„Können Leute noch gut im Zaum halten“

Twistringer Stadtbrandmeister über Schaulustige

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Heinrich Meyer-Hanschen

Twistringen - Von Theo Wilke. Beinahe-Unfälle sind keine Seltenheit: Gaffer fotografieren und filmen ohne Scheu oder Respekt, bringen Rettungs- und Einsatzkräfte in Bedrängnis und sogar in Gefahr. Bundesweit haben Übergriffe von Schaulustigen zugenommen. Ist das auch ein ernsthaftes Problem für die Twistringer Ortsfeuerwehren? Stadtbrandmeister Heinrich Meyer-Hanschen meint, es sei zum Glück noch kein großes Thema.

Herr Meyer-Hanschen, immer häufiger werden Einsatz- und Rettungskräfte behindert. Wie erlebt das die Twistringer Stadtfeuerwehr?

Heinrich Meyer-Hanschen: Im Moment muss ich sagen: Toi, toi, toi. Eigentlich können wir die Leute noch ganz gut im Zaum halten. Wenn man hingeht und ihnen sagt, sie möchten nicht fotografieren oder filmen, dann stellen sie das auch ein und gehen zur Seite. Da haben wir hier eigentlich noch ein bisschen Ruhe. Das ist überhaupt nicht vergleichbar mit Situationen in Großstädten.

Hat es in den vergangenen Jahren überhaupt Vorfälle gegeben, bei denen Sie einschreiten mussten?

Meyer-Hanschen: Höchstens mal, dass wir die Leute darauf hinweisen müssen, dass sie im Einsatzbereich nichts zu suchen haben. Das haben wir immer mal wieder. Besonders an verkehrsreichen Strecken, zum Beispiel wenn wir die Einsätze auf der Bundesstraße haben. Da ist es schon schwierig. Jeder meint, er müsste da noch durch. Er sei da schon immer durchgefahren.

Sehen Sie auch den Trend dahin, dass Schaulustige heutzutage einfach frecher und dreister vorgehen?

Meyer-Hanschen: Ja, das ist die letzten Jahre auf jeden Fall so gewesen. Das ist gar keine Frage. Die Mentalität solcher Menschen, wie auch immer ich es sagen soll, ist eine etwas andere geworden.

Wie gehen Sie und Ihre Kollegen damit um, wenn Schaulustige Ihre Einsätze behindern. Wie reagieren Sie darauf?

Meyer-Hanschen: Ruhig bleiben, das ist ganz wichtig. Und wir versuchen, denen das zu erklären. Da wir gerade bei Einsätzen auf größeren Straßen die Polizei dabei haben, geben wir das an die Polizisten weiter.

Die Feuerwehr kann jeden Tag mit solchen oder schlimmeren Situationen konfrontiert werden – gibt es innerhalb der Feuerwehr oder zum Beispiel über den Bundesverband Beratungsangebote und Hilfestellungen, wie man am besten damit umgeht, oder kriegt man das selbst in den Griff?

Meyer-Hanschen: Bislang haben wir das unter uns geschafft. Das war und ist noch kein großes Thema.

Vielen Dank fürs Gespräch.

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