Maler streichen Decke und Wände in der Twistringer St.-Anna-Kirche

Staubfrei und in neuem Glanz

Bringt den Altar wieder zum Strahlen. Restauratorin Lena Wissing arbeitet in der St.-Anna-Kirche. Fotos: terrasi

Twistringen - Von Lara Terrasi. Mehrere Farbeimer, Pinsel in allen Größen und sonstige Materialien stehen auf dem Boden. Drei rote Hebebühnen reihen sich hintereinander in der großen Halle auf. Die Bänke sind mit Planen abgedeckt. Corona legt zwar vieles im Moment lahm, Stillstand herrscht in der St.-Anna-Kirche in Twistringen jedoch nicht. Seit dem 20. April streichen Maler dort die Decke und Wände. „Hintergrund ist, dass die Kirche vor 26 Jahren zuletzt renoviert wurde. Daher war es mal wieder an der Zeit“, sagt Pfarrer Joachim Kieslich. Er ergänzt: „Es sind schlichtweg Malerarbeiten. Die Kirche hat keine größeren Schäden, es sind nur Kleinigkeiten.“

Das bisherige Ergebnis kann sich am Mittwoch sehen lassen: Die Decke des Mittelschiffs erstrahlt wieder in neuem Glanz. Zwei Männer stehen auf den Hebebühnen und streichen in schwindelerregender Höhe die Decke. Kieslich sagt: „Für die Arbeiten sind um die acht bis zehn Wochen angepeilt. Wir hoffen, dass Ende Juni, Anfang Juli wieder Gottesdienste stattfinden können.“ Eigentlich war die Renovierung für das nächste oder übernachste Jahr angedacht gewesen. „Das Bistum Osnabrück hat uns aber gesagt, dass wir schon in diesem Jahr anfangen können, weil die Gelder noch frei sind. Und da dachten wir uns, dann fangen wir jetzt an.“ Das Bistum übernimmt 50 Prozent der Kosten, den Rest die Kirchengemeinde.

Twistringern wird es beim Betreten der Kirche sicherlich auf den ersten Blick auffallen: Ein Kirchenpfeiler sieht anders aus als die restlichen. „Einer wurde mit Ornamenten bemalt. Es war erst die Überlegung, das bei allen zu machen, aber das müssten wir natürlich mit der Gemeinde absprechen. Aber im Moment können wir uns nicht mit allen besprechen. Wir wollten einfach mal schauen, wie das aussieht“, so der Pfarrer. Die Säule soll darum wieder so gestrichen werden, wie sie vorher war.

Freut sich, dass er wieder Gottesdienste halten kann: Pfarrer Joachim Kieslich.

Trotz Absperrzaun können Interessierte in die Kirche kommen und einen Blick hineinwerfen. „Die kleine Kapelle nebenan ist öffentlich zugänglich. In Corona-Zeit haben wir gemerkt, dass die Leute kommen wollen. Hier können sie ein kurzes Gebet machen“, so Kieslich. Neben den Malerarbeiten soll noch die Liedanzeigetafel ausgetauscht werden. Die Hörschleife für Ältere und Hörgeschädigte soll ebenfalls erneuert werden. „Das Kabel war kaputt gegangen.“ Und was steht noch auf dem Zettel? „Die Orgel soll noch restauriert werden. Die muss wieder gesäubert und neu justiert werden. Da ist geplant, das im Sommer zu machen“, sagt Kieslich.

Restauratorin Lena Wissing ist derweil dabei, den Altar zu säubern. „Ich habe schon den Staub entfernt. Jetzt nehme ich den Ruß ab. Das wird dann etwa zwei Tage dauern“, erzählt sie. Als Werkzeug benutzt sie ein Wattestäbchen.

Gottesdienste sind wegen der Malerarbeiten nach Marhorst, Bassum und Harpstedt verlegt worden – und das auch nicht mehr so wie vorher war. Die Gemeindemitglieder müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen und ihre Kontaktdaten hinterlassen. Und es wird nur eine begrenzte Anzahl an Gemeindemitgliedern hineingelassen. Dennoch: „Es war beruhigend, als es wieder losgehen konnte und wir wieder in Gemeinschaft sein konnten. Vorher war es ein ganz anderes Arbeiten.“ Am Montag hat Kieslich in Marhorst einen Gottesdienst gehalten. „Es waren 26 Leute da und es hat gut geklappt“, berichtet er. „Sie haben sich gefreut, sich wiederzusehen. Die Älteren sind natürlich etwas verunsichert und überlegen sich genau, ob sie kommen. Andere sind neugierig.“ Die Seelsorge habe vielen Menschen gefehlt.

In diesem Jahr feiert die Kirche auch ihr 150-jähriges Bestehen. „Wir schauen mal, wo und wie wir das feiern“, sagt Kieslich.

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