Caritas und Ehrenamtliche bieten auch Fahrradwerkstatt, Café und Freizeitangebot

FIT sucht dringend noch Flüchtlingsbegleiter und Paten

Engagieren sich für die Flüchtlinge in Twistringen (v.l.): Gabriele Hagedorn, Hubert Stubbe, Romy Pelger und Johannes Kaluza. - Foto:Wilke

Twistringen - Von Theo Wilke. Ganz dringend gesucht werden weitere ehrenamtliche Flüchtlingsbegleiter beziehungsweise Paten. „Wir betreuen zurzeit rund 140 Flüchtlinge“, erklärt Romy Pelger von der Caritas in Twistringen. Bis Juli oder August rechnet die 32-Jährige im Fachbereich Flüchtlingssozialarbeit mit rund 100 weiteren Menschen, die vor Krieg und Gewalt geflohen sind. Seit mehr als einem Jahr engagiert sich die Flüchtlingsinitiative Twistringen (FIT).

Es sind zumeist Syrer und Afghanen, aber auch Iraner und Iraker, die Twistringen zugewiesen werden. Sie halten per Smartphone Kontakt zu ihre Familienangehörigen, sie wollen sich ihre Wurzeln bewahren und sich erinnern. Sie bringen ihre eigene Kultur mit. Und sie stoßen häufig auf Vorurteile, Unverständnis und Unkenntnis.

Die FIT will beide Seiten, Menschen aus verschiedenen Lebenswelten zusammenbringen. Sie sorgt unter dem Dach der Caritas nicht nur für Patenschaften für Einzelpersonen oder Familien, sie hilft im Alltag, beim Zurechtfinden in Twistringen, bei Arztbesuchen und Behördengängen, um zum Beispiel zu übersetzen. Hilfreich ist auch ein von der AWG Bassum herausgebrachter bebilderter Abfallsortier-Flyer in mehreren Sprachen.

Die Ehrenamtlichen unterstützen Flüchtlinge beim Deutschunterricht, erledigen kleinere Reparaturen und packen bei Umzügen mit an. Sie begleiten die Menschen auch beim Gang zur Twistringer Tafel.

Gesucht werden neben Paten unter anderem Fahrräder für Männer. Denn inzwischen hat die FIT eine Fahrradwerkstatt (15 bis 17 Uhr an der Steller Straße, Ecke Feldstraße) eingerichtet, auch ein Begegnungs-Café (3.  Mittwoch im Monat, ab 16 Uhr, Pfarrzentrum). Vom Helferteam wird regelmäßig Kuchen gebacken.

„Wer sich bei uns engagieren möchte, braucht keine Vorbildung. Er muss nur offen sein. Jeder hilft nach seinen Fähigkeiten“, betont FIT-Mitbegründer Hubert Stubbe. Der 59-jährige pensionierte Banker ist seit Februar 2015 dabei. „Man bekommt viel zurück. Man spürt die Dankbarkeit. Und gerade junge Menschen wollen sich integrieren“, erzählt Stubbe begeistert. Er erlebe die Flüchtlinge in erster Linie positiv. „Sie suchen für sich einen neuen Weg.“

Den Anstoß für die FIT hatte Ende 2014 Maria Stenner-Dieckmann, Schulsozialarbeiterin am Gymnasium, gegeben. Bei der Gründung der Initiative seien es rund zwölf Aktive gewesen, schildert Gruppensprecherin Gabriele Hagedorn. Heute sind es etwa 25 Ehrenamtliche „Das reicht nicht. Wir suchen weitere Helfer, auch jüngere“, betont Hagedorn. Sie unterstützt selbst regelmäßig junge Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten.

Während sich Romy Pelger mit ihrem Kollegen Johannes Kaluza in der Caritas-Geschäftstelle um die angekommenden Flüchtlinge kümmert, sind anschließend die Begleiter und Paten gefragt.

Gabriele Hagedorn räumt mit dem Vorurteil auf, Asylbewerber würden gleich so viel Geld bekommen: Asylbewerber erhalten beispielsweise 300 Euro im Monat, davon müssen sie leben, haben dann aber noch keine Grundausstattung. Nicht genug: Asylantragsverfahren dauern sehr lange, weiß Hagedorn. Die Betroffenen müssten unendlich lange auf eine Entscheidung warten – Hier gehe es um Menschen, deren Familienbande durch Flucht und Vertreibung zerbrochen seien, die die Sorge um Angehörige umtreibe, die in der Heimat zurückgeblieben seien.

Ein großes Anliegen ist der Initiative auch die Sprachwerkstatt. Die nicht einfache deutsche Sprache zu lernen, sei ganz wichtig für die Integration. Aber es gebe kaum Sprachkurse. Die VHS könne das gar nicht leisten, heißt es.

Wer mitmachen möchte, meldet sich bei der Caritas unter 04243/ 933432 (Pelger) oder 04243/ 93340.

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