Immer der Schnecke nach

Twistringer Erlebnisroute Archäologie: Mehr als 100 Schilder weisen jetzt den Weg

Twistringen – Es ist Frühling, und die Sonne kommt immer häufiger hervor. Höchste Zeit also, die Fahrräder aus  dem Schuppen zu holen. Wer auf der Suche nach einer Route zum Radeln ist, kann einfach Hinia Twistringensis folgen. Die Schnecke lugt an mehr als 100 Stellen in Twistringen aus ihrem Häuschen hervor: Sie ist in comicartiger Form, mit blondem Schopf und keckem Lächeln auf den neuen Wegweisern der Twistringer Erlebnisroute Archäologie (TEA) abgebildet.

Der Rundweg ist 66 Kilometer lang. Er führt zu archäologischen und geschichtlichen Sehenswürdigkeiten in Twistringen. Entlang des Weges erzählen 43 Infotafeln von mittelalterlichen Wehranlagen, Tonkuhlen, Grabstätten und vielem mehr. Für alle, die nicht so ein Faible für Vergangenes haben: Schön ist’s an der TEA auch. Die Strecke führt durch Wälder und weite Landschaften, vorbei an Gewässern und lauschigen Rastplätzen.

An sich gibt es die Route schon rund zehn Jahre. In letzter Zeit hat sich aber ganz schön was getan. Wer die Rundtour fahren wollte, brauchte bislang eine Karte. Nur: Die offizielle TEA-Karte ist vergriffen, veraltet und teilweise nicht mehr korrekt. Mit Blick auf die neu angebrachten Wegweiser erklärt Silke Perin, bei der Stadt zuständig für Tourismus und Marketing: „Jetzt haben Ausflügler und Einheimische die Möglichkeit, nur nach der Beschilderung zu fahren.“

Hinter den kleinen Schildchen steckt ein ganzes Stück arbeit. Perin ist die Strecke etliche Male abgefahren, um zu schauen, wo Wegweiser notwendig sind und welche Anbringungsmöglichkeiten es gibt. Das Team vom Bauhof hat die 109 Schilder schließlich montiert. Es gibt welche mit roten Pfeilen. Sie schildern die Hauptroute aus. Und dann gibt es welche mit schwarzen Pfeilen. Die führen zu etwas abseits gelegenen Sonderzielen.

Doch Vorsicht: Nur die Abzweigung zu den Sonderzielen ist ausgeschildert, nicht der komplette Weg dorthin. Noch nicht. Das ist eines der Projekte, die Perin aktuell auf dem Zettel hat. Zudem kümmert sie sich darum, beschädigte oder nicht mehr vorhandene Infotafeln zu ersetzen. „Da gab es welche, die gar nicht mehr da waren“, erzählt sie. „Teilweise waren sie durch Vandalismus zerstört, teilweise nicht mehr lesbar.“

Ein weiteres Vorhaben ist, die Themenkarte zur TEA neu aufzulegen und um Infos wie Rastplätze, öffentliche Toiletten und Luftstationen zu ergänzen. Ein bisschen wird das noch dauern. Wer bis dahin nicht nur nach der Ausschilderung fahren will, findet den Routenverlauf in weniger detaillierter Form im neuen Twistringer Stadtplan oder in dem Heft „Radfahren für Genießer“ des Naturparks Wildeshauser Geest.

Die Flyer, Pläne und Hefte sind im Rathaus erhältlich. Bald soll Infomaterial auch unabhängig von Öffnungszeiten zu haben sein. „Wir werden an markanten Stellen entlang der TEA-Hauptroute wetterfeste Flyerkästen anbringen“, kündigt Perin an. „Unsere Kollegen in Bassum haben da sehr gute Erfahrungen mit gemacht. Wir wollen die Idee jetzt gerne aufgreifen.“ In ihrem Job merkt Perin derzeit immer wieder: Rad- und Wandertourismus boomen.

Die Liste der anstehenden Projekte ist lang. Weitere Ziele sind: Den Beerenlehrpfad-Tafeln in Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Bürgerverein erneuern und TEA verstärkt in das Programm der Gästeführer einbinden. Perin will die Route zudem auf der Internetseite der Stadt, in sozialen Medien und auf Onlineplattformen wie Outdooractiv ausführlicher darstellen. Irgendwann würde sie auch gerne Infotafeln für die Stationen der Twistringer Sagentour erstellen.

An Ideen mangelt es also nicht. Dass die Umsetzung letztlich gelingt, dazu tragen laut Perin die Menschen vor Ort sowie die Verkehrs- und Heimatvereine bei. „Die Unterstützung ist enorm“, freut sie sich.

Infomaterial und GPX

Kostenloses Infomaterial ist im Rathaus erhältlich. Dort gibt es einen neuen touristischen Infopunkt im Foyer mit Flyern & Co. „Da kann man sich einfach bedienen“, sagt die Tourismusbeauftragte Silke Perin. Angesichts der Coronasituation müssen Besucher derzeit aber klingeln.

„Natürlich gibt es auch kostenpflichtiges Infomaterial – das gibt es bei uns im Bürgerbüro“, führt Perin aus. Bei Interesse an Infomaterial ist es alternativ möglich, eine E-Mail an rathaus@twistringen.de zu schreiben. Die Tea steht für die Nutzung mobiler Endgeräte auch als GPX-Daten-Download zur Verfügung unter www.wildegeest.de.

Die Route ist zudem einsehbar auf www.outdooractiv.com

Von Katharina Schmidt

Rubriklistenbild: © Schmidt

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