Twistringer Agenda-Gruppe lehnt umfangreichere Sanierung der B51 ab

Appell: Hände weg von stadtbildprägenden Linden

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Mitglieder der Agenda-Gruppe an der Lindenstraße.

Twistringen - Von Theo Wilke. Hände weg von den Linden, die das Twistringer Stadtbild prägen, den Feinstaub im Bereich der viel befahrenden B51 filtern und den Verkehrslärm mindern !

Diesen Appell richtet die Agenda-Gruppe Stadtenwicklung und Landschaftspflege an Rat und Verwaltung sowie Landesstraßenbauverwaltung. Drei Varianten-Skizzen und eine Null-Lösung werden zur Zeit diskutiert. Manfred Diephaus für die Agenda-Gruppe: „Bei allen Varianten soll der größte Teil der Bäume und auch der Parkplätze wegfallen.“ Man lehne dies entschieden ab, man fürchte die Zerstörung des Stadtbildes. Deshalb sei man für die Null-Lösung: nur Fahrbahnsanierung und Beseitigung von Schäden im Seitenraum.

So könnten die mehr als 60 Jahre alten Großbäume zwischen Harpstedter Straße und Raiffeisenstraße weitestgehend erhalten bleiben. Baumlücken möglichst nachgepflanzt.

Die Agenda-Aktiven fordern von Politik und Verwaltung, sie müssten Rückgrat zeigen im Gespräch mit der Landesbehörde. Sie dürften nicht nur aus Kostengründen etliche Bäume und Parkplätze opfern. Denn die würden bei der Realisierung von Radfahrstreifen auf der Fahrbahn oder beidseitigem Rad- und Gehweg verschwinden. Dabei seien Kurzzeitparkplätze vor den Geschäften und vor dem Rathaus (mit Busspur für Tagestouristen) immens wichtig.

Bäume filtern

den Feinstaub

Die Agenda-Gruppe setzt sich laut Diephaus seit 1999 für Bäume und Grün sowie für eine nachhaltige Entwicklung Twistringens ein, für den Klimaschutz und ein höheres ökologisches Bewusstsein in der Bevölkerung. Bislang habe man mehr als 500 neue Bäume im Stadtgebiet gepflanzt.

„Die Linden sind namensgebend, gestalten die Lindenstraße. Sie geben Tiefe, Raum und Struktur“, argumentiert die Agenda-Gruppe auf ihrem Protestpapier, das schon an viele Mitbürger verteilt worden ist.

Zahlreichen Lebewesen würden die Bäume Wohn- und Lebensraum bieten. Hedwig Harms: „Im Sommer sind die Linden voller Hummeln.“ Die Bäume verbesserten das Stadtklima, das täglich durch mehr als 13000 Fahrzeuge belastet werde. Ein Baum filtere pro Jahr bis zu 7000 Kilogramm ungesunden Feinstaubs und produziere jeden Tag bis zu 15 Kilogramm Sauerstoff.

Manfred Diephaus: „Die Linden haben einen guten Gesundheitszustand.“ Wenn man schonend mit ihnen umgehe, könnten sie noch viele Jahrzehnte von Nutzen sein. 2012 seien die Lindenkronen beschnitten worden. Damals habe man festgestellt, dass die Bäume nur zu einem geringen Prozentsatz, in einstelliger Höhe, geschädigt seien.

„Es ist nicht zu glauben, dass bei den drei Varianten die meisten Bäume verschwinden sollen“, kritisiert Inge Buschmann. Auch Mitstreitern ist unverständlich, warum über einen solch „gravierenden Eingriff in diese Lebensader Twistringens“ ohne eine Kostenschätzung gesprochen werde. Ebenso wie Buschmann und Harms wehren sich die Bündnisgrünen in der Stadt gegen einen Baumkahlschlag. Sylvia Holste-Hagen von der Ratsfraktion: „Wir stehen voll hinter der Forderung der Agenda-Gruppe.“

Schließlich sprechen nach Überzeugung der Agenda-Mitglieder die knappen Finanzen der Stadt gegen die Varianten. „Bei einem Ausbau sollen sämtliche Nebenanlagen erneuert werden, und die Stadt muss ihren Anteil daran in einer Summe begleichen“, sagen sie. Würde man die Nebenanlagen abschnittsweise sanieren, heißt es weiter, und nur dort, wo es die Verkehrssicherheit nötig mache, würden die Kosten auf mehrere Jahre verteilt. „Außerdem birgt die Komplettsanierung der B51 das Risiko, aus dem Bundesverkehrswegeplan zu fallen, wenn es um die Verwirklichung der Ortsumgehung geht“, so Diephaus.

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