„Papa, bist du jetzt Bürgermeister?“

Bürgermeisterwahl in Twistringen: Der Tag nach dem Sieg von Jens Bley

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Frank Hömer (l.) gratuliert Jens Bley. 

Am Tag nach der Bürgermeisterwahl: „Es geht mir super, ich bin immer noch hin und weg. Es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl“, betont Jens Bley nach seinem furiosen Sieg am Sonntag. Wahrscheinlich wird der 40-Jährige in gut vier Wochen die Amtsgeschäfte übernehmen. Zunächst gönnt er sich mit der Familie einen Kurzurlaub.

Twistringen - Als nach einer Siegesfeier am Sonntagabend und einer gemütlichen Freundesrunde zu Hause in Mörsen Bley und seine Frau Jana endlich im Bett liegen, steht Tochter Jonna (5) in der Tür: „Papa, bist du jetzt Bürgermeister?“ Als er dies bejaht, meint Jonna, dann könne sie jetzt ruhig schlafen. Tochter Hannah (7) habe morgens in der Schule von ihrer Lehrerin eine Gratulation bekommen, erzählt der künftige hauptamtliche Bürgermeister.

Wie geht es weiter? Darauf Polizist und Diplom-Verwaltungswirt Bley: „Mein Urlaub galt für die Wahlkampfzeit. Am Dienstag muss ich zurück in meine Dienststelle.“ Konkret sei noch nicht der Wechsel ins Rathaus besprochen worden. Er werde zunächst mit seinem Chef die Einzelheiten klären. Der berufliche Wechsel setze einige Formalitäten voraus. Obwohl: „Ich bin Beamter, ich habe keine Kündigungsfrist. Theoretisch könnte der Übergang nahtlos geschehen.“ Bley rechnet aber eher mit Ende Juni oder früher.

Nächste Stadtratssitzung am 27. Juni

Vorsorglich hat Ratsvorsitzender Rolf Meyer den Termin für die nächste Stadtratssitzung abgestimmt: für Donnerstag, 27. Juni. Denn zum Monatsende läuft der Arbeitsvertrag von Horst Wiesch aus. Der Interimsbürgermeister wird verabschiedet. Danach könnte Jens Bley die Amtsgeschäfte übernehmen.

Am Mittwoch trifft sich öffentlich der Wahlausschuss um 18 Uhr im Rathaus. Dann wird das Ergebnis der Bürgermeisterwahl amtlich festgestellt. Dann hat der Gewählte eine Woche Zeit, zu erklären, ob er die Wahl annimmt.

Nach der Wahl: Wie geht es für Hömer weiter?

Tief enttäuscht äußert sich Frank Hömer am Nachmittag. Nur 21,62 Prozent Stimmen – „Das ist eine klare Niederlage, da gibt es nichts zu beschönigen.“ Hömer hätte sich nur gewünscht, dass das Ergebnis nicht so krass ausgefallen wäre. Am Wahlabend saß er noch mit vielen Unterstützern zusammen. „Das war sehr emotional“, so der 46-Jährige.

Zieht sich der Ortsbürgermeister, Fachausschussvorsitzende und Twistringens stellvertretender Bürgermeister nun aus der Kommunalpolitik zurück? Am Sonntagabend war schon davon die Rede, die Klatsche werde Konsequenzen haben. Auf Nachfrage sagt Frank Hömer: „Ich werde mir zwei oder drei Tage eine Auszeit nehmen, alles reflektieren und dann entscheiden, wie und wo ich was weitermache.“

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