Twistringer Bildungsausschuss tagt

Politik will Vertrag mit Kreis kündigen

Twistringen - Von Sabine Nölker. Nach dem Willen der Politik soll die Stadtverwaltung mit dem Landkreis die Finanzierung der Kinderbetreuung neu aushandeln. Aufgrund der angespannten Haushaltslage hat der Ausschuss für Bildung, Erziehung und Soziales am Dienstagabend sich mit einer Enthaltung dafür ausgesprochen, eine in den Jahren 2014 und 2015 getroffene Vereinbarung zum Jahresende zu kündigen. Ziel sei es, künftig vom Kreis einen finanziellen Ausgleich der Kinderbetreuungskosten zu erhalten.

„Es gilt jetzt Nägel mit Köpfen zu machen“, forderte Bürgermeister Martin Schlake die Ausschussmitglieder auf, für die Kündigung zu stimmen. Die Kosten für die Kinderbetreuung belaste die kinderreiche, jedoch steuerarme Stadt immer mehr. „Wir möchten weiterhin Träger der Kitas bleiben, es gilt inhaltlich allein nur der finanziellen Regelung“, versicherte Schlake.

Vorab erläuterte Anke Raven, Fachbereichsleiterin Familie und Soziales, das Raumprogramm für die Grundschulen. Dieses gilt nach dem einstimmigen Beschluss nun als Grundlage für die weitere Gebäudeplanung. Gemeinsam mit der Schulleitung hat die Verwaltung sich ausgiebig damit beschäftigt, welche Räume für welche Nutzung benötigt werden. Der Bürgermeister bekräftigte, er wolle damit die „Diskussion, die seit eineinhalb Jahren andauert, beenden“. Dazu sei es nötig, ein Konzept aufzustellen, welches dann einem Architekten als Planungsgrundlage dienen soll. Danach könne man sich mit dem Ort beschäftigen. Am Ende stimmten alle für das Raumprogramm für die Grundschulen, für das Raumprogramm der Grundschule Am Markt sowie für die Beauftragung eines Planungsbüros.

Die Betreuung der Grundschulkinder in Heiligenloh werde nach einer Elternbefragung immer dringender, da das derzeitige Verfahren nach den Sommerferien auslaufe. Durchschnittlich werde die Betreuung für 17 Kinder gewünscht. Fraglich sei es, ob dies im Hort oder im Rahmen der Ganztagsschule passiert. Da letztere erst umsetzbar ist, wenn die neue Schulleitung am 1. August ihren Dienst aufnimmt, werde eine Übergangsregelung geschaffen, wie Sonja Rabbe erläuterte. Das Betreuungsangebot werde nach dem Prinzip der verlässlichen Grundschule laufen und gilt nur für den Zeitraum bis 30. Juni 2017. Hierfür würden ein bis zwei Betreuungskräfte eingestellt, die noch mit Mitteln aus dem Haushalt 2015 finanziert werden.

Außerdem berichtete Roswitha Hormann, Vertreterin der Kitas im Stadtgebiet, dass sich die wenigen Flüchtlingskiinder, die es gibt, schnell integrieren. Lediglich die Verständigung mit den Eltern gestalte sich schwierig. Marita Schröder-Geisler schilderte die Situation an der Grundschule Am Markt: Etwa 20 Flüchtlingskinder seien an der Schule, die die Sprachlernklasse sowie den regulären Unterricht besuchen. Zwei Zwölfjährige besuchen zurzeit die erste Klasse, weil sie noch nicht lesen und schreiben könnten.

Stadtjugendpflegerin Claudia Möllenkamp berichtete über junge Ausländer, die inzwischen das Jugendheim regelmäßig aufsuchen. Aber man stoße beim Platzangebot an Grenzen, da durch die Flüchtlingsunterkunft an der Hohen Straße der Hort ins Jugendheim umgezogen sei. Schlake gab bekannt, dass „der Schlüssel in der Notunterkunft endgültig am 30. April umgedreht wird“. Die dort untergebrachten unbegleiteten Jugendlichen würden bis dahin auf andere Einrichtungen verteilt werden. Möllenkamp will den jungen Männern eine Perspektive geben.

Rubriklistenbild: © dpa

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