Twistringer Diamant: Alfred Nobis

Jahrzehntelanger Einsatz für die Feuerwehr Twistringen

Träger des Twistringer Diamanten: Oberbrandmeister Alfred Nobis.
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Träger des Twistringer Diamanten: Oberbrandmeister Alfred Nobis.

Die Stadt Twistringen hat Alfred Nobis den Twistringer Diamanten verliehen. Der 68-Jährige engagiert sich seit bald 50 Jahren in der Feuerwehr. Egal welcher Tag, egal welche Uhrzeit: Auf ihn ist Verlass.

Twistringen –  Alfred Nobis war meistens direkt zur Stelle. Während die Sirene erste schrille Heultöne von sich gab, öffnete er schon flugs die Tür des Feuerwehrhauses. Die Notrufe gingen entweder direkt bei ihm zuhause oder in der Nachbarwohnung ein, wie das damals eben so war, wenn man im Wohnhaus auf dem Gelände der Feuerwehr an der Konrad-Adenauer-Straße lebte.

Da durfte man nicht zögern. Aber das tat Nobis laut Aussagen seiner Kameraden sowieso nicht. Er packte an und half. Mittlerweile gehört er zur Altersabteilung der Twistringer Feuerwehr. Aber anpacken, das tut er noch immer – sei es, indem er Koteletts auf den Grill legt, Unkraut in Beeten der Feuerwehr jätet oder als Kleiderwart die Schutzausrüstung im Auge behält.

Knapp ein halbes Jahrhundert engagiert sich Alfred Nobis schon in der Freiwilligen Feuerwehr. 28 Jahre davon war er im Kommando. Ab 1985 als Gruppenführer, zuletzt als Zugführer. Und geht es irgendwie um Verpflegung, ist Nobis der erste Ansprechpartner. Für seinen Einsatz bekam er kürzlich den Twistringer Diamanten verliehen, mit dem die Stadt Ehrenamtliche würdigt.

Bescheiden und fürsorglich

Bescheiden und fürsorglich – mit diesen Worten beschrieb Bürgermeister Jens Bley den Oberbrandmeister Alfred Nobis bei der Preisverleihung. Der Eindruck bestätigt sich, wenn man Nobis fragt, wieso er sich in der Feuerwehr engagiert. „Das ist eigentlich so wie bei jedem Feuerwehrmann: Wir tun das für die Allgemeinheit und wollen helfen“, sagt er. „Da werde ich nicht der Einzige sein, der so denkt.“ Der 68-Jährige betont zudem: Ohne seine Frau Annette wäre das alles nicht möglich gewesen.

„Das alles“ begann im Jahr 1972. Alfred Nobis trat damals mit 18 Jahren in die Feuerwehr ein. Er arbeitete bei der Fleischerei Schröder, und sein Chef Albert Schröder war Ortsbrandmeister. „Daher hatte ich die Verbindung zur Feuerwehr“, erklärt Nobis. „Die ersten Einsätze kamen zügig“, erinnert er sich.

Erinnerungen an Brände in Twistringen

Der Oberbrandmeister erzählt zum Beispiel von dem Doppelbrand der Hofstellen Sieverding und Spils ad Wilken. Scheunen und Stallungen standen lichterloh in Flammen.

Im Gedächtnis geblieben ist auch der verheerende Flugzeugabsturz im November 1973 in Mörsen. Ein explodierender belgischer Starfighter war an dem Tag wie ein Feuerball in ein abseits gelegenes Gehöft gestürzt. Sechs Menschen starben, darunter Hauptfeuerwehrmann Rudolf Göbber. Es gilt als der schwärzeste Tag der Geschichte der Twistringer Feuerwehr.

Die meisten Erinnerungen, die Alfred Nobis mit der Wehr verbindet, sind jedoch gute. Er hebt die Kameradschaft hervor, die Veranstaltungen und auch die Wettbewerbe.

Einer der Höhepunkt, die er in dem Zusammenhang nennt, ist die Teilnahme der Internationalen Wettkampfgruppe der Feuerwehr Twistringen an den Deutschen Feuerwehrmeisterschaften in Cottbus vor etwa zehn Jahren. Die Qualifikation für den Bundesentscheid war ein großer Erfolg.

Als die Alarmierung der Feuerwehr noch anders lief

Doch zunächst zurück in die 70er und 80er: Im Jahr 1979 zogen die Nobis’ in eine der beiden damaligen Wohnungen im Wohnhaus auf dem Feuerwehrgelände. Eine von beiden Parteien hatte immer Telefonbereitschaft. Die Notrufe gingen unter der Nummer 512 ein. „Es gab einen Knopf neben dem Telefon, damit hat man die Sirene ausgelöst“, erinnert sich Annette Nobis. Alfred Nobis ergänzt: „Bei Kleinigkeiten habe ich die Feuerwehrleute dann privat angerufen.“ Mit der Zeit habe man gewusst, wer wann wo erreichbar war.

Heutzutage nimmt die Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle Diepholz Notrufe unter der Nummer 112 entgegen. Wo die Wohnungen auf dem Gelände der Feuerwehr waren, sind jetzt unter anderem ein Büro und Räume für die Jugendfeuerwehr. Beim Umbau hat Alfred Nobis selbst mitgeholfen.

Leidenschaft für die Feuerwehr weitervererbt

Der 68-Jährige ist der Jugendfeuerwehr sehr verbunden. Er war Betreuer, und bis heute kümmert er sich um die Abwicklung von Grillabenden und Festen (wenn Corona nicht gerade dazwischengrätscht). Beim Austausch mit den französischen Feuerwehrleuten aus Bonnétable waren er und seine Frau ebenfalls von Anfang an dabei. Die Leidenschaft für die Feuerwehr hat Nobis weitervererbt. Sohn und Tochter sind aktiv in der Feuerwehr. Und auch Alfred Nobis selbst will, solange es geht, weitermachen.

Von Katharina Schmidt

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