Krankheitsstand auch wegen Grippe hoch

Hausarztpraxis nach Coronafall dicht: Ursprung der Infektion unklar

Das Gesundheitsamt musste in den vergangenen Monaten mehrere Male Hausarztpraxen aufgrund von Coronafällen schließen. Hausarztpraxen können sich nicht abkapseln oder ins Homeoffice wechseln, sondern verpflichten sich für die Patienten vor Ort.
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Das Gesundheitsamt musste in den vergangenen Monaten mehrere Male Hausarztpraxen aufgrund von Coronafällen schließen. Hausarztpraxen können sich nicht abkapseln oder ins Homeoffice wechseln, sondern verpflichten sich für die Patienten vor Ort.

Twistringen – In einer Twistringer Hausarztpraxis ist es in der vergangenen Woche zu einem Coronafall unter den Mitarbeitern gekommen. Als Vorsichtsmaßnahme und aufgrund des derzeitigen Krankheitsstands hält der betreibende Arzt die Praxis seit Donnerstag geschlossen.

Laut Bandansage war die telefonische Bereitschaft der Praxis auch noch den gesamten Montag über eingeschränkt. Patienten sollten sich im Notfall bei der ärztlichen Bereitschaft im Bassumer Krankenhaus unter der Telefonnummer 116 117 oder unter der 110 melden.

In dringenden Fällen konnten Patienten seit Montagmittag einzeln wieder die Praxis besuchen. Ab Dienstag sollte die Hausarztpraxis zu den üblichen Sprechzeiten wieder erreichbar sein.

„Extreme Erkältungswelle“ aktuell im Kreis Diepholz

Der Landkreis beobachtet zudem eine herbstliche Gemengelage zwischen Coronavirus und unterschiedlicher anderer Viren. „Wir haben momentan eine extreme Erkältungswelle“, berichtet Dr. Daniel Tabeling, Leitender Medizinaldirektor beim Gesundheitsamt des Landkreises Diepholz.

In die Twistringer Praxis kämen täglich mehr als 100 Patienten. „Wir können nicht valide darstellen, wie sich die Infektionskette in diesem Fall darstellt“, sagt Tabeling. In Anbetracht der vielen Patienten sei es durchaus denkbar, dass trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ein infizierter Patient das Coronavirus in die Praxis gebracht habe. Aber auch ein Eintrag durch das Personal sei nicht gänzlich ausgeschlossen. „Auch Ärzte und medizinisches Fachpersonal sind nur Menschen und nehmen zum Glück am Gemeinschaftsleben teil, was mit einem gewissen Infektionsrisiko einhergeht“, so Tabeling.

Insgesamt mehrere Hausarztpraxen wegen Coronafällen geschlossen

Das Gesundheitsamt musste in den vergangenen 18 Monaten mehrere Male Hausarztpraxen aufgrund von Coronafällen schließen. Den medizinischen Mitarbeitern gelte dennoch großer Dank. Hausarztpraxen können sich nicht abkapseln oder ins Homeoffice wechseln, sondern verpflichten sich für die Patienten vor Ort.

Aus Sicht des Gesundheitsamtes gebe es in der Twistringer Hausarztpraxis ein bewährtes Hygienekonzept, das auch eingehalten wurde. „Eine Infektion ist somit relativ unwahrscheinlich“, so Tabeling. Die meisten Mitarbeiter seien zudem gegen Corona geimpft. Eine Infektion könne aber nie vollständig ausgeschlossen werden, doch eine Impfung verringert die Schwere einer Infektion.

„Man muss gelegentlich mit Keimen in Kontakt kommen“

Viele Menschen im Landkreis seien wegen der Isolierung aufgrund der Hygienemaßnahmen seit geraumer Zeit nicht mehr mit ausreichend vielen Keimen in Kontakt geraten. Daher seien weniger Antikörper im Körper als sonst, die üblicherweise bei Kontakt mit Viren schnell reagieren könnten und nun weniger wirksam seien. „Man muss gelegentlich mit Keimen in Kontakt kommen“, sagt Tabeling. Das sei die Arbeitshypothese sämtlicher Spezialisten.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Diepholz: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Freiberufliche Ärzte seien nur der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN) gegenüber verpflichtet, etwaige Schließungen zu melden. „Im Jahr darf eine Praxis maximal drei Monate geschlossen sein“, sagt KVN-Sprecher Detlef Haffke. So sollen die zuständigen Bezirksstellen, in diesem Fall Verden, die Möglichkeit erhalten, umliegende Praxen über möglicherweise erhöhtes Patientenaufkommen zu informieren.

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