Eigentümerfamilie reagiert nach Sturmschäden

„Der Kahlschlag ist bedauerlich“ – aber legal

Freie Sicht auf die Lindenstraße, zudem ist die Absperrung zur B 51 weg. - Fotos: Wilke

Twistringen - Von Theo Wilke. Knapp zwei Wochen ist das neue Jahr alt, da schrecken lärmende Kettensägen Nachbarn und Passanten auf: Ein kleines Waldstück auf Privatgrund an der B  51, Ecke Mörsener Kirchweg, wird abgeholzt. Das sorgt für Aufruhr, Verärgerung und Diskussionen in der Stadt. „Der Kahlschlag ist sehr bedauerlich“, betont Twistringens Bürgermeister Martin Schlake auf Nachfrage dieser Zeitung. Aber die Fällaktion sei rechtens.

Der Grund: Die Wetterstürme im vergangenen Jahr hätten auch in diesem Wäldchen erheblichen Schaden angerichtet. Nach einem Gespräch mit der Eigentümerfamilie, die sich nach unserer Anfrage nicht öffentlich äußern möchte, erklärt der Bürgermeister unter anderem, dass nach Räumung des Geländes auf jeden Fall nachgepflanzt werde: Bäume, Sträucher, Büsche – allerdings nicht mehr so hoch wie bisher.

„Es ist eine Neuanlage des Parks vorgesehen. Die Eigentümer haben es sich mit der Entscheidung zur Abholzung auch nicht leicht gemacht“, berichtet Schlake nach dem Gespräch. Es sei ein in Jahrzehnten gewachsener Baummix gewesen, einige Exemplare offenbar schon an die 100 Jahre alt.

Waren die Bäume nicht mehr standfest und deshalb eine Gefahr?

In der Vergangenheit habe es demnach immer wieder Probleme mit einzelnen Bäumen gegeben. Mit der Zeit wurden sie anfälliger, waren nicht mehr so standsicher. 2017 stürzte sogar eine Baumkrone auf die B  51. Vom Sturm wurden weitere Kronen herausgebrochen.

Die Eigentümer holten sich einen Baumexperten, und der, so Schlake, habe die Fällung einiger Bäume empfohlen. Außerdem sei ein Rückschnitt zum Nachbarn notwendig gewesen.

Stadt: B-Plan lässt kein Bauland zu

Fest steht indes auch: Der Park wird nicht, wie manche in der Bevölkerung vermuten, zu Bauland. Dies lässt der rechtsgültige Bebauungsplan „Mörsener Kirchweg“ von 1984 gar nicht zu.

Nach Angaben der Stadtverwaltung ist in den textlichen Festsetzungen unter anderem verankert: „Flächen für die Erhaltung von Bäumen und Sträuchern: In der privaten Parkanlage sind die vorhandenen Bäume dauernd zu erhalten oder gegebenenfalls nachzupflanzen (...).“

Außerdem, so erklärt der Bürgermeister weiter, sei die Erhaltung der Bäume seinerzeit festgeschrieben worden, um gegen den Straßenlärm auf der B  51 einen natürlichen Schutzschirm zur hinteren Bebauung, zur Südstraße hin, auf Dauer zu sichern.

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