Stadt fordert Erklärungen

Sulingens Bürgermeister zweifelt Empfehlung für Klinikbau in Twistringen an

Was hat diese Wiese in Twistringen, das Sulingen nicht hat? Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb kann es nicht verstehen und fordert nun von Twistringen die Karten auf den Tisch. Die Stadtverwaltung soll ihre Bewerbungsunterlagen veröffentlichen. Rauschkolb hat das für die Sulinger Bewerbung schon getan. ArchivFoto: Theo Wilke
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Was hat diese Wiese in Twistringen, das Sulingen nicht hat? Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb kann es nicht verstehen und fordert nun von Twistringen die Karten auf den Tisch. Die Stadtverwaltung soll ihre Bewerbungsunterlagen veröffentlichen. Rauschkolb hat das für die Sulinger Bewerbung schon getan.
  • Michael Walter
    vonMichael Walter
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Twistringen /Sulingen - Des einen Freud, des andern Leid: Während sich Twistringens Bürgermeister Jens Bley über die Empfehlung für Borwede als Standort für die zukünftige Zentralklinik im Landkreis Diepholz freut, präsentiert sich der Sulinger Bürgermeister Dirk Rauschkolb als schlechter Verlierer und zweifelt die Auswertung der Bewerbungen öffentlich an.

Das Unternehmen Andree Conslut aus Siegburg – seit über 20 Jahren Fachberater im Krankenhauswesen – hatte im Auftrag des Landkreises alle eingegangenen Bewerbungen um den Standort für die neue Klinik ausgewertet und nach Anwendung eines festgelegten Kriterienkatalogs eine Rangfolge erstellt, auf deren Grundlage der Kreistag am 22. Juni eine Entscheidung treffen soll. Sulingen war dabei nur auf dem dritten Platz gelandet, während beide eingereichten Twistringer Standorte auf die Plätze eins und zwei kamen. Ganz vorne: Der Ortsteil Borwede.

Auf seinem dienstlichen Facebook-Auftritt zeigt sich Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb darüber „tief enttäuscht“ und zweifelt die Empfehlung des Beratungsunternehmens offen an. „Die Bewertung in verschiedenen Punkten ist von uns nicht nachvollziehbar und wir erwarten eine Erläuterung im direkten Vergleich mit den Grundstücken aus Twistringen.“ Gleichzeitig stellt Rauschkolb die Sulinger Bewerbung als PDF öffentlich zur Verfügung und fordert das gleiche jetzt auch von der Stadt Twistringen.

Mühe und Arbeit haben sich für Twistringen ausgezahlt

Sein Twistringer Kollege Jens Bley findet die Empfehlung aus Siegburg wenig überraschend „großartig“. Die viele Mühe und Arbeit, die sein Rathaus-Team in die Bewerbung gesteckt hat, habe sich damit ausgezahlt. „Die Stadt Twistringen hat nun eine große Chance. Somit warten wir auch mit großer Spannung auf die Entscheidung des Kreistages, ob der objektive Bewertungvorschlag angenommen wird.“

Zum Sulinger Bürgermeister äußert sich Jens Bley nicht. Ein anderer Amtskollege, der ebenfalls eine Bewerbung eingereicht hatte, habe ihm aber Glückwünsche ausgesprochen. „Bemerkensweret“, findet Bley. „Dieses Verhalten empfinde ich als Größe. Es symbolisiert, worauf es bei diesem Verfahren ankommt. Wir haben im Landkreis nach einem Standort gesucht, der möglichst alle Anforderungen erfüllt und die medizinische Versorgung im Landkreis bestmöglich sicherstellen kann.“

Twistringen will Projekt schnellstmöglichst voranzutreiben

Sofern der Kreistag der Empfehlung aus Siegburg folgt, werde Twistringen alles daran setzen, gemeinsam mit dem Landkreis das Projekt schnellstmöglichst voranzutreiben, so Bley. „Mit den bereits erfolgten Aufstellungsbeschlüssen zu den Flächen sind die ersten Schritte gemacht.“ Das heißt, das eigentliche Planverfahren könnte sofort nach Beschluss des Kreistags losgehen.

Für Twistringen könne der Bau einer Zentralklink große Entwicklungsmöglichkeiten bedeuten, glaubt Jens Bley. Etwa durch die Kombination von Zentralklinik und neuen Pflegeeinrichtungen, die zurzeit in Heiligenloh, an der Steller Straße und im Bereich St.-Annen-Straße geplant sind. „Gegebenenfalls könnten sich Reha-Einrichtungen dort ansiedeln und neben den Hausärzten sich auch Fachärzte niederlassen. Die Gastronomie könnte sicherlich ebenfalls profitieren.“

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