Stadt organisiert Ersatz für Sportler

Flüchtlinge brauchen Ruhe

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Die ersten Flüchtlinge sind angekommen.

Twistringen - Von Theo Wilke. Ein nebeliger, nasskalter Herbstmorgen an der Hohen Straße in Twistringen. Es ist ruhig, wie an jedem Ferientag, kaum Autoverkehr. Und doch ist es anders seit der Ankunft der ersten Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan am späten Vorabend. Passanten blicken neugierig auf den Eingangsbereich der Notunterkunft am Schulzentrum.

Auch Bürgermeister Martin Schlake war dabei, als zwei Busse aus Süddeutschland zu später Stunde die Hohe Straße erreichten. Müde, entkräftete, zum Teil erkältete Flüchtlinge hat er gesehen. Und viele Kinder unter den vom Landkreis gezählten rund 153 Ankömmlinge. Alles sei reibungslos angelaufen, weiß Erste Stadträtin Birgit Klingbeil im Rathaus. Sie war am Abend wegen eines Termins verhindert. Aber ebenso wie dem Bürgermeister berührt sie das Menschliche, „obwohl man ja alles rational abarbeiten muss“.

Bei Klingbeil kommen angesichts der bedrückenden und kaum fassbaren Flüchtlingsströme durch Europa Erinnerungen an die Kriegs- und Nachkriegserlebnisse ihrer Familie wieder hoch. „Meine Oma hat sich mit meinem Vater, damals erst drei Jahre alt, von Pommern aus einem Flüchtlingstreck angeschlossen. Zu Fuß und mit der Bahn in Richtung Niedersachsen. Opa war damals noch in Russland.“ Ihre Oma habe viel erzählt, auch dass sie anfangs drei Jahre lang in einem Kuhstall gelebt hätten. Klingbeil bewahrt heute noch drei gestickte Leinentücher auf, die ihre Oma vor der Flucht zu einem Rucksack geknotet hatte.

„Die Flüchtlinge müssen erstmal zur Ruhe kommen“, betont auch Carsten Werft, Fachbereichsleiter für Entwicklung und Ordnung im Rathaus. Er werde mal hingehen und sich erkundigen, wie es angelaufen sei, ob städtische Hilfe gebraucht werde – und um sich auf den neuesten Wissenstand zu bringen.

Im Vorfeld sei die Stadt intensiv in die Vorbereitungen für die Erstaufnahme der Flüchtlinge eingebunden gewesen. Unter anderem habe der Bauhof bei der Räumung der Turnhalle und des Horts geholfen. Jetzt aber sei man erstmal außen vor, das sei nun Sache des Landkreises Diepholz. Zurzeit müsse die Kommune auch kein Personal stellen.

Fachbereichsleiterin Anke Raven kümmert sich derweil um Ersatzräume für den Hort. Dazu soll es nächste Woche ein Gespräch geben. Anke Raven klärt zurzeit auch ab, in wie weit Sporthallenzeiten zugunsten der Grundschüler oder auch anderer Gruppen abgegeben werden können.

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