Ortsrat Twistringen übernimmt Patenschaften für Sehenswürdigkeiten

Gedenkstein-Pflege ist kein Staatsakt

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Frank Homer (v.l.), Alfred Meyer und Fritz Wüppenhorst hoffen nach der Übernahme einer Patenschaft für den Gedenkstein durch den Ortsrat auf viele Nachahmer im Stadtgebiet. 

Twistringen - Von Marc Lentvogt. Wo sind die Rentner- und Jugendgangs, die in Twistringen Sehenswürdigkeiten pflegen? Noch gibt es sie, zum Bedauern von Alfred Meyer, Vorsitzender des Heimat- und Bürgervereins Twistringen, nicht. Das soll sich nun ändern. Den Anstoß dazu möchte der Ortsrat Twistringen geben. Er hat die Patenschaft für die Delmequelle und den Synagogen-Gedenkstein übernommen und wird diese Bereiche in Zukunft in einem vernünftigen Zustand halten.

Ortsbürgermeister Frank Homer blickt zufrieden auf den Gedenkstein. „Beim ersten Mal dauert es etwas länger, danach vielleicht immer mal eine Stunde“, erklärt Ortsratsmitglied Fritz Wüppenhorst. Ein einzelner Unkrauthalm hat sich noch einen Weg durch den Rindenmulch gebahnt, Wüppenhorst greift danach, lässt ihn in Windeseile verschwinden. Insgesamt werde der Arbeitsaufwand, der in die Pflege investiert wird, vermutlich sogar sinken. „Macht man es mehrmals im Jahr, ist es doch kein Staatsakt“, so Meyer.

Wenn der Heimat- und Bürgerverein in der Vergangenheit versucht hat, allen Sehenswürdigkeiten Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, war es schon etwas problematischer. „Man telefoniert zehn oder zwanzig Mal, um fünf Leute zu kriegen“, berichtet Alfred Meyer aus seiner Erfahrung. Natürlich gebe es Personen, die freiwillig Beete pflegen, aber insbesondere die Initiatoren werden älter und müde. Einzelne bislang an der Pflege verschiedener Orte Beteiligte, haben jüngst abgesagt, da sie in einer Stadt mit so vielen Gruppen nicht alleine mit der Verantwortung dastehen wollen.

Alfred Meyer ist dem Ortsrat daher sehr dankbar, der Heimat- und Bürgerverein könne nicht alles ohne Unterstützung schaffen. Und gerne würde er der Fossiliengrube in den kommenden Jahren etwas mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen. Ein unterstützenswertes Anliegen, findet Homer: „Wir können ruhig mal als Ortsrat ein oder zwei Dinge übernehmen.“

Doch auch die Ressourcen der Politiker sind begrenzt, daher hoffen sie, als Inspiration fortzuwirken, denn zu tun gibt es genug. Das weiß kaum jemand besser als Meyer. „Mein Traum ist es, für andere Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel den Beerenlehrpfad, Patenschaften zu finden“, sagt er. Dort, wie auch an der Quelle, mähen natürlich weiterhin die Mitarbeiter des Bauhofes, doch in die Bereiche zwischen den Büschen kommen sie mit ihren Maschinen nicht.

Die Patenschaft umfasst mithin keine umfangreichen Arbeiten, die den Ehrenamtlichen eine tagelange Beschäftigung abverlangen. Es gehe mehr darum, gelegentlich einen Blick zu riskieren und dafür zu sorgen, dass „die Gästeführer guten Gewissens vorbeigehen können“. Oder – die Bürger Lust bekommen einen Moment zu verweilen.

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