Krächzen an der Kapelle

Twistringen erhält Ausnahmegenehmigung um Krähennester zu entfernen

Bei der Twistringer Friedhofskapelle gibt es hohe Bäume – und viele Krähen.
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Bei der Twistringer Friedhofskapelle gibt es hohe Bäume – und viele Krähen.

Krähen sind oft keine gern gesehenen Gäste. Die schwarzen Vögel können mit ihren Krächz-Lauten ganz schön Radau machen. Hinzu kommt der Schmutz, den sie hinterlassen. So zum Beispiel im Bereich der Twistringer Friedhofskapelle. Dort sollen die Krähen nun weg.

Twistringen – „Wir haben mit der unteren Naturschutzbehörde besprochen, dass wir sie vergrämen können“, sagt Twistringens Erster Stadtrat Harm-Dirk Hüppe. Es sei geplant, die Krähennester im Februar aus den Bäumen zu nehmen. Im März soll sich das Ganze – sofern die Krähen dann wieder neue Niststätten gebaut haben – noch einmal wiederholen. Das Ziel: die Vögel dazu bewegen, sich andernorts anzusiedeln. Irgendwo, wo ihr Gekrächze nicht so stört.

Als lästig empfunden werden die Krähen im Bereich der Kapelle nicht zuletzt aufgrund der Nähe zu den Friedhöfen der evangelischen und katholischen Kirche. Der Weg zum Grab – zuweilen ein Weg vorbei an Vogelkot.

Friedhöfe als ausschlaggebendes Argument

Die angrenzenden Friedhöfe sind ein ausschlaggebendes Argument dafür, dass die Stadt die Nester der Vögel überhaupt entfernen darf. Laut Dominik Pille von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Diepholz handelt es sich bei den Krähen in dem Bereich um Saatkrähen. „Die Saatkrähe ist besonders geschützt über die europäische Vogelschutzrichtlinie“, erklärt er auf Anfrage der Kreiszeitung.

Saatkrähen gelten als intelligente Tiere.

Ob eine Vergrämung dieser Tiere rechtlich möglich ist, hänge zunächst davon ab, wie genau das geschehen soll. So sei eine Vergrämung mit akustischen Signalen in der Regel ohne Ausnahmegenehmigung möglich, „wenngleich die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Diepholz dazu rät, diese Maßnahme abzusprechen.“

Friedhöfe sind sensible Bereiche

Nester von Saatkrähen aus Bäumen zu nehmen, ist hingegen nicht ohne Weiteres erlaubt. Laut Dominik Pille ist es dabei unter anderem von Bedeutung, ob sich der betroffene Bereich in einem sogenannten „sensiblen Areal“ befindet. „Friedhöfe stellen laut Fachliteratur grundsätzlich einen solchen sensiblen Bereich dar. Unter Auferlegung von diversen Nebenbestimmungen war es mithin möglich, der Stadt Twistringen eine Ausnahmegenehmigung für die Vergrämung im Friedhofsbereich zu erteilen.“

Laut dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) legen die weiblichen Saatkrähen ihre Eier Mitte März bis Ende April. Die Nester an der Twistringer Friedhofskapelle würden also im Vorfeld entnommen.

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