Malteser und Freundeskreis bringen 27 Tonnen Hilfsgüter nach Litauen

Städtepartnerschaft zu Kaisiadorys soll ausgebaut werden

Ein Teil der Twistringer Reisegruppe mit Vertretern der Stadt Kaisiadorys im Ratssaal der Twistringer Partnerstadt. Die Bürgermeister Vytenis Tomkus (vordere Reihe 5. v.l.) und Twistringens Bürgermeister Martin Schlake (6.v.l.) mit der Twistringer Fahne. Vereinbart wurde die weitere Entwicklung der Städtepartnerschaft zwischen beiden Städten. - Foto: Georg Beuke

Twistringen - 27 Tonnen Hilfsgüter haben die Malteser und der Freundeskreis Litauen mit nach Kaisiadorys genommen. „Die Lager sind gut gefüllt“, erklärt Georg Beuke, Ortsbeauftragter der Malteser in Twistringen. Die sozialen Dienste des MOPT (Maltos Ordino Pagalbos Tarnyba, Malteser Hilfsdienst in Litauen) in Kaisiadorys können auch weiterhin ihrem sozialen Auftrag nachkommen.

Der Transport aus Twistringen wurde am Zielort bereits erwartet. Im Gepäck hatten die Twistringer gut erhaltene Kleidung, vier Paletten mit Suppen und Früchten für die Sozialküche und Hilfsmittel für den täglichen Pflegebedarf und Mobiliar, über das sich die Malteser in Kaisiadorys und das Kindertageszentrum in Pravieniskes, etwa 15 Kilometer von Kaisiadorys entfernt, sehr freuten.

Pravieniskes, in Litauen auch die Stadt der Gefängnisse genannt, wird überwiegend von sozial schwachen Familien bewohnt und wirkt auf Besucher etwas vergessen. Neben 2 600 Einwohnern der Stadt können bis zu 3 000 Häftlinge in den drei Gefängnissen untergebracht werden. Die deutschen Besucher des Kindertageszentrums zeigten sich überrascht, dass Kinder und Jugendliche neben Gefangenen, die in Kürze entlassen werden, in einem abgesperrten Bereich gemeinsam sportlichen spielerischen Tätigkeiten nachgingen – nur durch einen etwa zwei Meter hohen Metallzaun getrennt. „Für uns ein unvorstellbarer und auch für die Zeit des Besuches ein unhaltbarer Zustand“, so Beuke.

Die Twistringer absolvierten ein umfangreiches Besuchsprogramm, so dass kaum Zeit zum Entladen der Hilfsgüter blieb. Gemeinschaftlich brachten etwa 40 Helfer die Güter in die Lager des MOPT. Zuvor fanden aber Begegnungen in der Behinderten- und Berufsschule in Kaisiadorys statt, oder die Sozialküche der Malteser wurde besucht. Pastor Arnold Kuiter begleitete die Verteilung des Essens und zeigte sich schwer beeindruckt von der Hilfe der Malteser: „So habe ich es mir nicht vorgestellt.“

Ein weiterer Punkt war der Besuch im Rathaus der Stadt Kaisiadorys. Bürgermeister Martin Schlake traf Vytenis Tomkus in Kaisiadorys. Beide Bürgermeister sahen sich erstmalig persönlich und vereinbarten, die bestehende Städtepartnerschaft auszubauen. Hierzu soll ein Partnerschaftskomitee gegründet werden, um Gruppen, Verbände aus dem ehrenamtlichen Bereich, aber auch aus kommunalen und geschäftlichen und schulischen Bereichen in die Städtepartnerschaftsarbeit einzubinden.

Als anstrengend, aufschlussreich und immer noch notwendig werteten die Reisegefährten beider Twistringer Gruppen die Tour nach Kaisiadorys. Generalvikar Dr. Algirdas Jurevicius und Bürgermeister Tomkus baten darum, die Hilfe fortzuführen. „Dieses ist in Litauen leider noch sehr notwendig“, betonten beide. Das litauische Sozialsystem sei leider noch nicht in der Lage, sich ausreichend um hilfsbedürftige Menschen zu kümmern.

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