Bauhof für Großveranstaltung ins Leben gerufen

Vorbereitung auf 1.800 Teilnehmer am Kreiszeltlager Marhorst

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Auch schweres Gerät ist nötig, um den Zeltplatz in Marhorst für annähernd 1 800 Teilnehmer des Jugendfeuerwehr-Kreiszeltlagers vorzubereiten. Sogar ein Dränagegerät rückte an, um den Weg für die Wasserleitung zu bahnen.

Twistringen - „Vorsicht! Kinder“ – Auf der Zufahrtsstraße zu den Marhorster Sportanlagen mahnt eine Anwohner-Familie mit einem bunten Schild die Autofahrer zur Umsicht. In weiser Voraussicht, so scheint es, denn in einer Woche werden sich hier 1794 Teilnehmer des Zeltlagers der Kreisjugendfeuerwehr tummeln.

Strom- und Wasseranschlüsse liegen bereits.

Doch schon dieser Tage erwacht in den frühen Abendstunden im kleinen Marhorst große Geschäftigkeit. Der eigens für diese Großveranstaltung ins Leben gerufene Bauhof ist im Einsatz. 30 Mann stark ist dieser Fachbereich um Jörg Schuster. Er selbst ist Bauunternehmer, sein Team aus Kameraden der Twistringer Feuerwehren besteht aus Leuten vom Fach. Klempner, Monteure, Handwerker haben es sich zur Aufgabe gemacht, das sechseinhalb Hektar große Gelände für ein Zeltlager vorzubereiten, das nicht nur ein Minimum an Annehmlichkeiten bieten, sondern auch einen gewissen Komfort vorhalten soll. „Wenn 2000 Leute morgens duschen wollen, muss die Leitung was können“, weiß Schuster. Zwei Kilometer Frisch- und Abwasserleitung hat seine Truppe bisher verlegt. Ein stattliches Dränagegerät hat für die Anbindung zwischen Wasserquelle an der Marienstraße im Ort quer durchs Maisfeld zu der Wiese gesorgt, auf dem die Zeltstadt entstehen wird.

Sechseinhalb Hektar groß ist das Gelände, das die Jugendfeuerwehr in Marhorst besiedelt.

Zarte Maispflanzen umsäumen das gesamte Areal, und schon heute ahnt man: Hier steht Großes bevor. „Dort ist der Parkplatz, das Essenszelt kommt da hinter die Bäume.“ Als Zaungast brauchte man bis vergangene Woche noch Fantasie, um sich das alles vorstellen zu können. Jugendfeuerwehrwart und Hauptorganisator Marco Schütte hat bereits jedes Detail verinnerlicht. Seit Monaten befasst er sich nahezu mit kaum etwas anderem als dieses Event zu planen, mit dem die Twistringer Jugendfeuerwehr ihren 20. Geburtstag feiert. „Hätte ich das geahnt…“ Jörg Schuster zieht die Stirn kraus, als der Tieflader das Dränagegerät huckepack auf der einspurigen Dorfstraße manövriert. Nein, abgelehnt hätte er weder die Bewerbung um das Zeltlager noch seine Mitarbeit. „Aber es ist eine Herausforderung“, nennt er das, was für ihn und all die anderen Feuerwehrleute in unbezahlten Arbeitsstunden schon jetzt nicht mehr zu beziffern ist. Für alle, die sich zu diesen Sonderschichten gemeldet haben, hat Jörg Schuster ein dickes Dankeschön parat. „Egal was war, wenn ich per WhatsApp gerufen habe, kamen immer ausreichend Helfer, auch spontan.“

Die Logistik birgt Herausforderungen für den Bauhof: zwei Kilometer Wasserleitung werden verlegt.

„Wir liegen bestens im Zeitplan“, kann Pressesprecher Jens Meyer verkünden. So hat das „Orga-Team“ den Rücken frei, jetzt, wo die heiße Phase der Vorbereitungen eingeläutet ist. Bis zu 70 Helfer sind täglich vor allem in den frühen Abendstunden in Marhorst anzutreffen. Der Platz ist nahezu fix und fertig vorbereitet, denn das Gesundheitsamt hat sich für den 21. Juli angekündigt, um all das abzunehmen, was mit Wasser zu tun hat. Nun kommen auch die Ortswehren zum Einsatz. Jede kümmert sich um ein Detail: Bauzäune müssen aufgestellt, der Parkplatz vorbereitet, zig Zelte für die Versorgung der Teilnehmer und Gäste aufgestellt werden. Wenn am Samstag, 25. Juli, die fast 1800 Kinder, Jugendlichen und Betreuer aus allen 54 Jugendfeuerwehren des Landkreises sowie fünf Gastwehren für neun Tage Quartier in Marhorst beziehen, ist die Arbeit für den Bauhof nicht beendet. Im Zwei-Schichtbetrieb werden zwölf Experten aller handwerklichen Berufe im Lager leben, um zur Stelle zu sein, wenn es irgendwo klemmt. Eine Socke den Abfluss verstopfen, sich ein Wasserhahn nicht abdrehen lassen oder in der Eisbude der Strom ausfallen sollte. aks

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