Neu im Gewerbegebiet

Borchers Reisen baut neuen Betriebshof für 4,2 Millionen Euro

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Die enge Einfahrt zum Betriebshof von Borchers Reisen an der Bundesstraße wird Ende 2020 Geschichte sein. Fotos: Theo Wilke

Twistringen - Seit 93 Jahren gibt es das Unternehmen Borchers Reisen in Twistringen. Wohl jeder kennt es vor allem im Linienbus-Nahverkehr (ÖPNV). Auch den Firmensitz an der Zitadelle – und die Probleme an der Einmündung auf die Große Straße (B 51).

Dieses Nadelöhr wird bald Geschichte sein. Denn Borchers Reisen wird bis Ende 2020 den Standort aufgeben. Im Gewerbegebiet In den Weiden entsteht für rund 4,2  Millionen Euro der neue Betriebshof. Etwa 1,7  Millionen Euro fließen aus dem ÖPNV-Landestopf.

Unhaltbar sei die Verkehrssituation im Bereich Zitadelle und Bundesstraße, zudem gefährlich für Radfahrer und Fußgänger, und „wir platzen aus allen Nähten“, betont Anke Borchers für die Geschäftsleitung.

Das bisherige Betriebsgelände auf 4500 Quadratmetern – bereits an einen örtlichen Unternehmer verkauft – sei für die 30 modernen Busse, fünf Kleinbusse sowie Mietwagen und drei Oldtimer längst zu klein geworden. Borchers Reisen hat zurzeit mit Teilzeitkräften insgesamt 45 Beschäftigte.

Firmeninhaber Klaus Borchers erzählt: Früher sei die Zufahrt zur Zitadelle kein Problem gewesen. Da waren die Busse höchstens zehn Meter lang – heute sind sie bis zu 15  Meter lang. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde der erste Bus angeschafft. „Mein Vater Georg hat 1933 die Firma gegründet. 1961, als mein Vater starb, habe ich das Geschäft übernommen. Wir hatten vier Busse und zwei Autos“, erinnert sich der 69-Jährige.

An der Justus-von-Liebig-Straße entsteht bis zum Jahresende auf rund 14 000  Quadratmetern, gegenüber MST und Vetterkind der neue Borchers-Betriebshof. „Ganz modern, mit Unterstellhalle, Verwaltungsgebäude, Waschhalle, Werkstatt, Bremsenprüfstand, Sanitärbereich und Sozialräumen für die Belegschaft“, freut sich Anke Borchers.

Als es vor Jahren die ersten Gespräche über die geplante Sanierung der B 51 in der Stadt gab, machte sich Familie Borchers Gedanken über den Standort an der Zitadelle. „Wie sollte der Busbetrieb weiterlaufen, wenn die Bundesstraße längerfristig gesperrt würde?“, war die besorgte Frage.

Problematisch ist auch die Auffahrt auf die B 51.

Der Anstoß, aus der Innenstadt auszusiedeln, kam dann von Architekt Karsten Rubbert aus Natenstedt. „Er hat uns im Grunde angeschoben“, sagt Anke Borchers. „Als wir die Ausschreibung für das Linienbusnetz im Südkreis gemeinsam mit Rittmeyer aus Drebber gewannen, haben wir uns richtig gefreut.“ Insgesamt 19 Linien bedienen Borchers und Rittmeyer. Die Hauptstrecken: im Stundentakt Sulingen-Diepholz, Twistringen-Diepholz sowie die Zubringer-Linien nach Twistringen.

Ende Mai 2019 stellte Borchers Reisen einen Antrag auf Fördermittel bei der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG). Bis dahin war es ein mühsamer Weg. „Interimsbürgermeister Horst Wiesch und Kreisrat Jens Kleine haben sich super für uns eingesetzt und sind sogar zum Ministerium nach Hannover gefahren. Sie haben die Vorarbeit geleistet“, lobt Anke Borchers, die selbst mehrmals im Ministerium vorgesprochen hat.

Borchers stellt auch gleich klar, dass die Landesmittel nur anteilig für den Bereich Linienbusverkehr im ÖPNV bewilligt werden ohne Reisebusse und Mietwagen. Die Förderung gebe es, weil das Unternehmen einen öffentlichen Dienstleistungsauftrag erfülle.

Anke und Klaus Borchers: Rangierschäden an der Wand

Borchers Reisen hat zudem einen Förderantrag zum Kauf von zwei neuen Linienbussen für jeweils 230  000 Euro gestellt. Wenn der Bescheid vom Land über den 40-prozentigen Zuschuss (insgesamt 184 000 Euro) vorliegt, dann dürfen die Busse erst bestellt werden. Und sie werden Ende Mai oder Mitte Juni ausgeliefert.

Vor einigen Tagen traf die Baugenehmigung vom Landkreis ein. Die Erdarbeiten starten im März. „Wir mussten uns an strenge Vorgaben der LNVG halten,“ so Borchers.

Ein Beispiel: Die Busse sollen auf dem neuen Betriebshof möglichst nur vorwärts fahren. Sie dürfen auch rückwärts fahren, aber das Unfallrisiko soll verringert werden, indem man das Rückwärtsfahren und Rangieren möglichst vermeiden will. Man habe die LNVG gleich in die Neubauplanungen an der Justus-von-Liebig-Straße einbezogen, heißt es von der Geschäftsführung.

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