Wechselbad der Gefühle 

Puppentheater mit Sonja Lenneke im Twistringer Rathaus zum Thema Trauer

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Sonja Lenneke kam ohne Worte aus.

Twistringen - Von Sabine Nölker. Stille senkte sich am Sonntagnachmittag über die 50 Besucher des Puppentheaters: Erst hatten sie ein Unwetter gehört, dann Vogelgezwitscher, Kinderlachen und Trauergeläut. Gegensätze, die sich im weiteren Verlauf des Stücks „Über die Trauer hinaus“ fortsetzen sollten. Wie zwei Menschen mit der Trauer umgehen, wie sie ihre Gefühle erleben und ausleben, all das setzte Puppenspielerin Sonja Lenneke ohne Worte, dennoch sehr einfühlsam um.

Sonja Lenneke verschwand immer mehr aus dem Blick der Anwesenden, denn ihre Puppen waren so präsent, so ausdrucksstark, das der Zuschauer schnell vergaß, dass es Puppen waren.

Das Stück beginnt mit dem Sterben eines Menschen, ohne näher auf de Person einzugehen. Sonja Lenneke lässt dies offen, damit jeder für sich entscheiden kann, von wem Abschied genommen wird. Ein Kind, der Vater, die Mutter oder die Großmutter, jeder im Saal machte sich seine eigenen Gedanken dazu. Gemeinsam mit einem kleinen Jungen und dessen Großvater erleben die Anwesenden vier Phasen der Trauer. Sie durchleben ein Wechselbad der Gefühle – jeder auf seine Weise. Trauer, Wut, Selbstmordgedanken bis hin zum gemeinsamen Schritt in ein neues Leben.

„Ein großartiges Puppenstück, das ungewöhnlich ist, denn es lässt jedem Anwesenden Zeit und Raum für seine eigenen Gedanken“, urteilte eine Zuschauerin am Ende.

Welthospiztag am 14. Oktober

Anlässlich des Welthospiztages am 14. Oktober hatte die Malteser Hospizgruppe um Koordinatorin Silke Meier-Sudmann die Künstlerin in den Twistringer Ratssaal eingeladen. „Es war schön und berührend zugleich“, meinte Meier-Sudmann. Sie hatte die Einführung und die Begrüßung der Gäste übernommen.

Nach dem Stück ließ sich Sonja Lenneke viel Zeit, mit dem Publikum das Gesehene zu verarbeiten. „Man kann nichts Falsches sehen – jeder sieht das, was er sehen möchte“, sagte sie. Ein Junge sah die Großmutter, eine Besucherin indes die Schwester. „Jeder interpretiert seine Gefühle in dieses Stück“, weiß Sonja Lenneke aus Erfahrung. Für viele der Gäste wird dieser Abend noch lange in Erinnerung bleiben.

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