Twistringer Politik hat noch großen Beratungsbedarf zur Sanierung

Kopfzerbrechen um B51

Twistringen - Von Michael Walter. Für die Besucher im Rathaus hatte die Twistringer Stadtverwaltung am Donnerstag den roten Teppich ausgerollt: Im Maßstab 1:1 wollte die Verwaltung damit zeigen, wie breit die umstrittenen Fahrradspuren tatsächlich wären, die entlang der Bundesstraße eingerichtet werden könnten.

So viel steht inzwischen fest: Schnell wird die Entscheidung nicht fallen, wie die B51 in Zukunft aussehen soll. Schon gleich zu Beginn seiner Sitzung verständigte sich der Bauausschuss darauf, an diesem Abend noch keine Vorentscheidung zu treffen.

Alle Ratsfraktionen hätten noch großen Beratungsbedarf, hieß es. Und der dürfte im Verlauf der Sitzung nicht kleiner geworden sein, zumal Bürgermeister Martin Schlake noch einen neuen Vorschlag auf den Tisch legte: Einen Kompromiss zwischen den beiden zuletzt noch diskutierten Gestaltungsvarianten.

Worum geht es überhaupt? – Der Bund muss die abgenutzte Fahrbahn der B51 sanieren. Die Stadtverwaltung möchte diese Gelegenheit dazu nutzen, die Seitenräume der Straße neu zu gestalten. Außerdem entsprechen die Radwege nicht mehr den heutigen Anforderungen.

Von den ursprünglich dafür vorgestellten Lösungsmöglichkeiten sind nach ersten Beratungen und Bürgerbeteiligungen noch zwei in der Diskussion: Die eine – die alte „Variante 1“ – sieht einen knapp zwei Meter breiten Radfahrer-Streifen auf Fahrbahnniveau vor. Dabei müssten aber zahlreiche Bäume gefällt und ein großer Teil der Parkstreifen aufgegeben werden.

Die andere ist die NullLösung: Der Bund saniert lediglich die Fahrbahn, und alles andere bleibt, wie es ist. Die Bäume blieben weitestgehend erhalten (das gefällt den Anwohnern und den Umweltschützern) und die Parkplätze vor den Geschäften auch (das gefällt dem Einzelhandel).

Neue Variante als Kompromiss

Von einem Besuch bei der zuständigen Straßenbaubehörde in Nienburg brachte Martin Schlake jetzt eine weitere Variante mit: Eine Mischform. Von der Harpstedter Straße bis zur Konrad-Adenauer-Straße die Variante 1, und ab da bis zum Ortsausgang die Null-Lösung. Da, wo es besonders eng wird, würde auf der einen Straßenseite die Fahrradspur ein Stück weit in einen gemeinsamen Geh- und Radweg übergehen und anschließend wieder separat weitergeführt. Auf der anderen Straßenseite wäre die Fahrradspur auf etwa 600 Metern Länge in beiden Richtungen befahrbar.

Applaus erhielt Schlake für diesen Kompromissvorschlag nicht. Sylvia Holste-Hagen (Grüne) sprach sich dafür aus, den neuen Vorschlag im Rahmen einer Bürger-Info öffentlich vorzustellen. „Ich möchte ein Votum der Bevölkerung.“

„Was passiert, wenn der Rat für die Null-Lösung stimmt“, wollte ein Zuhörer wissen. „Dann kriegen wir nur die Fahrbahnsanierung, haben aber viele andere Dinge dann nicht berücksichtigt und bleiben irgendwann auf den Kosten dafür sitzen“, lautete Schlakes Antwort.

Hubert Diephaus-Borchers (CDU) merkte an, eine Gegenüberstellung der jeweiligen Kosten für die Stadt wäre wünschenswert.

Rubriklistenbild: © dpa

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