Ausschuss diskutiert Standort

Mobilbauten an Grundschule lieber kaufen

Twistringen - Von Theo Wilke. Durch den Kauf von Mobilbauten für zwei allgemeine Unterrichtsräume sowie Nebenräume und Lehrerzimmer will die Stadt Twistringen die Raumnot an der Twistringer Grundschule am Markt entlasten. Für drei bis vier Jahre, solange es noch keine große Lösung gibt. Dies hat der Bildungsausschuss am Dienstagabend einmütig dem Stadtrat empfohlen, der nächste Woche tagt. Diskutiert wurde noch darüber, ob die Mobilbauten statt an der Außenstelle Scharrendorf eher in Heiligenloh platziert werden sollten.

Alte Turnhalle noch bis Mitte 2018 nutzen

Angepeilt wird aber Scharrendorf, und zwar der Platz an der Zufahrt zur Außenstelle, um spätere Baumaßnahmen im gegenüberliegenden Bereich der Schule nicht zu behindern. Der extra gebildete Arbeitskreis der Stadt war sich schon Mitte März einig, dass eine akute Gefährdung des Schulbetriebes am Markt nicht besteht. Dennoch sei eine Entzerrung der räumlichen Situation zum neuen Schuljahr erforderlich, betonte Fachbereichsleiterin Anke Raven am Dienstag im Rathaus.

Die Kosten für die Mobilbauten, ob Anmietung oder Kauf, würden sich zwischen 220.000 und etwa 310.000 Euro bewegen. Der Kauf würde sich bei einer bis zu fünfjährigen Übergangszeit rentieren – und bei einer zeitlichen Verzögerung der großen Grundschullösung noch einen Zeitpuffer bieten.

Danach könnte man die Mobilbauten wieder verkaufen, für vielleicht 80.000 Euro, oder sie an anderer Stelle weiter nutzen. Die Haltbarkeit liege zwischen 15 und 20 Jahren. Die Stadt schaue sich auch schon nach günstigen Mobilbauten im Bereich aufgegebener Flüchtlingsunterkünfte um, erklärte Anke Raven.

Unter dem Vorsitz von Jürgen Schulze (Bündnisgrüne) erfuhr der Bildungsausschuss zudem, dass nach einem Gespräch mit dem Landkreis die alte Turnhalle an der Hohen Straße noch bis Mitte 2018 genutzt werden könnte.

„Darüber sind wir schon froh“, meinte die Fachbereichsleiterin. Die Stadt gehe davon aus, dass der Landkreis im zweiten Halbjahr 2018 alles abreißen werde: die Halle, die frühere Bücherei sowie Lehrküche. Udo Helms (FWG): „Wir müssen die Turnhalle solange halten, bis ein neuer Standort feststeht. Das muss gehen, das kann der Kreis auch machen.“ Darauf Raven: Das sei nicht möglich, nach dem Abriss der angrenzen Bauten sei die Halle von jeglicher Versorgung abgeschnitten.

Der Bündnisgrüne Heinfried Dießelberg plädierte für eine kurzfristige Übergangslösung. Er könnte sich die Mobilklassen auch in Heiligenloh an der Grundschule vorstellen. Dort könnten die Schüler weit weg vom zu erwartenden Baulärm lernen. Wenn heute schon Vorschulkinder nach Twistringen gefahren würden, sei das auch umgekehrt möglich. Bernhard Kunst (CDU) sa das auch so.

Schulleiterin Meyer hat Bedenken

Bedenken hatte Heiligenlohs Schulleiterin Elke Meyer: „Andere Kinder an meiner Schule?!“ – Das sei schon widersinnig. Dann müssten die Schüler aus Twistringen aber „zu meiner Schule gehören, als Teil der organisatorischen Einheit“.

Vorsitzender Schulze lenkte ein. Die Verwaltung möge klären, ob Kinder freiwillig nach Heiligenloh möchten. Ob es was bringt, bleibt abzuwarten. Anke Raven fügte hinzu, alles spreche allerdings für den Standort Scharrendorf.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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