Twistringer Ferienkinder besuchen ihren Bürgermeister / Martin Schlake: „Ich habe noch keinen Tag bereut“

Wünsche: Sprungturm und Riesenspielplatz

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Till (sitzend) testet schon mal, wo er vielleicht in einigen Jahren sitzen könnte. Im Bild v.l.:. Betreuer Mario Kramer, Elisa, Noah, Betreuerin Rena Feldmann, Jaison, Jasper und Bürgermeister Martin Schlake

Twistringen - „Warum wollten Sie eigentlich Bürgermeister werden?“ erkundigt sich Till beim Chef des Rathauses, Martin Schlake. Der Elfjährige ist gut vorbereitet auf die Bürgermeister-Sprechstunde im Rahmen der Twistringer Kinderferienbetreuung.

Ebenso die neunjährige Elisa und weitere drei Jungen im Alter von acht bis zwölf Jahren. Begleitet werden sie am Mittwochmorgen von den Betreuern Rena Feldmann und Mario Kramer. „Wir sind positiv überrascht, was für Fragen hier heute kommen“, staunen die beiden.

Till sitzt direkt neben dem Bürgermeister und hat an diesem Morgen einige Fragen. Seine Themenschwerpunkte sind die zu erwartenden Flüchtlinge und das Bürgermeisteramt allgemein. „Wann kommen die Flüchtlinge, wie viele werden erwartet und können alle aufgenommen werden?“, fragt er. Und dann wechselt Till abrupt das Thema: „Wie war der Wahlkampf?“ Bürgermeister Schlake antwortet: „Anstrengend und zeitintensiv.“

Die nächste Frage: „Wie haben Sie denn die Wähler für sich gewonnen?“, will Till gleich darauf wissen. Und Schlake erklärt: „Ich habe mich gefragt, was für ein Wahlkampf mir als Wähler gefallen würde.“ Deshalb habe er die Internetplattform genutzt, Visitenkarten ausgegeben und sei von Haus zu Haus gegangen, um Flyer zu verteilen, wobei er oftmals ins Gespräch mit den Anwohnern gekommen sei. „Außerdem war ich bei insgesamt 28Veranstaltungen und habe Rede und Antwort gestanden.“

Nun wird es etwas ernster, Till gibt sich wie ein Reporter. „Haben Sie etwas versprochen, was Sie nicht gehalten haben?“ Darauf erwidert Schlake ein eindeutiges „Nein“. Er habe im Vorfeld nichts versprochen, nur klar gemacht, wie er sich seine Arbeit als Bürgermeister vorstelle. Besonders die Jugendlichen seien ihm wichtig, ebenso die Senioren.

Jasper möchte wissen, ob „die anderen Kandidaten eifersüchtig waren?“ Das wisse er nicht, aber enttäuscht bestimmt, meint der Bürgermeister. Er selbst habe sich sehr gefreut und Gänsehaut gehabt, als das Ergebnis feststand. „Außerdem habe ich manchmal nah am Wasser gebaut und musste meine Freudentränen unterdrücken.“

Noah fragt: „Wie sieht es mit einem Radweg von Rüssen nach Marhorst aus?“ Bei seiner Antwort bedauert Schlake, dass das die nächsten Jahre schlecht aussehe, da das Land Niedersachsen viele andere Radwege bauen müsse.

„Warum wollten Sie eigentlich Bürgermeister werden?“, schießt es erneut aus Till heraus, der vielleicht auch schon eine politische Karriere ins Auge fasst. Der Rathauschef erklärt ihm, „wenn man 51 Jahre alt ist, überlegt man sich, was kann man noch die letzten Jahre bis zur Rente machen.“ Er habe eine neue Herausforderung gesucht und gefunden. „Der Job als Bürgermeister macht Spaß, und ich habe es noch keinen Tag bereut.“ Martin Schlake ist am kommenden Sonntag genau ein Jahr im Amt.

Für die Ferienkinder und ihre Betreuer folgt anschließend noch ein Rundgang durchs Rathaus. Sie dürfen sich auch an den Schreibtisch des Bürgermeisters setzen. Martin Schlake erzählt ihnen dabei einiges über die Aufgaben der Verwaltung und des Stadtrates.

Was sich die Kinder spontan für Twistringen wünschen würden, möchte der Bürgermeister am Ende wissen. „Einen Sprungturm“, sagt Till. Elisa und Jasper möchten einen Riesenspielplatz und eine noch größere Skaterbahn, die nicht so dreckig und voller Graffiti sei. Und Tills zweiter Wunsch: „Dass der Sportplatz für alle offen ist, damit man da Fußball spielen und Lauftraining absolvieren kann.“

sn

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