„Günstigste Standortfaktoren“

Twistringen favorisiert Grundschule am Stadion

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Diese Idee möchte die Twistringer Stadtverwaltung gern weiterverfolgen: Das vordere Spielfeld des Stadions an der B51 wird ans Gymnasium verlegt. Auf diese Stelle rutscht der Festplatz rüber, und an dessen Stelle baut die Stadt eine neue Grundschule.

Twistringen - Von Michael Walter. In welche Richtung fährt der Zug in Sachen Grundschule? Darüber möchte die Twistringer Stadtverwaltung möglichst schnell eine klare Ansage der Politik haben. Am kommenden Mittwoch soll der Bildungsausschuss Pflöcke einschlagen.

Das Problem ist altbekannt: Die Grundschule am Markt platzt aus allen Nähten. Der Rat der Stadt diskutiert seit Jahren darüber, hat bisher aber keine Lösung parat.

Grundschule zu Fuß nur zehn Minuten entfernt

Für Ausbau, Neubau oder Teilverlegung waren zuletzt fünf verschiedene Standorte im Gespräch. Am Markt, in Scharrendorf, im Schulzentrum, am Gymnasium und beim Stadion an der B 51.

Letzteres scheint sich jetzt als Lösung herauszukristallisieren. Zumindest ist das die Variante, für die das Rathaus jetzt von der Politik einen umfassenden Planungsauftrag haben möchte.

„Die Variante Sportplatz ging aus allen Varianten mit den günstigsten Standortfaktoren hervor“, heißt es in der Beschlussvorlage. Nicht zuletzt wegen der geringen Entfernung: Die Grundschule am Markt ist in zehn Minuten zu Fuß erreichbar.

So würde das Stadiongelände nach dem Umbau aussehen. Die Straße Am Sportplatz würde den Schulbusverkehr aufnehmen. Hinter dem DRK-Gebäude würde eine Sporthalle entstehen.

Diese Variante hat es allerdings in sich, denn sie würde bedeuten, dass der zur Bundesstraße gelegene Nebenplatz des Stadions verschwinden würde. Ersatz will die Stadt durch einen neuen Sportplatz beim Gymnasium schaffen. Der Hauptplatz am Stadion bliebe erhalten. Auf die Fläche des Nebenplatzes würde der jetzige Festplatz rutschen, und auf dem jetzigen Festplatz könnte die Stadt eine neue Schule bauen. Dazu käme noch eine neue Sporthalle hinter dem DRK-Gebäude.

Neue Nutzung für Standort Scharrendorf

Der Bau der Sporthalle müsse zwingend zuerst angegangen werden, heißt es in der Beschlussvorlage. Der Beschluss zum Bau müsse spätestens im vierten Quartal gefasst werden, da die Sporthalle an der Hohen Straße spätestens im nächsten Herbst abgerissen werde.

Mit dem neuen Schulgebäude würden im ersten Bauabschnitt sechs neue Klassenräume entstehen: Vier für die Kinder aus Scharrendorf und zwei, um aus den angemieteten Mobilbauten auszuziehen. Dazu ein Verwaltungstrakt (Sekretariat, Lehrerzimmer,...) sowie eine provisorische Mensa und Ganztagsbetreuung.

Diesen ersten Bauabschnitt kalkuliert die Stadt mit knapp 3,5 Millionen Euro. Nach Fertigstellung würde die Grundschule am Markt noch mit zehn Klassenräumen plus Schulkindergarten belegt sein, für den Standort Scharrendorf könnte die Stadt andere Nutzungsmöglichkeiten finden.

Kosten aller Bauabschnitte: knapp neun Millionen Euro

In einem zweiten Bauabschnitt würden am Stadion vier weitere Klassenräume entstehen. Damit könnten zwei weitere Klassen sowie der Schulkindergarten vom Markt ans Stadion wechseln. Der Verwaltungstrakt würde „endausgebaut“ und der Standort Stadion damit zum Hauptstandort der Grundschule Twistringen. Hauptstandort und Nebenstandort am Markt wären dann mit jeweils acht Klassenräumen belegt und durchgehend zweizügig geführt. Dieser zweite Bauabschnitt könnte im Sommer 2023 abgeschlossen sein. Kosten: Geschätzte 2,4 Millionen Euro.

Für die neue Sporthalle kalkuliert die Stadt 2,9 Millionen. Weitere 300.000 Euro würden fällig, um die Grundschule am Markt bis 2024 behindertengerecht umzubauen. Ab dann muss an allen Schulen im Land eine inklusive Beschulung uneingeschränkt möglich sein. Macht insgesamt also knappe neun Millionen Euro.

Danach gäbe es laut Verwaltung keine zeitlichen Aspekte mehr, die zum Handeln zwingen. Es würden dann aber noch eine Mensa sowie diverse Fach- und Nebenräume fehlen. Würde man die in weiteren Bauabschnitten nach 2023 realisieren, wären noch einmal knapp 3,5 Millionen Euro erforderlich.

„Ohne Kredite geht es sowieso nicht“

Wie will die Stadt das denn finanzieren, angesichts des ausdrücklichen Gebots durch die Kommunalaufsicht, keine neuen Schulden zu machen? „Darüber werden wir uns mit dem Landkreis auseinandersetzen müssen“, sagt Bürgermeister Martin Schlake. „Wir müssen dokumentieren, dass das eine notwendige Investition ist, eine Pflichtaufgabe.“

Schlake stellt klar: „Ohne Kredite geht es sowieso nicht. Egal, wie die Lösung der Schulfrage letztlich aussieht: Wir werden dafür Geld in die Hand nehmen müssen.“

Der Bildungsausschuss tagt am Mittwoch ab 19 Uhr im Rathaus. Die Sitzung ist öffentlich.

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