Twistringer Agenda-Beauftragte übernimmt Vorsitz des Bücherei-Fördervereins

Neue Frontfrau Ulrike Ehlers

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Der neue Vorstand des Fördervereins Stadtbücherei mit (vorn v.l.) Ulrike Ehlers, Ute Schumacher, (hinten v.l.) Dieter Kalberlah und Marcel Schiller.

Twistringen - Von Frank Jaursch. Mit einer neuen Vorsitzenden geht der Förderverein der Stadtbücherei Twistringen die kommenden Herausforderungen an. Am Mittwochabend wählten die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung Ulrike Ehlers zur neuen Frontfrau. Die Twistringer Agenda-Beauftragte tritt die Nachfolge von Sabine Nölker an, die ihren Posten aus persönlichen Gründen nach Unstimmigkeiten mit der Bücherei-Leiterin Monika Schröder niedergelegt hatte.

Noch vor der Zusammenkunft schien unklar, welchen Verlauf die Versammlung nehmen würde. Spürbar war unter den mehr als 20 Teilnehmern die Belastung, die der Dissens zwischen Fördervereins-Spitze und Bücherei (wir berichteten) ausgelöst hatte.

In ihrem Bericht legte Nölker die Gründe für ihr Ausscheiden dar. Seit geraumer Zeit lasse die Wertschätzung der Fördervereins-Arbeit von Seiten der Stadtbücherei zu wünschen übrig. „Es tut mir unendlich leid und weh, meinen Posten aufzugeben“, erklärte Nölker. Doch die ständigen Auseinandersetzungen seien ihr an die Substanz gegangen.

Sie wünsche sich, dass der Verein einen Nachfolger für sie finde, betonte Nölker. „Wir haben sehr viel auf den Weg gebracht, das jetzt einfach nicht fehlen darf“, erklärte sie.

Im Verlauf der von ihr verlesenen Erklärung wurde zudem deutlich, wie nah der Verein vor dem Abgrund stand. Denn auch die anderen Vorstandsmitglieder Ute Schumacher und Dieter Kalberlah drohten für 2016 mit ihrem Ausstieg, falls sich kein neuer 1. Vorsitzender finden würde – eine Entwicklung, die Twistringens Altbürgermeister Karl Meyer als „dramatisch“ bezeichnete.

Meyers Sorge, Twistringen könne „dieses hochkarätige kulturelle Zentrum“ verlieren, sollte sich wenig später als unbegründet erweisen. Als Ulrike Ehlers gefragt wurde, ob sie für die Arbeit im Vorstand bereit sei, überlegte sie nicht lange. „Der Verein liegt mir sehr am Herzen, ich kann mir das vorstellen“, sagte sie. Die Erleichterung über diese Aussage war in den Gesichtern vieler abzulesen.

In die positive Stimmung passte der Umstand, dass sich in Person von Marcel Schiller auch wieder ein Mitglied fand, welches das bislang vakante Amt des Schriftführers übernahm. Das einstimmige Votum für Ehlers als 1. Vorsitzende, Ute Schumacher (2. Vorsitzende), Dieter Kalberlah (Kassenwart) und Schiller war nur Formsache.

Bürgermeister Martin Schlake versprühte anschließend Zuversicht. Anfang Mai wolle man sich zusammensetzen „und dann zeitnah gucken: Wie stellen wir uns auf? Was können wir wuppen?“ Er mahnte an, „vorsichtig und respektvoll miteinander umzugehen“. Wie Meyer und die Vorstandskollegen dankte er Sabine Nölker für ihren unermüdlichen Einsatz.

Auch Bücherei-Leiterin Monika Schröder nahm die Versammlung zum Anlass für eine Erklärung. Sie betonte, die Arbeit des Fördervereins habe „immer meine volle Wertschätzung“ gehabt. Schröder erklärte, von Nölkers öffentlichen Vorwürfen tief betroffen zu sein. „So etwas gehört nicht in die Öffentlichkeit.“

Ihre Entscheidung, sich als Beisitzerin nicht wiederwählen zu lassen, hätte damit allerdings nichts zu tun. Zu Beisitzern gewählt wurden Martina Bavendiek, Ingrid Rasche, Dörte Maczewski und Ralf Zimmermann.

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