Twistringens Bürgermeister und Stadtjugendpflegerin arbeiten an einem neuen Profil

„Wir werden in Zukunft mehr über Projektarbeit entwickeln“

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Städtische Jugendarbeit bedeutet nicht nur Aktion im Jugendhaus. In Zukunft wird es mehr Projekte wie die jüngste Party im Schwimmpark geben.

Twistringen - Von Theo Wilke. „Wir werden in Zukunft mehr über Projektarbeit entwickeln. Es geht nicht nur um das Jugendhaus“, betont Martin Schlake. Twistringens Bürgermeister arbeitet mit Jugendpflegerin Claudia Möllenkamp an einem neuen Profil der Jugendarbeit. Die School's-out-Party vor den Ferien sei ein guter Anfang gewesen.

Für dieses Jahr und für 2016 ist zum Beispiel ein Fahrsicherheitstraining für junge Autofahrer geplant. Das Thema Toleranz wird bei mehreren Aktionen in Kooperation mit dem Stadtschülerrat in den Fokus gerückt. Bei Bedarf soll die Hausaufgabenbetreuung wieder eingeführt werden. Möllenkamp: „Für alle fünften Schulklassen wollen wir einen Tag einrichten, an dem sie das Jugendhaus kennenlernen.“ Die Zusammenarbeit mit den Schulen wird verstärkt. Den Jugendaustausch mit der französischen Partnerstadt Bonétable möchte die Stadtjugendpflegerin wieder aufnehmen. Gedacht ist auch an eine Sommerfreizeit für Twistringer Kinder in der Hünenburg, organisiert mit den Kirchen, Vereinen und Verbänden.

Bürgermeister Schlake ist dabei, gemeinsam mit allen Beschäftigen die Verwaltung für die nächsten Jahre neu aufzustellen. Ein Bereich ist die Jugendarbeit. Sie wird, wie Schlake jüngst dem Bildungsausschuss des Rates erklärte, Teil des neugeordneten Fachbereichs Familie und Soziales sein.

„Unsere Jugendpflegerin braucht Zeit für die Projektarbeit“, betont Schlake im Gespräch mit dieser Zeitung. Kapazitäten dafür gibt es wieder, denn Möllenkamp muss sich nicht mehr um die Erstklässler der Twistringer Grundschule am Markt (Ganztagsbetreuung) kümmern. Zwei Jahre lang machte dies rund ein Drittel der Arbeitszeit aus. Die Folge: weniger Jugendangebote, reduzierte Öffnungszeiten im Jugendhaus und Wegfall der Hausaufgabenbetreuung.

Was Claudia Möllenkamp richtig freut: Unter dem Motto „Bürgermeister trifft Jugend“ tauschen sich seit März regelmäßig rund 20 Jugendliche aller Schulen Twistringens mit Martin Schlake aus. Daraus ist unter anderem der neue Stadtschülerrat entstanden.

Die Jugendhausleiterin hofft, dass nach den Sommerferien nahtlos mit den neuen Schülern thematisch weitergearbeitet werden kann. Und: „Das vorrangige Anliegen ist, mehr Toleranz zwischen den jungen Menschen zu erlangen.“

Was das Jugendhausteam auch umtreibt: „Wir beobachten, dass Jugendliche große Versagensängste haben, ein begrenztes Durchhaltevermögen. Es gibt Ausbildungsabbrüche und Schulverweigerer. Das gilt natürlich nicht für alle“, sagt Möllenkamp. Sie möchte in Zukunft diese Jugendlichen „an die Hand nehmen“ und auch den Eltern helfen. Manchen Jugendlichen würden selten Grenzen gesetzt. Einfachste Kompetenzen wie etwa Geschirrabwaschen seien ihnen nicht vermittelt worden. Wo Werte und Normen fehlten, würden gewalttätige Auseinandersetzungen zunehmen.

Aktuell bietet auch die Jugendpflege selbst Aktionen im Rahmen der Ferienkiste an. Morgen dürfen Kinder ins Syker Kreismuseum, und sie besuchen die Kreiszeitung. Anfang August ist die nächste gemeinsame Sommerfreizeit mit den Kommunen Stuhr und Sulingen sowie dem Landkreis im Waldpädagogikzentrum Hahnhorst geplant.

Spannende kleine Filme werden am 5.August im Jugendhaus erstellt. Am 11. August geht es zum Freizeitpark Thüle, am Tag darauf wird im Jugendhaus gezaubert, gefolgt von einer Hörspielwerkstatt und einem Tag „Mit allen Sinnen durch den Wald“. Zum Winter hin gibt es Kreativangebote und Workshops.

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