Viehvermarktung: RVV und EFQ fusionieren / 380 Millionen Euro Umsatz

Stärkster Verbund in Niedersachsen

Setzen auf eine erfolgreiche Zukunft: (v.l.) die Vorstandsvorsitzenden Stefan Meyer (RVV) und Carsten Hillmann-Köster (EFQ), Geschäftsführer Patrick Wilkens sowie die Aufsichtsratsvorsitzenden Heinrich Meyer-Hanschen (RVV) und Marcus Bruns (EFQ).
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Setzen auf eine erfolgreiche Zukunft: (v.l.) die Vorstandsvorsitzenden Stefan Meyer (RVV) und Carsten Hillmann-Köster (EFQ), Geschäftsführer Patrick Wilkens sowie die Aufsichtsratsvorsitzenden Heinrich Meyer-Hanschen (RVV) und Marcus Bruns (EFQ).

Twistringen/Syke – Der Raiffeisen-Viehverbund (RVV) Twistringen und die Erzeugergemeinschaft für Qualitätstiere (EFQ) Syke-Bassum fusionieren. Das haben ihre Mitglieder während der Generalversammlungen beschlossen, um möglichst optimale Zukunftschancen zu schaffen. Denn der neue RVV ist, so betont Geschäftsführer Patrick Wilkens, die stärkste Organisation ihrer Art in Niedersachsen – sowohl beim Umsatz als auch bei den Mitgliedern.

1 200 Landwirte hat der neue Verbund in seinen Reihen, der Umsatz beträgt demnach rund 380 Millionen Euro pro Jahr, das Eigenkapital 9 Millionen Euro.

Hauptsitz der Verwaltung ist künftig Twistringen. Aber der EFQ-Betriebshof in Syke bleibt ein wichtiger Logistikstandort. Weil das derzeitige Verwaltungsgebäude in Twistringen seine räumlichen Grenzen längst erreicht hat, ist ein Zukunftsziel ein neues Verwaltungsgebäude – direkt in der Nachbarschaft des jetzigen RVV-Standorts. Ein Grundstück ist dafür bereits vorhanden.

Erst vor einem Monat hatte es in der Viehvermarktungsbranche eine Fusion gegeben, als die Vermarktungsgemeinschaften Weser-Hunte und Walsrode-Visselhövede verschmolzen (wir berichteten). Gemeinsam bringen sie es auf 2,1 Millionen vermarktete Tiere pro Jahr. Ihr Geschäftsbereich umfasst etwa ein Drittel des Landkreises Diepholz und verläuft nach Osten. Der neue RVV dagegen erstreckt sich über zwei Drittel des Landkreises und weiter nach Westen. Er vermarktet 2,5 Millionen Tiere pro Jahr.

Der „Ehe“ zwischen RVV und EFQ war eine einjährige „Verlobung“ vorausgegangen. Als bei der EFQ im Juli 2019 der Posten des Geschäftsführers frei wurde, übernahm Patrick Wilkens diese Stelle als Interims-Kraft. „Das hat so gut geklappt, dass die ehrenamtlichen Gremien erklärten: Das machen wir zusammen“, war zum Hintergrund zu erfahren.

Außerdem: Die starke Dynamik am Fleischmarkt stellt die Landwirte immer wieder vor enorme Herausforderungen. „Zehn Unternehmen in Deutschland verarbeiten 80 Prozent der Schlachtmenge“, so Patrick Wilkens. Wer bei den Preisen mitbestimmen will, muss große Mengen liefern.

Die Partnerschaft zwischen RVV und EFQ bringt einen weiteren Vorteil: Die Zahl der Schlachthöfe wächst, an die Schweine oder Rindvieh geliefert werden können. „Wir haben eine größere Risikostreuung“, so der Geschäftsführer. Ein weiteres Argument sei der massive Strukturwandel in der Branche. „Heute gibt es Spezialisten für Schweine, für Ferkel und für Rinder“, blickt Patrick Wilkens auf die aktuellen Strukturen in der modernen Landwirtschaft. „Diese Spezialisten brauchen höhere Kompetenz und speziellere Beratung.“

Die Fusion fällt in eine Zeit, in der die Agrarminister der Länder über nachhaltige Verbesserungen in der Nutztierhaltung diskutieren und über eine Tierwohlabgabe beim Kauf von Fleisch oder Milch beraten. Patrick Wilkens begrüßt das sehr: „Tierwohl wird – ganz zu Recht – immer wieder gefordert, ist an der Ladentheke bisher aber nie umgesetzt worden.“ Wenn die Tierwohlabgabe tatsächlich komme, „dann ist es das erste Mal, dass diejenigen, die immer wieder bessere Bedingungen in der Tierhaltung fordern, das auch bezahlen“, so der Geschäftsführer.

Von Anke Seidel

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