt nichts mitbekommen. Körperlich war die Tour natürlich auch anstrengend. Aber Menzel ist topfit. Er läuft wöchentlich zweimal 23 Kilometer. Er hatte nicht einmal Muskelkater. Nach seiner Rückkehr hat sich Menzel trotzdem erst mal zwei Wochen Ruhe gegönnt.

Bankenprüfer Menzel ist zurzeit in der passiven Phase der Altersteilzeit. Der Abenteurer ist Hausmann. Er hat Zeit für so eine Reise.

Wann, wo und ob Menzel nochmal auf große Tour geht, weiß er noch nicht. Eines Tages dürfte es aber wohl wieder soweit sein: Denn er hat einfach Freude am Radfahren.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Heidekreis-Feuerwehr hilft in Hochwasser-Region

Heidekreis-Feuerwehr hilft in Hochwasser-Region

Ursachenforschung nach tödlichem Hubschrauberabsturz in Mali

Ursachenforschung nach tödlichem Hubschrauberabsturz in Mali

Kinderstadtfest zum Ende der Sommerferien

Kinderstadtfest zum Ende der Sommerferien

Studie: Zehn Berufe, die vom Aussterben bedroht sind

Studie: Zehn Berufe, die vom Aussterben bedroht sind

Meistgelesene Artikel

Auszeit auf der Lohne

Auszeit auf der Lohne

Wohnhausbrand in Twistringen: Sechsjähriger spielte mit Feuerzeug

Wohnhausbrand in Twistringen: Sechsjähriger spielte mit Feuerzeug

72-jähriger Motorradfahrer stirbt bei Unfall

72-jähriger Motorradfahrer stirbt bei Unfall

Aufbruch am Morgen: Landkreis-Feuerwehren helfen in Heersum

Aufbruch am Morgen: Landkreis-Feuerwehren helfen in Heersum

Kommentare