Stühleschleppen vor dem Konzert / Pfarrzentrum bis auf den letzten Platz besetzt

Dekanatschor besingt den Frühling

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Solopart von Philipp Borchers.

Twistringen - Von Angelika Kratz. „Sing we and chant it“, singet und klinget, lautete das Motto des Frühlingskonzerts mit dem Dekanatschor Twistringen. Altenglische Lieder und Madrigale vom Komponisten Thomas Morley standen auf dem Programm. Das entführte in das 16. Jahrhundert und wurde zur Freude von Chorleiter Johannes Schäfer und allen Aktiven zu einem riesigen Erfolg.

Bevor sich pünktlich um 17 Uhr alle Augen auf die Bühne richteten, galt es Stühle zu schleppen. Gut 100 davon standen schon für die Besucher im Pfarrzentrum bereit. „Wir hatten Angst, dass nicht alle besetzt werden könnten“, gestand Beate Gehrken aus dem Chor von den Bedenken im Vorfeld. Sie wurde hinsichtlich des Besucher-ansturms eines Besseren belehrt, und so mussten in Windeseile weitere Reihen aufgestellt werden. Die waren im Nu belegt und boten für den gut 30-köpfigen Chor und seinen gut aufgelegten Leiter Johannes Schäfer eine prächtige Kulisse. „Mehr geht nicht, sonst müssen wir in die St.-Anna-Kirche umziehen“, begrüßte Schäfer ein wahrlich bis in die letzten Ecken besetztes Pfarrzentrum. Dem Frühling als Inspirationsquelle eines aufblühenden Jahres wird nicht nur in England nach Monaten voller Nebel, Nass und Dunkelheit gehuldigt. Auch in Norddeutschland zwitschern endlich wieder die Vögel – und mit ihnen die menschliche Seele.

Keine Angst vor den englischen Texten aus der Zeit von Shakespeares Sprache brauchten die Zuhörer zu haben. Beate Gehrken bewies mit ihrer wunderschönen Sopranstimme nicht nur gesangliche Qualitäten, sondern übernahm als Fan der englischen Sprache auch die Übersetzungen der Lieder und Madrigale. Selbstverständlich in harmonischer und den Sinn übermittelnder Form.

Bevor das 1595 geschriebene Stück „Now is the Month of Maying“ vom Chor ertönte, durfte die Zuhörergemeinde ihre beachtliche Sangesqualität unter Beweis stellen. „Es tönen die Lieder“, spannte sich der gesangliche Bogen über die Jahrhunderte zwischen Deutschland und England und eroberte die Herzen des Publikums von der ersten Minute an.

Neben Sopranistin Beate Gehrken unter der Begleitung von Chormitglied Gerd Hartjens an der Gitarre zeigte der erst 21-jährige Philipp Borchers mit wunderschöner tiefer Stimme, was bei ihm zwischen Karohemd, Jeans und Turnschuhen an gesanglichem Potenzial steckt.

Zum Luftholen des sehr verständlich agierenden Chores sorgten zwischen dummen Schäfern, verführerischen Nymphen, Liebesschwüren, entbrannten Herzen und allerlei Abschiedsschmerz die wunderschönen und hörenswerten Einsätze der Orgel mit Juliane Borchers und Johannes Schäfer. Das Frühlingskonzert war ein echter Genuss und zog eine entsprechende Zugabe nach sich.

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