Ein Schnäppchen

Twistringer Bauausschuss empfiehlt Modernisierung des Centralplatzes

Soll neu gestaltet werden: der Centralplatz in Twistringen. Die Stadt käme dabei günstig weg.
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Soll neu gestaltet werden: der Centralplatz in Twistringen. Die Stadt käme dabei günstig weg.

Zwei Themen beschäftigten den Ausschuss für Bau, Umwelt, Klima, Wirtschaftsförderung und Planung am Donnerstagabend im Ratssaal der Stadt Twistringen besonders. Diskussionsbedarf bestand vor allem beim Radwegebau und – na klar – beim Centralplatz.

Twistringen – Für den Ist-Zustand von Letzterem hielt Erster Stadtrat Harm-Dirk Hüppe ein wohlwollendes Plädoyer: „Der Centralplatz ist ein gelungenes Projekt“, sagte er, „aber es gibt noch Verbesserungsmöglichkeiten.“ Hüppe stellte dem Ausschuss noch einmal die bereits im Dezember veröffentlichten Pläne für die Umgestaltung des Areals (wir berichteten) vor. Oberirdische Leitungen sollen unter der Erde verschwinden, der Brunnen zu einem Wasserspielpark umfunktioniert, überdachte Sitzmöglichkeiten, E-Bike-Ladestationen, ein Bücherschrank und ein Jugendbereich eingerichtet werden. Dabei ist der letzte Umbau noch nicht lange her.

Eigenanteil der Stadt würde nur zehn Prozent betragen

Denn bereits im Jahr 2014 war der Centralplatz für damals etwa 1,2 Millionen Euro modernisiert worden; ein Drittel der Kosten trug seinerzeit die Stadt Twistringen. Derart hoch soll der Aufwand bei den geplanten Umbauten diesmal nicht sein, der mit etwa 354 000 Euro veranschlagt ist. Der Eigenanteil der Stadt beträgt sogar nur zehn Prozent, der Großteil des Betrages soll aus Fördermitteln der Europäischen Union unter dem Slogan „Perspektive Innenstadt!“ kommen.

Profitieren sollen davon nicht nur die Bürger, sondern auch die Gastronomen, die im Laufe der Pandemie große Verluste eingefahren haben. Ein modernisierter Centralplatz soll zum längeren Verweilen in und vor den Cafés und Restaurants einladen.

Nicht alle Twistringer Ausschussmitglieder sehen Aufwertung positiv

Doch nicht alle Twistringer Ausschussmitglieder sehen die für die Stadt preiswerte Aufwertung positiv. Besonders Fritz Wüppenhorst (FDP) sagte, er könne sich „nicht daran gewöhnen, dass wir da wieder Geld reinstecken wollen. Der letzte Umbau war schon teurer als geplant, jetzt sollen die Steine noch mal umgedreht werden?“, gab er zu bedenken. Auch warf er ein, dass Subventionsmittel letztlich Steuergelder seien und der Ortskern gar nicht mehr zur Ruhe komme, wenn in mittlerer Zukunft auch die Bundesstraße 51 saniert wird.

Sylvia Holste-Hagen (Bündnis 90/Die Grünen) machte aus ihrem Herzen keine Mördergrube: „Es fühlt sich komisch an, den Parkplatz alle sieben, acht Jahre neu zu machen“, sagte sie. Doch wegen der vielen Stolperfallen und des geringen Eigenanteils, finde sie es „richtig und gut, dass etwas gemacht wird“.

Profitierende Gastronomen mit zur Kasse bitten

Gegenwind ernteten Udo Wehmeyer (SPD) und der ihm zur Seite springende Udo Helms (FWG), die die profitierenden Gastronomen mit zur Kasse bitten wollen, beispielsweise über Gebühren für die Nutzung des Bürgersteigs. Da könne man gut Geld einnehmen und den Bürgersteig sauber halten, sagte Helms. Holste-Hagen merkte an, dass sie es falsch finde, den derzeit leidenden Gastronomen noch zusätzliche Kosten aufzuerlegen, und bat darum, wieder „etwas sanfter miteinander umzugehen“. Letztlich wurde der Beschlussvorschlag zur Umgestaltung des Areals bei zwei Enthaltungen vom Ausschuss zum Beschluss empfohlen.

Radwegebau soll vorangetrieben werden

Einigkeit herrscht in Twistringen offenbar über die Notwendigkeit, Radwege an der Kreisstraße 101 zwischen Natenstedt und Heiligenloh sowie an der Landesstraße 342 von Marhorst nach Goldenstedt zu bauen. Udo Helms erklärte, dass an den Endpunkten beider Straßen bereits Radwege vorhanden seien und bezeichnete die Maßnahmen daher als „Lückenschluss“. Bereits Anfang der 2000er hatte der im Natenstedter Ortsrat vereidigte Helms sich für den dortigen Radwegebau eingesetzt. Seine Bemühungen verliefen seinerzeit größtenteils im Sande.

Nun warb Helms vor seinen Ausschusskollegen dafür, das Thema wieder prominenter zu platzieren. Hierfür sei ein Gutachten notwendig, das den dringlichen Bedarf der Radwege hervorhebt: „Ohne Gutachten wird es nicht gehen“, sagte er.

Gutachten bei der Radwegeplanung im Gespräch

Das sehen allerdings nicht alle Ausschussmitglieder so. Ulrich Helms (FWG) regte an, zunächst schauen zu wollen, ob ein Gutachten bei der Radwegeplanung wirklich einen Vorteil darstellen würde: „Sonst geben wir das Geld aus und haben nichts davon.“ Bernhard Kunst (CDU) plädierte dafür, die Projekte als Bürgerradwege (Radwege, die von den Bürgern und Anliegern in Eigenleistung erbaut werden, Anm. d. Red.) umzusetzen: „Lieber weniger über Formalismen und Gutachten reden, sondern unser Anliegen über Bürgerengagement bis nach Hannover prügeln!“

Auch Harm-Dirk Hüppe warf ein, dass er Bürgerbeteiligung als wichtiger ansehe, da Zahlen zu Verkehrsströmen den entsprechenden Stellen bereits vorlägen. Sylvia Holste-Hagen plädierte für einen Dialog mit Kommunen, die mit Bürgerradwegen ans Ziel gekommen sind – und für den Erhalt der Straßenbäume. Letztlich einigte sich der Bauausschuss auf den Vorschlag von Ulrich Helms, prüfen zu lassen, ob ein Gutachten sich lohnen könnte.

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