Tradition und altes Handwerk als Erfolgsgaranten

Reges Treiben beim zweiten Twistringer Museumsmarkt

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Auch Deko für den Garten, Marmeladen und altes Handwerk hatten die Aussteller mitgebracht. - Fotos:

Twistringen - Von Anika Bokelmann. Das Museum der Strohverarbeitung liegt in Twistringen in idyllischer Lage am Kapellenweg. Seit 25 Jahren kümmern sich rund 100 Mitglieder des Museumsvereins um den Erhalt des Gebäudes, die Exponate und wechselnde Ausstellungen sowie die Pflege des großen Gartens hinter dem Museum. „Der Garten ist stets gut in Schuss, aber er wird viel zu selten genutzt“, hatte Heike Paul beobachtet. Vor zwei Jahren wurde die Idee für das Museumsfest geboren. Bei der zweiten Auflage strömten am Wochenende mehr als 800 Besucher zum Strohmuseum.

32 Aussteller waren der Einladung von Heike Paul und ihren Mitstreitern gefolgt und präsentierten Handwerkskunst in Form von Schmuck, Strickerzeugnissen, Gartendekorationen und kunstvollen Lampen. Im Museum hatte unter anderem Helmut Schröder seinen Stand aufgebaut und ließ sich bei der Anfertigung von Holzskulpturen über die Schulter blicken.

Schon am Morgen freuten die Veranstalter sich über ein volles Haus

Sonst arbeitet Schröder in seiner Werkstatt in Wildeshausen. Fürs Museumsfest hatte er Obstschalen und handgeschnitzte Holz-3D-Bilder in seinen Wagen gepackt. Er informierte über seine Arbeit. Das Holz besorgt er sich nicht nur bei einem Händler in Hannover, sondern bringt es auch von seinen Österreich-Urlauben mit.

Am Sonntag herrschte auf dem Museumsgelände großer Andrang. „Schon zum Frühschoppen war das Haus voll“, sagte Heike Paul über das Konzert des Blasorchesters, dem zahlreiche Besucher gelauscht hatten. Paul als Leiterin der Nähstube freute sich zudem, dass die Mitglieder der Stapelholmer Volkstanzgruppe aus Schleswig-Holstein nach ihrem Auftritt beim Premieren-Museumsfest wiedergekommen waren. Zum Hintergrund führte sie aus: „Die Hüte der Tänzer werden im Strohmuseum nach meinem Entwurf gefertigt.“ Dadurch sei eine Partnerschaft entstanden, im Rahmen derer die Tänzer nun in ihren volkstümlichen Trachten traditionelle Schrittfolgen zeigten.

Die Mitglieder der Stapelholmer Volkstanzgruppe aus Schleswig-Holstein führten verschiedene alte Volkstänze vor.

„Tradition, altes Handwerk und neue Basteleien: Die Kombination stimmt einfach“, urteilte Heinz Brinkmann zum Konzept des Museumsfestes, mit dem er zufrieden war. Der erste Vorsitzende des Strohmuseumvereins erinnerte sich, dass er bei der Premiere noch skeptisch war – „völlig unbegründet“, weiß er heute. Sowohl die Planungen als auch die technische Organisation, für die der zweite Vorsitzende Helmut Beneke verantwortlich zeichnete, sorgten für ein stimmiges Fest. Ein großes Lob Brinkmanns ging an die etwa 50 Ehrenamtlichen, die sich rund um den Handwerkermarkt eingebracht hatten. „Sogar die Kinder waren mit Feuereifer dabei“, unterstrich Brinkmann. Auch das Wetter spiele den Veranstaltern in die Karten, freute sich Brinkmann bei Kuchen im Museumsgarten.

54 ehrenamtliche Helfer haben für den Tag gebacken

Überhaupt ließen sich die Besucher aus Twistringen und der Umgebung die selbstgebackenen Torten und Kuchen sowie Waffeln und Herzhaftes schmecken. 54 Ehrenamtliche vom Strohmuseum hatten im Vorfeld ihre Backkünste ausgelebt. „Auch Gäste, die unserer Einrichtung wohlgesonnen sind, haben Kuchen gespendet“, unterstrichen die Frauen die Verbundenheit der Bürger zu dem Museum.

Neben den unterschiedlichen Erzeugnissen der 32 Aussteller gab es die hauseigenen Geräte des Strohmuseums, mit denen das Stroh in früheren Zeiten bearbeitet wurde, zu begutachten. Und auch die Fossilienausstellung im Obergeschoss wurde mit Interesse in Augenschein genommen.

Zweites Museumsfest im Twistringer Strohmuseum

25 Jahre gibt es das Strohmuseum. Im November wird das Jubiläum gefeiert. Dazu kündigte Heike Paul auch eine Ausstellung zur Geschichte des Museums an.

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