Offizieller Abschied am Samstag

Matthias „Titzi“ Harms gibt Ortsbrandmeister-Posten nach zwölf Jahren in jüngere Hände

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Titzi Harms verabschiedet sich als Ortsbrandmeister, aber nicht von der Feuerwehr. Sechs Jahre setzte er sich als Stadtsicherheitsbeauftragter ein. 

Twistringen - Von Theo Wilke. „Ich bin in die Feuerwehr eingetreten, weil ich Feuer ausmachen und mit den roten Autos fahren wollte. Und ich war technikbegeistert“, lacht Matthias (Titzi) Harms. Das war 1984. Damals hätte der 24-Jährige nie gedacht, dass er es mal bis zum Ortsbrandmeister von Twistringen schaffen würde. Nach zwölf Jahren gibt Harms am Sonnabend freiwillig sein Amt in jüngere Hände. „Irgendwann nutzt man sich auch ab. Ich habe früher schon gesagt, dass ich nicht als Ortsbrandmeister in Rente gehe“, betont Harms.

Den Virus Feuerwehr hat er sich bereits als Kind eingefangen: „Mein Vater Ansgar hat oft Feuerwehreinsätze und Brände fotografiert. Ich durfte mitfahren.“ Die ganze Familie hatte sonst aber nichts mit der Feuerwehr am Hut. Den Spitznamen „Titzi“ (für Matthias) hat er auch vom Vater. Der sagte oft: „Titzi geh mal nach oben und schau aus dem Fenster, ob es schon brennt.“ Harms erinnert sich, dass es in den 1970er-Jahren eine Brandserie gab.

„Ich bin spät zur Feuerwehr gekommen, am 9. Januar 1984. Walter von der Ecken hatte mich angesprochen.“ Harms trat mit Michael (Mike) Wessels ein. Feuerwehrchef Bernhard Jürgens wollte ihn damals nicht. „De mit de langen Haor bruk wi nich, de hascht“, habe Jürgens gesagt. Harms kann heute darüber lachen. Und Mike Wessels habe nach ein paar Jahren in der Ortsfeuerwehr prophezeit: „Ich werde mal Kreisbrandmeister!“ Heute ist er es.

Nach dem Abitur studierte Matthias Harms auf Lehramt, brach aber bald ab, als er sah, dass es eine Lehrerschwemme gab, aber nicht genug freie Stellen. Beruflich startete er als Geschäftsführer der ersten Videothek in Twistringen. Danach arbeitete er unter anderem fünf Jahre im Lokal Forum. „In der Schulzeit war ich schon als Discjockey unterwegs.“ Seit 1989 ist der zweifache Familienvater bei einem technischen Großhandel in Bremen beschäftigt.

Nach acht Jahren als Vize-Ortsbrandmeister trat Harms 2006 die Nachfolge von Ortsbrandmeister Franz-Josef Borchers an.

In seiner Freizeit cruist Harms mit seiner Harley Davidson durch die Lande, einem Motorrad von 1973. Seine Frau Ulrike liebt auch das Motorradfahren, auf einer normalen Straßenmaschine, stets mit einer Handvoll Freundinnen. „Meine Frau ist häufiger und länger unterwegs. Dazu habe ich keine Zeit“, erzählt der 58-Jährige. Seine zweite Leidenschaft ist ein Traktor-Oldie, ein roter Mc Cormick von 1957. Da ist er in der Feuerwehr nicht der einzige Treckerfan. Gemeinsam sind sie schon zu Treffen nach Clues und zur Ziegelei getuckert. Den Traktor habe er aus Versehen bei Ebay ersteigert, gesteht er. Er habe eines Tages die Gebote beobachtet und einfach mal einen niedrigen Betrag eingetippt. Am Ende bot aber keiner mehr. Das Modell aus Nordhessen war nicht so gefragt, hatte aber Papiere und Tüv.

Als Vize-Ortsbrandmeister erlebte Harms die Feuerwehr eher ruhig, da tat sich nicht viel. „Als ich Ortsbrandmeister wurde, da schien es so, als hätte jemand geschrien: Auf die Plätze, fertig, los.“ Jedes Jahr gab es Neuerungen, die Feuerwehr modernisierte sich. Die Anforderungen „von oben“ nahmen zu. Beispielsweise bei der Fahrzeugersatzbeschaffung, bei Standardeinsatzregeln, bei Brandschutzplänen für Firmen, Einführung des Digitalfunks sowie bei der Alarm- und Ausrückeordnung. Zu den Highlights zählt für Harms auch die Wettkampfgruppe. Unvergessen bleiben auch schreckliche und traurige Momente im Einsatz.

„Wir sind heute gut aufgestellt, wir können organisieren. Wir haben ein gutes Team, die Arbeit wird auf viele Schultern verteilt.“ Und: „Bevor ich betriebsblind werde, höre ich lieber auf, aber nur wenn es passt. Und jetzt passt es.“ Mit Klaus Krebs werde eine Feuerwehr-Koryphäe neuer Ortsbrandmeister.

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