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Twistringer Bauausschuss streitet um den kommunalen Wegezweckverband

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Von: Fabian Pieper

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Beschädigte Straßen beschäftigten den Twistringer Bauausschuss am Donnerstag. Symbo
Beschädigte Straßen beschäftigten den Twistringer Bauausschuss am Donnerstag. © Holger Hollemann/dpa

Mehr als drei Stunden tagte am Donnerstag der Twistringer Bauausschuss im Forum des Hildegard-von-Bingen-Gymnasiums. Es bestand Redebedarf - vor allem zum Thema Straßensanierung.

Twistringen – Andreas Woisch (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Bau, Umwelt, Klima, Wirtschaftsförderung und Planung der Stadt Twistringen, hatte beim Blick auf die Tagesordnung am Donnerstagabend bereits so ein Gefühl. „Ich ahne, dass wir ein bisschen was zu tun haben.“ Er sollte recht behalten: Mehr als drei Stunden tagte der Bauausschuss im Forum des Hildegard-von-Bingen-Gymnasiums. Es bestand Redebedarf.

Den hatte vor allem Udo Helms (FWG). Der hatte zuvor einen Antrag eingereicht, der sich mit den Straßenunterhaltungsmaßnahmen des Gemeindeverbindungsweges zwischen Colnrade und Barnstorf beschäftigt.

Soll Twistringen dem kommunalen Wegezweckverband weiter vertrauen?

Laut dem zuständigen kommunalen Wegezweckverband (WZV) Syke sei die durch Rüssen führende Straße ein Fall für eine Komplettsanierung. Das sieht Udo Helms anders. Der FWG-Vertreter will den Ausführungen des WZV nicht so recht glauben und hält eine weniger aufwendige DSK-Maßnahme (Dünne Asphaltdeckenschichten in Kaltbauweise) für angemessen. Die Vorteile wären eine deutlich günstigere Ausführung – und dass sich die Anlieger nicht an Kosten beteiligen müssten.

Entsprechend beantragte Udo Helms, dass ein unabhängiger Gutachter den erforderlichen Umfang der notwendigen Arbeiten ermitteln und eine Kostenschätzung aufstellen soll. Danach müsse man entscheiden, ob Twistringen weiterhin auf den WZV vertrauen soll.

Bernhard Kunst (CDU) sieht das anders und betont: „Wir haben immer vertrauensvoll mit dem WZV zusammengearbeitet.“ Er befürchtet, dass man nach Helms’ Argumentation so lange externe Gutachter beauftragen könnte, bis das gewünschte Ergebnis vorliegt.

Ulrich Helms (FWG) gab zu bedenken, dass es nicht nur um Anliegerbeiträge gehe, „sondern auch um Landes- und Bundesmittel. Das kostet teuer Geld!“ Der Wegezweckverband hatte einst eine Kostenschätzung für die Sanierung der 4,3 Kilometer langen Straße von 1,25 Millionen Euro ermittelt – die aktuellen Preisexplosionen noch nicht eingerechnet. Eine DSK würde die Kosten beinahe halbieren. Torsten Bachmann vom WZV präsentierte daraufhin bildgestützt die Gründe für die Entscheidung, eine Komplettsanierung zu empfehlen. Tragfähigkeitsmängel, absackende Straßenränder, Abplatzungen. „Das Schadensbild kann durch DSK-Maßnahmen nicht dauerhaft behoben werden“, lautete sein Urteil.

Dem folgte auch der Ausschuss: Er stellte sich gegen den Vorstoß von Udo Helms und empfahl stattdessen, dass die Stadt Twistringen sich weiterhin der WZV-Leistungen bedient, der darlegen muss, dass bestimmte Sanierungsmaßnahmen notwendig sind.

Diskussionsbedarf zum Thema „Verlängerung der Nienburger Straße“

Diskussionsbedarf bestand auch darin, ob das als Wohngebiet geplante Areal in Mörsen an der Bundesstraße 51/Köglerstraße durch eine Verlängerung der Nienburger Straße hin zur Vechtaer Straße an den Verkehr angebunden werden sollte. „Diese Planung ist der größte Blödsinn“, meinte etwa Fritz Wüppenhorst (FDP). Andreas Woisch gab seinen Vorsitz kurz ab und wurde dann noch deutlicher in seiner Meinung: „Würde ich dem Bau der Straße zustimmen, würde ich mich vor meinen Kindern schämen.“ Die Straße würde Mörsen zweiteilen.

Anders sah das Udo Helms: „Die große Umgehung ist derzeit nur ein Gedankenspiel, daher brauchen wir diese Straße.“ Dieser Argumentation folgte der Ausschuss nicht: Er empfahl die Herausnahme des als „kleine Umgehung“ bezeichneten Lückenschlusses aus den Planungen.

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