Ein neuer Arzt ist in der Stadt

Christian Bexten steigt in die Hausarztpraxis seiner Eltern ein

Christian Bexten

Twistringen - Arzt werden? Das solle sich der Sohnemann gut überlegen, meinte der Papa. Denn das sei enorm viel Stress. Und der wusste, wovon er sprach, denn er war und ist selber Mediziner mit eigener Praxis. Sonderlich Eindruck haben die Worte von Ludwig Bexten auf den Filius scheinbar nicht gemacht. Zum Glück für Twistringen! Denn ab der kommenden Woche hat die Stadt mit Christian Bexten einen weiteren Facharzt für Allgemeinmedizin. Der 33-Jährige steigt in die Praxis seiner Eltern an der Großen Straße ein.

„Ich freue mich sehr darauf, hier zu arbeiten und meine Eltern zu entlasten“, sagt Bexten und lächelt. „Besonders vor dem Hintergrund des Ärztemangels auf dem Land.“ Er sitzt in seinem eigenen Büro am Schreibtisch. Es ist einer der neuen Räume, die durch den Umbau der Praxis entstanden sind. Der war auch nötig. Denn das Ärzte-Ehepaar Ludwig Bexten und Beate Meyer-Bexten wird neben ihrem Sohn Christian, auch von ihrer Tochter Magdalena unterstützt. „Ziel ist, dass ich und meine Schwester die Praxis einmal von unseren Eltern übernehmen“, sagt Christian Bexten.

Twistringen ist ihm vertraut, schließlich ist er dort aufgewachsen. Nach seinem Abitur ging es zum Medizinstudium nach Ungarn und Heidelberg, bevor er dann praktische Erfahrungen in Krankenhäusern in Hamburg und Wildeshausen sowie in einer Hausarztpraxis in Vechta sammelte. Denn es zog den 33-Jährigen nach dem Studium schnell wieder zurück in den Norden – und vor allem nach Twistringen. „Schon während ich in Wildeshausen gearbeitet habe, habe ich wieder hier gewohnt.“

„Der Beruf bedeutet Stress“

An der Allgemeinmedizin reizt Bexten das breite Spektrum: „Man hat nicht nur mit vielen verschiedenen Menschen zu tun, sondern bekommt auch unterschiedliche Erkrankungen und Verletzungen zu sehen. Als Hausarzt hat man die Chance, die Menschen über einen langen Zeitraum zu betreuen und ihre Krankengeschichte zu verfolgen.“

Bereut hat er es nie, sich für den Beruf entschieden zu haben – auch wenn Papa mit einer Sache Recht behalten hat: „Der Beruf bedeutet Stress. Aber für mich ist es positiver Stress. Man kann Menschen helfen und erfährt auch viel Wertschätzung.“ Bexten erinnert sich an einen Mann, den er regelrecht überreden musste, ins Krankenhaus zu gehen. Dieser kam dann später noch mal zu ihm und bedankte sich, dass Bexten so hartnäckig geblieben war, denn sonst hätte es für ihn übel ausgehen können.

Ein schlimmes Erlebnis sei hingegen der Tod einer Frau gewesen, die urplötzlich im Wartezimmer der Notaufnahme zusammenbrach und verstarb. Bexten musste die Nachricht ihren wartenden Kindern überbringen. Das ging ihm nahe, ließ ihn aber nie an seiner Berufswahl zweifeln.

Projekt „Schwester Verah“ soll intensiviert werden

Nun will er sein Wissen und seine gesammelten Erfahrungen in die Praxis seiner Eltern einbringen, und auch neue Impulse setzen. „Ich möchte unter anderem das Projekt ,Schwester Verah’ intensivieren. Verah steht für Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis. Eine medizinische Fachangestellte macht Hausbesuche und übernimmt Aufgaben wie das Blutabnehmen und das Blutdruckmessen. Wenn sich der Zustand der Patienten verschlechtert, informiert sie den Arzt. Ich halte das für ein sehr gutes Projekt, da es besonders den älteren Menschen entgegenkommt, die vielleicht nicht mehr mobil sind“, erläutert Bexten.

Da er selber Sportler ist, bildet er sich gerade in Richtung Sportmedizin und Chiropraktik weiter. „In der Praxis in Vechta haben wir auch das Basketball-Team von Rasta Vechta betreut.“ Außerdem möchte er ein spezielles Ultraschallgerät für Gelenkultraschall anschaffen.

Obwohl es für Bexten nicht von Anfang an feststand, nach Twistringen zurückzukehren, ist er jetzt froh über seine Entscheidung. „Ich lebe gern auf dem Land und mag die Gemeinschaft hier. Und ich bin sehr gespannt, was auf mich zukommen wird.“

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