Internet-Plattform Uniqwork

Handwerker online finden: Twistringer gründet Start-Up

Zwei junge Männer sind hinter einem Laptop-Bildschirm zu sehen.
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Die Gründer: Gerrit Egbers und Philipp Rasche.

Twistringen – Die zündende Idee kam Philipp Rasche, als er einem Freund half, eine Wohnung zu renovieren. Alle Wände waren weiß, und ein Maler sollte das ändern. Nur welcher? Die beiden klickten sich durchs Internet. „Irgendwie war das nicht sonderlich zufriedenstellend“, erzählt Rasche. Also begann er damals, eine eigene Online-Plattform zum Suchen und Finden von Handwerkern aufzubauen.

Jetzt ist das Ergebnis online. Mit www.uniqwork.de will er gängigen Portalen wie my-hammer die Stirn bieten.

Viele Twistringer Unternehmen sind bei Uniqwork dabei. Das ist kein Zufall: Philipp Rasche kommt aus Scharrendorf. Mittlerweile wohnt er in Bremen, doch seiner Heimat ist der 30-Jährige noch sehr verbunden.

Rasche hat bei Daimler eine Ausbildung zum Mechatroniker gemacht und in Bremen Internationales Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Im Zuge seines Studiums war er in Südafrika und Malaysia. In dem asiatischen Staat sammelte er Erfahrungen in einem Start-up, das sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Bei Daimler arbeitete er später ein paar Jahre als Betriebsingenieur. Zuerst ließ er sich freistellen, um sich etwas Eigenes aufzubauen. Mittlerweile hat er den Job beim Autohersteller gekündigt, um sich voll und ganz auf seine Selbstständigkeit zu konzentrieren.

Neben seiner Arbeit für das Handwerkerportal ist er auch als Unternehmens- und Marketingberater tätig. So hat er zum Beispiel dabei mitgeholfen, das Stuhrer Autohaus JB Motors aufzuziehen.

Nun soll sein eigenes Unternehmen wachsen. Rasche ist alleiniger Geschäftsführer der Uniqwork GmbH, aber er ist keinesfalls Einzelkämpfer. Gerrit Egbers, 29 Jahre alt und aus Ganderkesee, ist Mitgründer des jungen Unternehmens. Schon bevor die Idee zur Handwerksplattform überhaupt aufkam, wussten Egbers und Rasche: Sie würden gerne gemeinsam etwas starten.

Die Arbeiten für Uniqwork begannen Anfang 2019. Die beiden Gründer analysierten zunächst den Markt und entwickelten ein Konzept. Anschließend riefen sie 500 Unternehmen an und berichteten ihnen von ihrem Projekt. Elektroniker, Gärtner, Tischler oder auch Dachdecker – sie telefonierten sich quer durch die Branchen. „Das war wirklich viel Arbeit“, sagt Rasche. „Ich selber habe viel an Twistringer Unternehmen geübt, ist ja logisch.“

Von den 500 angerufenen Unternehmen will rund die Hälfte mitmachen. Ein guter Anfang, findet Rasche. Das Angebot beschränkt sich zunächst auf Bremen und weite Teile Niedersachsens.

Doch wie funktioniert Uniqwork eigentlich? Wer einen Handwerker sucht, kann einen Auftrag erstellen. Dabei werden automatisch Infos abgefragt, die für Handwerker wichtig sind. Bei der Suche nach einem Maler wären das zum Beispiel Fragen wie: Muss Material in höhere Stockwerke geschleppt werden? Wie groß ist die Fläche, die gestrichen werden soll? Erschweren Heizkörper die Arbeit? „Viele Kunden wissen nicht, welche Informationen für Handwerker wichtig sind“, erklärt Rasche die Überlegung dahinter. Handwerker können die Aufträge sehen und Kunden unverbindliche Angebote zusenden. Alternativ können Kunden sich auch einfach Handwerker in ihrer Nähe anzeigen lassen, um sie gezielt zu kontaktieren.

Für die Bewertung der Handwerker gibt es ein System mit fünf Kategorien: Arbeitsqualität, Preis/Leistung, Service und Beratung, Termineinhaltung, Kommunikation. „Fünf Sterne bei Google sagen nicht aus, ob ein Handwerker zu mir passt oder nicht“, sagt Rasche. Das System von Uniqwork sorge für mehr Transparenz. Manchen Kunden sei der Preis wichtiger, anderen die Qualität.

Für diejenigen, die auf der Suche nach einem Handwerker sind, ist und bleibt Uniqwork kostenlos. Momentan müssen auch Handwerker nichts zahlen. Die Gründer wollen erst einmal schauen, wie die Plattform angenommen wird. Aber die Idee ist, dass Handwerker irgendwann einen jederzeit kündbaren Montagsbeitrag zahlen. „Auf vielen anderen Plattformen ist das provisionsbasiert“, sagt Rasche. Handwerker müssten für jede Kundenanfrage zahlen – unabhängig davon, ob auch wirklich ein Auftrag zustande kommt oder nicht.

Philipp Rasche und Gerrit Egbers haben Zeit, Arbeit und Geld in Uniqwork gesteckt. Davon, wie das Portal nun ankommt, hängt jetzt ab, wie’s weitergeht. Noch mehr Geld investieren, vielleicht einen Investor suchen? Angst vor der großen Unbekannten, ob das Konzept in der Praxis aufgeht, hat Rasche nicht. „Ich freue mich, dass das große Fragezeichen wegkommt.“

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