Stapelholmer Tanz- und Trachtengruppe begeistert beim ersten Handwerkermarkt des Twistringer Strohmuseums

Erntesymbole zu Ehren der Göttin Ceres

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Stapelholmer Tanz- und Trachtengruppe mit Strohhüten aus der Museumsnähstube.

Twistringen - Von Sabine Nölker. Nach rund drei Jahren Vorarbeit startete am Sonntagmorgen der 1.Handwerkermarkt im Museum der Twistringer Strohverarbeitung. Organisatorin Heike Paul sowie Anbieter und Akteure strahlten mit der Sonne um die Wette. „Ein wundervolles Ambiente“, lobte die niederländische Strohflechterin Diny Gerding. „Es gibt hier so schönes Kunsthandwerk, das ist richtig toll“, meinte Helga Ahlers.

Gleich um elf Uhr strömten die Besucher in das Museum am Kapellenweg. Bürgermeister Martin Schlake eröffnete den Markt und sprach von einer Bereicherung für Twistringen. Heike Paul, die diesen Markt organisiert hatte, dankte den 50 ehrenamtlichen Helfern und den Ausstellern, „die den Mut gefunden haben, beim ersten Mal hier auszustellen“.

Reißenden Absatz fanden die im Museum hergestellten Strohhüte. Sie wurden gleich zur Schau getragen. Ein Höhepunkt waren die Auftritte der Stapelholmer Tanz- und Trachtengruppe aus Schleswig-Holstein, die damit ihr Versprechen einlöste, im Rahmen eines besonderen Events nach Twistringen zu kommen. Denn aus der Nähstube des Strohmuseums stammen deren besondere Trachtenhüte.

Es ist schon einige Zeit her, da hatte das Strohmuseum Besuch von einer Abordnung der Stapelholmer Tanz- und Trachtengruppe aus Erfte. Sie erkundigte sich, ob ihre in die Jahre gekommenden traditionellen Trachtenhüte nachgenäht werden könnten. Heike Paul, seit vielen Jahren als ehrenamtliche Näherin für das Museum im Einsatz, zögerte nicht. Sie nähte sogleich einen Prototypen. Der Entwurf gefiel der Abordnung, und so fertigte Paul insgesamt 16 Hüte für die Erfter.

Am Sonntag nun traten die Gäste vor vielen Museumsmarkt-Besuchern auf und begeisterten mit ihren Volkstänzen. Nur wenige Meter von der Bühne entfernt hatte die Niederländerin Diny Gerding ihren Pavillon aufgebaut. Die Strohflechterin bot Erntesymbole zu Ehren der römischen Göttin Ceres an. Sie steht für Ackerbau, Fruchtbarkeit und die Ehe.

Museumsmarkt in Twistringen

Eindrucksvoll in Szene gesetzt, bot die Niederländerin neben unterschiedlichen „Corndollys“ – Korngöttinnen – weitere Erntesymbole wie die „Welshborderfan“, den „Farmer favour“ und den „Devon Neck“ an – nach uralten Mustern. Übernommen hatte Diny Gerding das Kunsthandwerk von ihrer aus England stammenden Mutter. Schon die Kelten beherrschten das Strohflechten.

Ebenfalls mit dem Flechten, aber dem von Stühlen, präsentierte sich Erwin Kretschmann aus Asendorf. „Mein Hobby nahm vor 30 Jahren, als ich alte Stühle von meinen Großeltern geerbt hatte, seinen Anfang“. Das Korbgeflecht musste erneuert werden. „Ganze 45 Stunden Arbeit investierte ich in den allerersten Stuhl.“ Heute repariert er sie viel schneller, davon konnten sich die Besucher überzeugen.

Der Premierenmarkt bot am Sonntag auch Schmuck aus den unterschiedlichsten Materialien, Näharbeiten, Glas- und Gartendeko sowie Lampen und Puppenkleider. Für die jüngeren Gäste gab es eine Strohkletterburg, eine Hüpfburg, Basteln sowie Kinderschminken. Schließlich konnten sich die Besucher mit kulinarischen Köstlichkeiten stärken.

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